NVIDIA: Preise für Server sollen laut Bericht um mehr als 15 Prozent steigen
Speicherchips werden knapp und teuer, und das trifft auch Server mit den gefragtesten NVIDIA-Chips. Speicherhersteller gewinnen derweil an Verhandlungsmacht.
Werte in diesem Artikel
- Speicherchip-Engpass treibt offenbar die Kosten für KI-Server nach oben
- Auftragsfertiger sollen Kunden bereits über die höheren Preise informiert haben
- NVIDIA äußerte sich zu dem Bericht zunächst nicht
Große NVIDIA-Kunden müssen laut einem Bericht von Bloomberg News mit Preisaufschlägen von über 15 Prozent für Server mit NVIDIA-KI-Chips rechnen. Grund seien stark steigende Kosten für Speicherchips, die einen wachsenden Anteil an den Gesamtkosten der Systeme ausmachen. Betroffen sind demnach auch Server mit den Flaggschiff-Chips Vera Rubin und Grace Blackwell, die Anfang 2027 ausgeliefert werden sollen.
Auftragsfertiger informieren Kunden über Aufschläge
Einige der größten Kunden von NVIDIA, dem weltgrößten Hersteller von Grafikprozessoren und Systemen für beschleunigtes Computing, wurden laut einem Bericht von Bloomberg News darüber informiert, dass Server mit NVIDIA-KI-Chips in vielen Fällen um mehr als 15 Prozent teurer werden. Reuters berichtete unter Berufung auf Bloomberg News, die Preiserhöhungen griffen bei Systemen, die Anfang 2027 ausgeliefert würden, und beträfen unter anderem Server mit den Flaggschiff-Chips Vera Rubin und Grace Blackwell. Wie stark die Preise steigen, hänge von der jeweiligen NVIDIA-Chipgeneration und der Speicherkonfiguration ab.
Auftragsfertiger, die Server für große Rechenzentrumsbetreiber wie Microsoft, die Alphabet-Tochter Google und Oracle bauen, hätten ihre Kunden bereits über die bevorstehenden Aufschläge informiert. NVIDIA reagierte zunächst nicht auf eine entsprechende Anfrage.
Speicherhersteller gewinnen Verhandlungsmacht
Laut dem Bloomberg-Bericht, über den Investing.com berichtete, hätten die Speicherchiphersteller Samsung Electronics, SK Hynix und Micron Technology durch die Nachfrage nach KI-Infrastruktur beispiellosen Verhandlungsspielraum gewonnen. Die drei Konzerne stellten zusammen den Großteil der weltweiten DRAM-Produktion, und wie effektiv NVIDIAs KI-Beschleuniger arbeiteten, hänge davon ab, mit wie viel DRAM sie kombiniert würden. Auch große Technologiekonzerne wie Apple und QUALCOMM hätten eingeräumt, wegen Chip-Knappheit zu eigenen Preiserhöhungen gezwungen gewesen zu sein.
Bereits im November 2025 hatte das Marktforschungsunternehmen Counterpoint Research laut einem Bericht von Reuters, NVIDIAs Umstieg auf smartphone-typischen LPDDR-Speicher statt DDR5 in KI-Servern könne die Preise für Server-Speicherchips bis Ende 2026 verdoppeln. Die Branche könne eine derart plötzliche Nachfragesteigerung nicht abfedern, hieß es damals. NVIDIA habe dem Fachportal Tom's Hardware zufolge zudem auch die Preise für seine gaming-orientierten PC-Grafikkarten angehoben.
Bloomberg News ordnete die Preiserhöhungen in den breiteren Kontext des KI-Hardware-Booms ein: Die Aufschläge könnten die ohnehin komplexen Ausbaupläne der Branche für Rechenzentren zusätzlich erschweren, da Projektverzögerungen, Arbeitskräftemangel, sich verengende Kapitalmärkte und kommunaler Widerstand gegen neue Rechenzentren bereits für Druck sorgten. NVIDIA weise laut dem Bericht eine Bruttomarge von rund 75 Prozent auf und könne laut Bloomberg News pro Chip zehntausende Dollar verlangen.
Am Mittwoch (26. August 2026) legt NVIDIA die Zahlen zum zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2027 vor, im Anschluss ist eine Telefonkonferenz mit dem Management angesetzt. Dabei dürfte auch zur Sprache kommen, wie das Unternehmen selbst die steigenden Speicherkosten und mögliche Auswirkungen auf Kunden und Marge einordnet.
Evelyn Schmal, Redaktion finanzen.net
Dieser Text dient ausschließlich zu Informationszwecken und stellt keine Anlageempfehlung dar. Die finanzen.net GmbH schließt jegliche Regressansprüche aus.
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