NVIDIA-Aktie: Was Jensen Huangs erwartete Teilnahme am Trump-Xi-Staatsbankett für Anleger bedeutet
Am Donnerstag empfängt Donald Trump Chinas Präsidenten Xi Jinping mit einem Staatsbankett, zu dem offenbar auch NVIDIA-Chef Jensen Huang erwartet wird.
Werte in diesem Artikel
- Jensen Huang soll bei Staatsbankett für Xi Jinping in Washington dabei sein
- Schon im Mai reiste der NVIDIA-CEO mit Trumps Delegation nach China zum Gegenbankett
- Analysten bewerten NVIDIA weiterhin fast geschlossen mit Kaufempfehlungen
NVIDIA-Chef Jensen Huang soll einem Bericht zufolge am Staatsbankett teilnehmen, das US-Präsident Donald Trump für Chinas Präsidenten Xi Jinping ausrichtet, wenn sich beide am Donnerstag in Washington treffen. Für den Chipkonzern rückt damit erneut die politische Dimension seines China-Geschäfts in den Fokus.
Ein ungewöhnliches Bankett
Reuters berichtete am vergangenen Dienstag unter Berufung auf eine mit der Angelegenheit vertraute Person, dass Huang zu den Gästen des Staatsdinners zählen solle. Chipriese NVIDIA gilt als Schlüsselakteur im technologischen Wettbewerb zwischen den USA und China, was mehrere Berichte zur Einordnung heranziehen. Bemerkenswert sei laut CNBC, dass Trump China häufig als Rivalen bezeichne, während Staatsbankette traditionell Verbündeten vorbehalten seien; es wäre erst das zweite Bankett seiner laufenden Amtszeit, nach dem für Großbritanniens König Charles III. und Königin Camilla.
Das Weiße Haus erklärte laut CNBC-Bericht zudem, Trump habe mehrere prominente Wirtschaftsführer eingeladen und wolle Deals priorisieren, die den USA nutzen; eine Stellungnahme von NVIDIA zu den Gerüchten über Huangs Teilnahme lag zunächst nicht vor.
Präzedenzfall Peking
Für Huang wäre die Teilnahme keine Premiere. Bereits im Mai reiste er überraschend mit Trumps Delegation nach China, wo Xi ein Gegenbankett ausrichtete, an dem auch Tesla-Chef Elon Musk und der damalige Apple-Chef Tim Cook teilnahmen. Trump hatte zuvor kolportierte Berichte, Huang sei nicht Teil der Delegation, per Truth-Social-Beitrag als "FAKE NEWS" zurückgewiesen. Huang nutzte den Auftritt seinerzeit, um sich für offenen Marktzugang und gegen schärfere Exportkontrollen zu positionieren, ein Muster, das sich beim Bankett in Washington wiederholen könnte, zumal KI und Chip-Exportfragen zu den erwarteten Gesprächsthemen zwischen Trump und Xi zählen.
Dass Trump und Huang in einer engen Beziehung verflochten sind, zeigte auch die jüngst aufgeflammte KI-Sicherheitsdebatte. Während die Chefs von OpenAI, Anthropic und auch Elon Musk zur Verlangsamung der KI-Entwicklung aufriefen, stellte sich NVIDIA-CEO Huang auf die Seite des Präsidenten und erklärte, es brauche keine Drosselung des Entwicklungstempos.
NVIDIA-Aktie: Wall Street-Analysten bleiben optimistisch
An der Einschätzung der Wall Street ändert die politische Bühne bislang nichts. Von 30 erfassten Analysten stufen alle die NVIDIA-Aktie mit "Buy" ein, das mittlere Kursziel liegt bei 324,30 US-Dollar, die Spanne reicht von 275 bis 465 US-Dollar. Piper Sandler nahm die Bewertung am 10. September mit einem Kursziel von 300 US-Dollar und der Einstufung "Buy" neu auf. UBS bestätigte Ende August ihr "Buy"-Rating und hob das Kursziel von 280 auf 300 US-Dollar an, während Citigroup das Kursziel von 300 auf 315 US-Dollar erhöhte.
Worauf Anleger beim Staatsbankett achten sollten: Exportfragen im Fokus
Der Kontext bleibt heikel: Die US-Regierung hatte im Januar dieses Jahres den Verkauf von NVIDIAs H200-KI-Chips nach China unter Auflagen wie Drittprüfungen, einer Mengenobergrenze und einer Sicherheitszertifizierung der Käufer genehmigt. Im August meldete Bloomberg erste, im Vergleich zur Lizenzobergrenze aber noch geringe H200-Lieferungen nach China. Sollte Huang beim Bankett als Vermittler zwischen Wirtschaft und Politik auftreten, dürfte genau dieses Thema erneut zur Sprache kommen.
Für NVIDIA hängt daran ein bislang kaum ausgeschöpftes Umsatzpotenzial in einem der größten KI-Märkte weltweit - lockerere Auflagen könnten hier zusätzliches Wachstum freisetzen, während neue Beschränkungen den Marktzugang weiter einengen würden. Für Anleger bedeutet das vor allem ein politisches Risiko, das unabhängig von der eigentlichen Geschäftsentwicklung für Kursschwankungen sorgen kann.
Ob Huang tatsächlich am Kopfende des Staatsdinners sitzt und welche Zusagen zu Exportfragen dabei möglicherweise fallen, dürfte sich erst rund um das Treffen zwischen Trump und Xi zeigen; eine offizielle Bestätigung von NVIDIA oder dem Weißen Haus steht noch aus.
Benedict Kurschat, Redaktion finanzen.net
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