Sentiment-Umfrage: Institutionelle bullischer für den DAX
Steigende Zuversicht der institutionellen Anleger zeigt die neue Sentiment-Umfrage der Frankfurter Börse.
Verglichen mit der Umfrage zur Mitte vergangener Woche wuchs der Anteil der Optimisten nun um 9 Prozentpunkte auf 48 Prozent. Bei den Privaten ging er allerdings um 2 Punkte auf 42 Prozent zurück. Hier veränderte sich auch das übrige Bild nur wenig: Der Anteil der Bären fiel um 1 Punkt auf 29 Prozent, das neutrale Lager nahm um 3 Prozentpunkte auf 29 Prozent zu.
Bei den Profis schrumpften das Bärenlager dagegen deutlich um 5 Punkte auf 29 Prozent und der neutrale Anteil um 4 Punkte auf 23 Prozent.
Erste Anzeichen für Kontrolldefizit
Der jüngste Optimismus der Institutionellen ist Joachim Goldberg kaum dazu geeignet, größere DAX-Bewegungen auszulösen: "Weder auf dem Weg nach unten in Form von massiven Stop-Loss-Verkäufen der Bullen noch als signifikante Bremse aufgrund etwaiger Gewinnmitnahmen auf dem Weg nach oben", so der Analyst, der die Umfrage für den Börsenbetreiber durchführt und bewertet. Das Handelsgeschehen werde von langfristigen Kapitalströmen beherrscht, meint er. Lokale Akteure zeigten deshalb erste Anzeichen eines Kontrolldefizits.
US-Privatanleger - Stimmung und Exposure divergent
In den USA sind die Privatanleger laut der neuen AAII-Umfrage nun sogar noch weniger bullisch eingestellt. Hier schrumpfte das Bullenlager um 2,1 Prozentpunkte auf nur noch 24,4 Prozent. "Interessanterweise ist die Stimmung jetzt schlechter als im März 2020, aber der Aktienanteil bleibt deutlich höher", kommentiert Robert Rethfeld von Wellenreiter-Invest die Lage. Obwohl sich die Stimmung eingetrübt habe, hielten die US-Privatanleger an ihren Anlagen fest", sagt er mit Blick auf weitere Daten. Am Ende von Bärenmärkten seien die Aktienquoten üblicherweise viel niedriger als aktuell.
Der Anteil der Pessimisten fiel ebenfalls - und zwar um 8,2 Punkte auf 35,5 Prozent. Stattdessen liefen die US-Privatanleger scharenweise ins neutrale Lager, dessen Anteil um 10,3 Punkte auf 40,2 Prozent wuchs.
Von Herbert Rude
FRANKFURT (Dow Jones)