Firmus-Aktie: OpenAI-Vertrag könnte Milliarden-Bewertung des NVIDIA-Partners vor IPO stützen
Firmus sichert sich mit OpenAI einen Ankerkunden, der die Bewertung vor dem geplanten Börsengang neu befeuern könnte.
Werte in diesem Artikel
- OpenAI steigt als Ankerkunde bei den Malaysia-Rechenzentren von Firmus ein
- Kontrahierte Kapazität von Firmus übersteigt nun 900 Megawatt
- Investoren rätseln über die Bewertung vor dem möglichen ASX-Börsengang
Firmus, das von NVIDIA unterstützte australische KI-Infrastrukturunternehmen, hat eine mehrjährige Partnerschaft mit OpenAI bekanntgegeben. OpenAI bezieht künftig Rechenkapazität aus zwei neuen Firmus-Rechenzentren in Malaysia und wird damit Ankerkunde des Unternehmens. Der Deal rückt die für Oktober gemunkelte Notierung an der australischen Börse in den Fokus.
OpenAI wird Ankerkunde von Firmus in Malaysia
Laut der heute verkündeten Vereinbarung bezieht OpenAI dedizierte KI-Rechenkapazität aus zwei neuen Firmus-Standorten der sogenannten AI Factories in Malaysia. Mit dem Abschluss steigt die insgesamt kontrahierte Kapazität von Firmus über alle Kunden hinweg auf mehr als 900 Megawatt. Zum finanziellen Volumen des Vertrags äußerte sich Firmus in der Pressemitteilung nicht; auch OpenAI reagierte nicht sofort auf eine entsprechende Anfrage von Reuters.
Sachin Katti, Vice President of Compute Strategy bei OpenAI, erklärte, man wolle mit Firmus die globale Rechenkapazität ausbauen, um die wachsende Nachfrage nach OpenAI-Produkten in der Region und darüber hinaus zu bedienen. Firmus-Co-CEO Tim Rosenfield sprach von einem Wendepunkt, an dem der asiatisch-pazifische Raum vom Verbraucher zum Produzenten künstlicher Intelligenz werde.
Ergänzend kündigte Firmus ein "Australian AI Access Program" an, das Forscher und Organisationen in Wissenschaft, Bildung, Landwirtschaft, Energieeffizienz und Klimaresilienz unterstützen soll.
Firmus-Aktie: Bewertung vor dem Sprung an die Börse
Firmus betreibt nach eigenen Angaben sieben AI Factories in Australien, Singapur, Indonesien und Malaysia, von denen zwei bereits in Betrieb sind; fünf weitere Standorte befinden sich im Bau und sollen während der nächsten 24 Monate ans Netz gehen. Für den Ausbau setzt Firmus im asiatisch-pazifischen Raum in großem Maßstab auf die neue NVIDIA-Vera-Rubin-Technologie in Kombination mit der firmeneigenen HyperCube-Plattform.
Der OpenAI-Vertrag kommt kurz vor dem für Oktober gemunkelten Börsengang von Firmus an der australischen Börse, der laut Reuters einer der größten des Landes der vergangenen Jahre werden könnte. Bei seiner gestern vollständig gezeichneten Eigenkapitalrunde über 2 Milliarden US-Dollar mit Coatue, NVIDIA, Blackstone-Fonds und Jane Street wurde Firmus mit mehr als 10,5 Milliarden US-Dollar bewertet.
Governance-Fragen
Neben der Wachstumsstory gibt es auch kritische Stimmen zur Führung von Firmus: So äußerten einige Investoren Bedenken gegenüber Mitgründer und Co-CEO Oliver Curtis, der vor der Gründung des Unternehmens eine Haftstrafe wegen Insiderhandels verbüßt hatte.
Wie viele weitere Ankerkunden Firmus vor der offiziellen Notierung noch gewinnen kann, dürfte für die endgültige Bewertung mitentscheidend sein. Anleger richten den Blick nun auch darauf, ob sich die Bedenken rund um die Unternehmensführung im weiteren Verlauf des Börsengangsprozesses als relevant erweisen.
Thomas Zoller, Redaktion finanzen.net
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