Starker Anstieg bei der Pflegebedürftigkeit in Deutschland


BERLIN (dpa-AFX) - Immer mehr Menschen in Deutschland bekommen Geld von der Pflegeversicherung - vor allem, weil bei den jüngeren Jahrgängen die Zahl der Leistungsbezieher gestiegen ist. Das geht aus einem Bericht hervor, den das Forschungsinstitut IGES für den Spitzenverband der Krankenkassen erstellt hat.

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Demnach ist der Anteil der Pflegebedürftigen an den gesetzlich Versicherten zwischen 2017 und 2024 von 4,6 Prozent auf 7,6 Prozent gestiegen. Im gleichen Zeitraum wuchs der Anteil der Unter-65-Jährigen an den Leistungsbeziehern von 17,5 auf 23,8 Prozent, während der Anteil der älteren Semester leicht sank.

Auch Kinder und Jugendliche beantragen Pflegeleistungen

Bei Kindern und Jugendlichen gibt es mehr Erstanträge und Bewilligungen von Pflegeleistungen. Lag der Anteil der neu pflegebedürftigen Versicherten unter 18 Jahren im Jahr 2018 noch bei 3,9 Prozent, so waren es 2024 schon 6,5 Prozent. Vielfach spielen der Analyse zufolge in dieser Altersgruppe psychische Erkrankungen und Problemlagen die entscheidende Rolle.

Als Ursache für die Zuwächse gilt die Einführung eines neuen Pflegebedürftigkeitsbegriffs im Jahr 2017, aus drei Pflegestufen wurden fünf Pflegegrade. Oliver Blatt vom GKV-Spitzenverband bemängelt, damals habe die Politik den Zugang zur Pflege großzügiger gestaltet als vorgeschlagen. "Gerade in einem solidarischen System müssen wir aber darauf achten, dass diejenigen Hilfe bekommen, die wirklich darauf angewiesen sind, und das System zugleich finanzierbar bleibt", betonte Blatt.

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Im IGES-Bericht heißt es, die "vor allem politisch motivierten Änderungen der Bewertungssystematik" hätten die Zunahme beim Leistungsbezug begünstigt. Deshalb raten die Experten in ihrer Analyse zu einer Umstellung des bisherigen Systems. Erst kürzlich hatte Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) angekündigt, sie wolle bis Mitte Mai Vorschläge für eine Pflegereform vorlegen, um die Finanznot der Pflegekassen zu lindern./ax/DP/jha

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