Siemens Energy-Aktie fängt sich nach Kursrutsch: Warum die SpaceX-Turbinenpläne kaum noch belasten
Nach zwei schwachen Handelstagen dreht die Siemens Energy-Aktie ins Plus, während Analysten die SpaceX-Turbinenpläne von Elon Musk relativieren.
Werte in diesem Artikel
- Erholung der Siemens Energy-Aktie nach Kursrutsch der vergangenen Handelstage
- Analysten verschiedener Häuser widersprechen der Angst vor SpaceX-Konkurrenz
- Sparten-Abspaltung sorgt parallel für zusätzlichen Gesprächsstoff
Die Siemens Energy-Aktie erholt sich, nachdem Berichte über SpaceX-Pläne zum Bau eigener Gasturbinen-Komponenten für zwei schwache Handelstage gesorgt hatten. Mehrere Analysten relativieren die Sorge vor einem neuen Wettbewerber und verweisen auf die begrenzte Reichweite der Pläne. Die Aktie notiert am Mittwoch im XETRA-Handel zeitweise um 0,48 Prozent höher bei 141,76 Euro, nachdem es im frühen Handel sogar noch stärker nach oben ging.
SpaceX-Bericht löst Kursrutsch bei Siemens Energy-Aktie aus
Auslöser der Talfahrt war ein Bericht des Technologie-Magazins "The Information" vom Wochenende, wonach Elon Musk zur Stromversorgung eigener Rechenzentren mit SpaceX in den Bau von Komponenten für Gasturbinen einsteigen wolle. Die Nachricht traf Siemens Energy empfindlich: Am Montag verlor die Aktie im XETRA-Handel letztlich 3,08 Prozent auf 142,18 Euro und war damit Schlusslicht im DAX. Am Dienstag weiteten sich die Verluste zunächst aus, die Aktie fiel zeitweise um knapp zwei Prozent auf 139,50 Euro und markierte damit den tiefsten Stand seit Mitte August. Zum Handelsende reduzierte sich der Abschlag jedoch auf 0,77 Prozent bei 141,08 Euro.
Analysten relativieren SpaceX-Konkurrenz
JPMorgan-Analyst Phil Buller erklärte am Dienstag laut dpa-AFX, die Aussagen von Musk deuteten nicht darauf hin, dass SpaceX in den Markt für Gasturbinen als solchen einsteigen wolle. Es gehe lediglich um einzelne, knappe Bauteile, was eher für eine steigende Nachfrage nach Gasturbinen spreche als für eine bereits erreichte Nachfragespitze. Bei Siemens Energy betreffe dies ohnehin nur 10 Prozent der Konzernumsätze, die eigentliche Anlagestory werde an anderer Stelle geschrieben. Buller verwies zudem darauf, dass Musk bereits im Februar die Notwendigkeit angedeutet habe, Komponenten wie Laufschaufeln selbst zu fertigen, da diese einen Engpass in der Gasturbinen-Herstellung für Rechenzentren darstellten. JPMorgan bewertet die Aktie mit Buy und einem Kursziel von 245 Euro.
Jefferies-Analyst Lucas Ferhani wertete die SpaceX-Pläne laut dpa-AFX bereits am Montag als Beleg für eine erhebliche und dauerhafte Stromnachfrage. Eine eigene Turbinenproduktion werde SpaceX wahrscheinlich erst nach Jahren aufbauen können, kurzfristige Preiseffekte seien daher nicht zu erwarten. Jefferies stuft die Aktie ebenfalls als Kauf ein, mit einem Kursziel von 215 Euro. Die Deutsche Bank bestätigte am Dienstag ihre Kaufempfehlung mit einem Kursziel von 210 Euro. Von elf erfassten Analysten empfehlen neun die Aktie zum Kauf, einer rät zu Halten und einer zum Verkauf.
Strukturthema begleitet Siemens Energy
Parallel zum SpaceX-Rauschen bleibt die geplante Abspaltung der Sparte "Transformation of Industry" ein Thema für Investoren. Sie soll die Unternehmensstruktur verbessern und wird laut Berichten intensiv sondiert, mit möglichen Mehrheitsbeteiligungen über 10 Milliarden Euro. Zum Produktportfolio von Siemens Energy zählen neben Gas- und Dampfturbinen auch Generatoren, Transformatoren, Netztechnik sowie über die Tochter Siemens Gamesa Lösungen für die Windenergie.
Ein konkreter Beobachtungspunkt für die kommenden Wochen ist der Fortgang der Gespräche über die mögliche Abspaltung der Sparte Transformation of Industry, deren Volumen bei möglichen Mehrheitsbeteiligungen laut Berichten über 10 Milliarden Euro liegen könnte.
Bettina Schneider, Redaktion finanzen.net
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Bildquellen: Siemens Energy AG, Siemens Energy AG