Reisebranche im Blick

Eskalation im Nahen Osten: Steigender Ölpreis belastet Aktien von Lufthansa, TUI & Co.


Eskalation im Nahen Osten: Steigender Ölpreis belastet Aktien von Lufthansa, TUI & Co.

Delta liefert Rekordzahlen, doch die vierte US-Angriffswelle binnen einer Woche auf den Iran und der Ölpreis schicken die Aktien von Lufthansa, IAG, Air France-KLM und TUI ins Minus.

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Rohstoffe

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  • Erneute US-Angriffe auf Iran lassen den Ölpreis wieder steigen
  • Delta übertrifft mit Rekordumsatz und Gewinn je Aktie die Erwartungen
  • Steigende Kerosinkosten drücken trotzdem auf Lufthansa, IAG und TUI
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Die Aktien der europäischen Fluglinien geraten am Montag unter Druck: IAG und AIR France-KLM geben im ERUONEXT-Handel zeitweise um 3,59 Prozent auf 5,432 Euro bzw. 1,99 Prozent auf 13,065 Euro nach, die Lufthansa-Aktie verliert derweil via XETRA 2,02 Prozent auf 9,32 Euro. TUI-Titel fallen um 0,78 Prozent auf 7,098 Euro. Auslöser ist der wieder steigende Ölpreis nach neuen US-Angriffen auf den Iran, der die eigentlich guten Quartalszahlen von Delta Air Lines vom Freitag überschattet.

Neue Eskalationen im Blick

Der Konflikt zwischen den USA und Iran hat sich am Wochenende weiter zugespitzt. In der Nacht auf Sonntag erklärten die iranischen Revolutionsgarden die Straße von Hormus für gesperrt, nachdem ihre Marine Warnschüsse auf ein Containerschiff abgegeben hatte, das daraufhin in Brand geriet. Die Besatzung wurde nach Angaben der britischen Behörde UKMTO gerettet. Die USA hatten Teheran zuvor eine Frist bis Samstag gesetzt, um freie Schifffahrt durch die Meerenge zu garantieren, und flogen binnen einer Woche bereits vier Angriffswellen gegen Ziele im Iran.

Iran reagierte mit Gegenschlägen auf US-Ziele in Kuwait, Bahrain und Jordanien. Donald Trump widersprach der iranischen Darstellung am Sonntag im US-Sender NBC und erklärte, die Straße von Hormus sei offen. Auch das US-Regionalkommando Centcom bezeichnete die Meerenge als internationale Wasserstraße, die Iran nicht kontrolliere.

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Delta liefert Rekordumsatz trotz teurem Kerosin

Delta Air Lines legte am 10. Juli für das zweite Quartal 2026 einen Rekordumsatz von 17,7 Milliarden US-Dollar vor, ein Plus von 14 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal und über dem Analystenkonsens von rund 17,5 Milliarden US-Dollar. Das bereinigte Ergebnis je Aktie lag bei 1,56 US-Dollar und damit über den Schätzungen von 1,48 bis 1,51 US-Dollar. Der Nettogewinn sank dennoch um 25 Prozent auf 1,6 Milliarden US-Dollar, weil der durchschnittliche Treibstoffpreis um 75 Prozent auf 3,93 US-Dollar je Gallone stieg, die höchste Quartalsbelastung in der Firmengeschichte des Konzerns.

Warum die Erleichterung ausbleibt

Dass die europäischen Wettbewerber trotz der soliden Delta-Zahlen ins Minus rutschen, zeigt: Der Markt traut der Erholung nicht, solange der Ölpreis politisch statt konjunkturell getrieben wird. Ein Angebotsschock durch die Straße von Hormus lässt sich anders als eine reine Nachfragedelle nicht allein durch Tarifdisziplin auffangen. Bereits im Juni 2026 hatte der Weltluftfahrtverband IATA seine Gewinnprognose für die Branche wegen der Treibstoffkosten gesenkt, ein Hinweis darauf, dass die Kostenseite die gesamte Branche belastet, nicht nur einzelne Airlines.

Ob die Straße von Hormus trotz der iranischen Sperrerklärung tatsächlich passierbar bleibt, entscheidet in den kommenden Tagen, wie lange der Ölpreis erhöht bleibt. Der nächste Signalgeber für die Branche sind die Quartalszahlen von United Airlines und American Airlines, die in der kommenden Woche berichten und zeigen dürften, ob Deltas Preisdisziplin auch bei den Wettbewerbern greift.

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Evelyn Schmal, Redaktion finanzen.net

Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar.

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Bildquellen: Dafinchi / Shutterstock.com, Gil C / Shutterstock.com

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