Nebius-Aktie vor dem Durchbruch? NVIDIA-Rack in Finnland erfolgreich gestartet
Nebius nimmt in Finnland als einer der ersten Anbieter ein komplettes NVIDIA Vera Rubin Rack in Betrieb - nur wenige Tage nach dem Einstieg von NVIDIA.
Werte in diesem Artikel
- Nebius nimmt erstes NVIDIA Vera Rubin Rack in Finnland in Betrieb
- CoreWeave hatte im Juni die erste Validierung erreicht
- Nächster Branchentest folgt mit dem Quartalsbericht Anfang August
Die Nebius-Aktie legt an der NASDAQ zeitweise 1,64 Prozent auf 221,74 US-Dollar zu, nachdem das Unternehmen am Donnerstag die Inbetriebnahme und Validierung seines ersten vollständigen NVIDIA Vera Rubin NVL72 Racks im finnischen Rechenzentrum bekanntgegeben hat. Nebius zählt damit zu den ersten KI-Cloud-Anbietern, die diesen Meilenstein erreichen. Die Ankündigung folgt nur zwei Tage, nachdem NVIDIA am Dienstag eine passive Beteiligung von 9,3 Prozent an Nebius offengelegt hatte, was das Papier zunächst deutlich nach oben trieb.
NVIDIA und Nebius arbeiten von Anfang an eng zusammen
Wie aus einem Beitrag von Nebius auf der Plattform X hervorgeht, nimmt dasselbe Team am selben Standort neben der Rechenhardware auch die bereits ausgelieferten NVIDIA Spectrum-6 Switches in Betrieb. Das Unternehmen beschreibt die Partnerschaft mit NVIDIA als besonders eng: "Die enge gemeinsame Entwicklungsbeziehung mit NVIDIA ermöglicht es uns, bereits in der frühesten Phase jeder neuen Plattform zusammenzuarbeiten und den Weg vom ersten Rack bis zum Einsatz produktiver Workloads zu verkürzen", heißt es in der Mitteilung. Nach der Inbetriebnahme und Validierung folgen laut Nebius die Feinabstimmung der Software und Tests unter Produktionsbedingungen, damit die Vera Rubin Plattform den Kunden vom ersten Tag an das volle Potenzial bereitstellt.
CoreWeave war beim Vera Rubin-Start schneller
Die Mitteilung von Nebius folgt, nachdem der Wettbewerber CoreWeave bereits Anfang Juni nach eigenen Angaben die "branchenweit erste Inbetriebnahme und Validierung eines NVIDIA Vera Rubin NVL72" abgeschlossen hatte. CoreWeave veröffentlichte am Dienstag in einem Blogbeitrag zusätzlich Leistungsdaten des Chips: Bei der Ausführung des Modells DeepSeek R1 liefert die neue Plattform demnach zehnmal mehr Token pro Sekunde pro Megawatt als das Vorgängersystem Grace Blackwell NVL72.
Vera Rubin bringt laut NVIDIA einen deutlichen Leistungssprung
NVIDIA bestätigte, dass die Serienproduktion des Vera Rubin NVL72 im Juni 2026 angelaufen ist. Die Racks sind laut Unternehmensangaben inzwischen bei CoreWeave, Google Cloud, Microsoft Azure und Oracle Cloud Infrastructure an über 350 Fertigungsstandorten in 30 Ländern im Einsatz. Laut dem technischen Blog von NVIDIA verfügt das System über sieben gemeinsam entwickelte Chips, eine aggregierte HBM4-Bandbreite von 22 Terabyte pro Sekunde je Grafikprozessor, das 2,8-Fache des Vorgängers Blackwell, sowie NVLink 6 mit 3,6 Terabyte pro Sekunde bidirektionaler Bandbreite je Grafikprozessor. Dadurch sinken die Kosten pro Inferenz-Token nach Unternehmensangaben auf etwa ein Zehntel des Blackwell-Niveaus.
Finanzierung sichert den weiteren Ausbau
Der Zeitpunkt kommt für Nebius auch finanziell günstig: Anfang Juli sicherte sich das Unternehmen eine durch die eigene GPU-Flotte besicherte Kreditfazilität über 775 Millionen US-Dollar, mit der die Infrastruktur ausgebaut werden soll, ohne bestehende Aktionäre zu verwässern. Zudem verweist Nebius auf vertraglich gesicherte Einnahmen von über 40 Milliarden US-Dollar von Kunden mit Investment-Grade-Rating, darunter Microsoft und Meta Platforms. Northland Capital erhöhte sein Kursziel für die Nebius-Aktie auf 410 US-Dollar, die Bank of America bestätigte ihr Ziel von 280 US-Dollar. Auch das Analysehaus Freedom Capital stufte die Nebius-Aktie hoch und verweist auf eine überarbeitete Bewertungsmethodik.
Nebius-Aktie vor Kursschub?
Der nächste wichtige Test steht mit dem Quartalsbericht zum zweiten Jahresviertel Anfang August an. Analysten erwarten für diesen Zeitraum einen Umsatz von rund 583 Millionen US-Dollar, nachdem die Gewinnschätzungen in den vergangenen 90 Tagen zweimal nach oben revidiert wurden. Es wird das erste Finanzupdate seit der NVIDIA-Beteiligung und der Rack-Inbetriebnahme in Finnland sein, in dem das Management einen konkreteren Zeitplan für die kommerzielle Vera-Rubin-Nutzung liefern könnte.
Bettina Schneider, Carolin Ludwig, Redaktion finanzen.net
Dieser Text dient ausschließlich zu Informationszwecken und stellt keine Anlageempfehlung dar. Die finanzen.net GmbH schließt jegliche Regressansprüche aus.
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