Schweizer Ex-Bankenchef wegen Veruntreuung schuldig gesprochen
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Der ehemalige Chef der drittgrößten Schweizer Bankengruppe, der Raiffeisen, ist in einem Aufsehen erregenden Wirtschaftsprozess schuldig gesprochen worden. Das Bezirksgericht Zürich folgte bei der Urteilsverkündung am Mittwoch teilweise der Staatsanwaltschaft, die Pierin Vincenz mehrfache Veruntreuung, mehrfache ungetreue Geschäftsbesorgung und Urkundenfälschung vorgeworfen hatte. In anderen Punkten wurde er freigesprochen.
Vincenz soll drei Jahre und neun Monaten ins Gefängnis. Sein Geschäftspartner Beat Stocker, Ex-Chef der Kreditkartenfirma Aduno (heute Viseca), wurde wegen Betrugs zu vier Jahren Haft verurteilt. Dazu kamen Geldstrafen. Beide können in Berufung gehen.
Die Staatsanwaltschaft hatte den beiden heimliche Beteiligungen an Firmen vorgeworfen, die auf ihr Betreiben dann an ihre Arbeitgeber verkauft wurden. Sie hätten sich dadurch um Millionenbeträge bereichert. Der Anwalt von Raiffeisen prangerte eine "erhebliche kriminelle Energie der Beschuldigten" an. Vincenz war von 1999 bis 2015 Geschäftsführer der Raiffeisen-Genossenschaft, der nach UBS und Credit Suisse (CS) drittgrößten Schweizer Bankengruppe. Er war 2018 festgenommen worden und verbrachte Wochen in Untersuchungshaft.
Bei den Ermittlungen waren gravierende Aufsichtsmängel bei Raiffeisen aufgedeckt worden: so kamen zahlreiche dubiose Spesenabrechnungen ans Licht. Vincenz hatte bei mehr als 100 Besuchen in Cabarets und Stripclubs mit Namen wie "Crazy Paradise" und "Pussy Cat" fast 200 000 Franken (heute fast 200 000 Euro) für die Pflege geschäftlicher Beziehungen verrechnet. Die Ausgaben waren abgesegnet worden.
Die Verteidiger von Vincenz und Stocker hatten alle Vorwürfe zurückgewiesen. Was die Anklage als Aufteilung von unrechtmäßig erzielten Gewinnen ausgab, seien in Wirklichkeit Darlehen gewesen. Vincenz' Anwalt verwies auf die Raiffeisen-Erfolge bei Wachstum und Gewinn unter der Führung seines Mandanten. Vincenz hatte am letzten Prozesstag Fehler eingeräumt, aber um Freispruch gebeten. Sein Anliegen sei stets gewesen, dafür zu sorgen, dass die Raiffeisen und ihre Beteiligungen sich gut entwickelten.
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ZÜRICH (dpa-AFX)
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