Schaeffler dämpft die Erwartungen
SmartCaps ist ein Angebot des redaktionellen Partners StockXperts.
finanzen.net GmbH ist für die Inhalte dieses Artikels nicht verantwortlich.
Der Autozulieferer kassiert seine Umsatzziele für 2028 ein und trifft damit vor allem die schwächelnde Elektrosparte. Doch bei der entscheidenden Gewinnkennzahl bleibt der Konzern seiner Linie treu.
Es ist erst gut zehn Monate her, dass Schaeffler auf dem Kapitalmarkttag im September 2025 mit ehrgeizigen Zielen für Aufbruchsstimmung sorgte. Nun rudert der MDAX-Konzern ein Stück weit zurück. Im Zuge der jährlichen Strategieplanung passt Schaeffler die Mittelfristziele für das Jahr 2028 an – und die neue Rechnung fällt vorsichtiger aus als die alte.
Umsatzlatte deutlich niedriger
Der Konzern begründet den Schritt mit deutlich gesunkenen Markterwartungen, insbesondere im Geschäft mit Personenwagen und leichten Nutzfahrzeugen. Für 2028 rechnet Schaeffler nun mit Umsatzerlösen zwischen 24 Mrd. Euro und 26 Mrd. Euro. Zuvor hatte das Unternehmen eine Spanne von 27 Mrd. Euro bis 29 Mrd. Euro in Aussicht gestellt. Das ist eine spürbare Absenkung, die zeigt, wie zäh sich das Umfeld für die Branche weiterhin gestaltet.
Am stärksten trifft die Korrektur die Sparte E-Mobility. Wegen eines geschrumpften Auftragsbestands sinkt das Umsatzziel dort auf 6,25 Mrd. Euro bis 7,25 Mrd. Euro, nach zuvor 8,25 Mrd. Euro bis 9 Mrd. Euro. Gleichzeitig wird die erwartete operative Marge in diesem Bereich nun zwischen minus 4 Prozent und null Prozent angesiedelt, während früher mindestens die Gewinnschwelle angepeilt worden war. Der Weg in die schwarzen Zahlen bleibt zwar das erklärte Ziel, verschiebt sich aber sichtbar nach hinten.
Beim Gewinn hält Schaeffler die Linie
Bemerkenswert ist, woran der Konzern trotz aller Anpassungen festhält. Die angestrebte bereinigte EBIT-Marge auf Gruppenebene bleibt mit 6 Prozent bis 8 Prozent unverändert, ebenso das Ziel eines bereinigten Free Cashflows zwischen 400 Mio. Euro und 600 Mio. Euro. Es scheint also, als setze Schaeffler stärker auf Effizienz als auf reines Wachstum.
Das spiegelt sich in den margenstarken Sparten wider. In der Industriesparte Bearings & Industrial Solutions sinkt zwar das Umsatzziel leicht, die erwartete Marge von 9 Prozent bis 11 Prozent bleibt jedoch stabil. Für die Bereiche Powertrain & Chassis sowie Vehicle Lifetime Solutions hebt Schaeffler die Margenziele sogar jeweils um einen halben Prozentpunkt an.
Aktie im Sell-off
Auch wenn die Profitabilitätsziele bestätigt oder sogar erhöht wurden: An der Börse findet Schaeffler damit zumindest kurzfristig keine Freunde – im Gegenteil. Nach der Prognoseanpassung ging es mit der Aktie um mehr als 14 Prozent nach unten. Ob die mögliche Auffanglinie bei rund 6,50 Euro hält, bleibt abzuwarten. Anleger sollten vorerst draußen bleiben.
Spannend ist derzeit die Lage rund um die BayWa, wo langsam die Uhr für den Abschlus einer rechtsverbindlichen Sanierungsvereinbarung tickt: zum Artikel
Bei Masterflex warten die Anleger indes auf den Halbjahresbericht. Insbesondere dürfte darauf geschaut werden, wie die beiden großen Wachstumsinitiativen vorankommen, die ab 2027 für eine deutliche Wachstumsbeschleunigung sorgen sollen: zum Artikel
Autoren: Die SmartCaps-Redaktion. Über uns: Das Team von SmartCaps zählt seit mehr als zwei Jahrzehnten mit dem „Anlegerbrief“ zu den erfolgreichsten Nebenwerteinvestoren in Deutschland. Das Musterdepot des Anlegerbriefs hat seit 1999 eine Rendite von mehr als 3.520 Prozent oder 14,2 Prozent p.a. (Stand: 11.07.26) erzielt. Mehr dazu finden Sie hier.
Erstellung am 31.07.26 um 11:50 Uhr.
Bitte beachten Sie auch unsere Informationen zur SmartCaps-Redaktion, insbesondere zu Arbeitsmethoden und zu potenziellen Interessenkonflikten, sowie unseren Disclaimer/Haftungsausschluss: zum Artikel