Steuereinahmen bis 2024 offenbar rund 36 Milliarden Euro unter Plan
FRANKFURT (Dow Jones)--Der deutsche Staat muss laut einem Zeitungsbericht in den nächsten Jahren mit weniger Einnahmen rechnen als bisher geplant. Die Einnahmen bis einschließlich 2024 dürften um 36 Milliarden Euro geringer ausfallen als noch bei der Steuerschätzung im Mai erwartet, schreibt das Handelsblatt unter Berufung auf erste Berechnungen für die laufende Steuer-Interimsschätzung des Arbeitskreises Steuerschätzungen.
Ein Sprecher des Finanzministeriums verwies darauf, dass die Steuerschätzung noch laufe und dass Finanzminister Olaf Scholz am Donnerstag die Ergebnisse präsentieren werde. Zu dem Bericht äußerte er sich nicht.
Wie das Handelsblatt weiter berichtete, dürfte der Staat im kommenden Jahr rund 10 Milliarden Euro weniger einnehmen als bisher veranschlagt. Trotz des Rückgangs liefen die Steuereinnahmen aber besser als gedacht. "Insgesamt geht es ab 2022 wieder leicht bergauf", sei aus Regierungskreisen zu hören. Denn ursächlich für das Minus sind vor allem steuerrechtliche Änderungen wie der Anstieg des Kindergeldes und damit des steuerlichen Kinderfreibetrags. Außerdem gleiche die Bundesregierung Belastungen durch die kalte Progression über eine Verschiebung der Steuersätze aus. Insgesamt belaufe sich das Entlastungsvolumen dieser Maßnahmen bis 2024 auf 42,5 Milliarden Euro.
Im Mai hatten die Steuerschätzer prognostiziert, dass wegen der Corona-Krise bis zum Jahr 2024 rund 315,9 Milliarden Euro weniger in der Staatskasse landen dürften als noch im Oktober 2019 erwartet. Erstmals seit der Finanzkrise im Jahr 2009 würden die Einnahmen im Jahresvergleich sogar sinken. Die Schätzung hatte allerdings nicht die Absenkung der Mehrwertsteuer im zweiten Halbjahr dieses Jahres berücksichtigt.
(Mitarbeit: Ulrike Dauer)
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September 08, 2020 13:36 ET (17:36 GMT)