Tragfähige Ausschüttung?

Pfizer-Aktie: Gewinn bricht um über die Hälfte ein - was das für die Dividende bedeutet


Pfizer-Aktie: Gewinn bricht um über die Hälfte ein - was das für die Dividende bedeutet

Der Nettogewinn von Pfizer ist im ersten Halbjahr 2026 heftig eingebrochen. Was das für die Dividende des Pharmariesen bedeutet.

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  • Milliardenschwere Wertminderungen drücken auf das Ergebnis von Pfizer
  • Bourla bekräftigt Kurs bei der Dividende trotz schwacher Bilanz
  • Analysten bewerten die Aktie weiterhin uneinheitlich
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Pfizer hat im ersten Halbjahr einen deutlichen Gewinnrückgang verbucht, ausgelöst durch milliardenschwere Wertminderungen auf gescheiterte Pipeline-Projekte. Der Pharmakonzern hält dennoch an seiner Dividendenpolitik fest und verweist auf robuste Wachstumsträger im operativen Geschäft. Anleger fragen sich, ob die Ausschüttung angesichts der Ergebnisbelastung auf Dauer tragfähig bleibt.

Wertminderungen reißen Loch in die Bilanz

Pfizer, einer der weltweit größten Pharmakonzerne mit Sitz in New York, wies für die ersten sechs Monate einen GAAP-Nettogewinn von 2,44 Milliarden US-Dollar aus, ein Rückgang von 58 Prozent gegenüber 5,88 Milliarden US-Dollar im Vorjahreszeitraum. Das verwässerte Ergebnis je Aktie sank von 1,03 auf 0,43 US-Dollar. Im zweiten Quartal rutschte der Konzern sogar in einen Nettoverlust von 248 Millionen US-Dollar, während das bereinigte Ergebnis je Aktie mit 0,77 US-Dollar nahezu auf Vorjahresniveau blieb.

Hauptursache waren nicht zahlungswirksame Wertminderungen von insgesamt 4,3 Milliarden US-Dollar auf immaterielle Vermögenswerte. Allein 3,8 Milliarden US-Dollar entfielen auf das gescheiterte Phase-3-Studienprogramm von Sigvotatug Vedotin, weitere 525 Millionen US-Dollar auf das Präparat Oxbryta, nachdem die US-Arzneimittelbehörde FDA keinen tragfähigen Weg zur Rückkehr auf den US-Markt sah. Operativ zeigte sich das Geschäft robuster: Ohne die schwächelnden COVID-19-Produkte Paxlovid und Comirnaty wuchsen die Konzernumsätze im zweiten Quartal operativ um 5 Prozent, getragen unter anderem vom Blutverdünner Eliquis mit einem Quartalsplus von 19 Prozent.

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Pfizer verteidigt die Dividende

CEO Albert Bourla erklärte in der Telefonkonferenz zu den Quartalszahlen, das Unternehmen werde die Dividende beibehalten und nach der Phase auslaufender Patente wieder zu Erhöhungen zurückkehren. Laut Reuters verschiebe sich der Fokus künftig auf kleinere Zukäufe, da für größere Übernahmen in Onkologie und Adipositas bereits investiert worden sei. Pfizer erklärte zudem für das dritte Quartal eine Bardividende von 0,43 US-Dollar je Aktie ausschütten zu wollen, zahlbar am 1. September, die 351. konsekutive Quartalsdividende des Unternehmens.

In den ersten sechs Monaten zahlte Pfizer insgesamt 4,9 Milliarden US-Dollar an Bardividenden aus, Aktienrückkäufe tätigte der Konzern im laufenden Jahr bislang nicht. Eine Analyse von The Motley Fool vom Montag bezifferte den freien Cashflow der vergangenen vier Quartale auf rund 11 Milliarden US-Dollar und damit über den in diesem Zeitraum gezahlten Dividenden von rund 9,8 Milliarden US-Dollar; die Analyse stufe die Ausschüttung auf dieser Basis vorerst als tragfähig ein, warne aber vor Risiken, sollte Pfizer künftig mehr Kapital für Wachstumsinvestitionen zurückhalten müssen. Der Konzern erhöhte parallel den Mittelwert seiner Umsatzprognose 2026 um 500 Millionen US-Dollar auf eine Spanne von 60,5 bis 62,5 Milliarden US-Dollar und bestätigte die Gewinnprognose je Aktie von 2,80 bis 3,00 US-Dollar.

Pfizer-Aktie: Analysten uneinig, Kostenprogramm läuft weiter

Die Einschätzungen zur Pfizer-Aktie fallen an den Finanzmärkten gemischt aus. Barclays-Analystin Emily Field stufte das Papier gestern mit Sell und einem Kursziel von 25 US-Dollar ein, während TD Cowen-Analyst Steve Scala die Bewertung zwei Tage zuvor mit Buy neu aufnahm. CMB-International-Securities-Analystin Jill Wu sieht seit dem 7. August ein Kursziel von 35,75 US-Dollar bei einer Buy-Einstufung, Guggenheim senkte seine Zielmarke am 6. August von 35 auf 31 US-Dollar bei einer Buy-Einstufung. Der Analystenkonsens aus 21 Stimmen liegt laut TipRanks bei Buy mit einem mittleren Kursziel von 28,51 US-Dollar und einer Spanne von 25 bis 35,75 US-Dollar.

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Die Pfizer-Aktie notiert am Freitag an der NYSE zeitweise 0,27 Prozent leichter bei 26,73 US-Dollar.

Ob Pfizer sein Dividendenversprechen langfristig einhalten kann, dürfte sich mit den kommenden Quartalszahlen und der Entwicklung des freien Cashflows zeigen. Investoren dürften zudem genau beobachten, wie sich der Führungswechsel im Finanzvorstand auf die Kapitalallokation auswirkt.

Thomas Zoller, Bettina Schneider, Martina Köhler, Redaktion finanzen.net

Bildquellen: Rob Wilson / Shutterstock.com, Molly Woodward / Shutterstock.com

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Datum Rating Analyst
24.09.26 Pfizer Neutral JP Morgan Chase & Co.
06.08.26 Pfizer Kaufen DZ BANK
05.08.26 Pfizer Hold Joh. Berenberg, Gossler & Co. KG (Berenberg Bank)
05.08.26 Pfizer Buy Jefferies & Company Inc.
04.08.26 Pfizer Neutral JP Morgan Chase & Co.

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