Nato-Gipfel

Aktien von Rheinmetall und Lockheed Martin im Blick: USA und Europa schließen Rüstungskooperationen


Aktien von Rheinmetall und Lockheed Martin im Blick: USA und Europa schließen Rüstungskooperationen

Die USA und europäische Verbündete wollen ihre Fähigkeiten zur Herstellung und Wartung von modernen Lenkflugkörpern gemeinsam ausbauen.

Werte in diesem Artikel
Aktien

470.90 EUR -7.10 EUR -1.49 %

1,109.40 EUR -26.80 EUR -2.36 %

Dazu solle mit Partnern die Produktion von Raketen des Typs AMRAAM ausgeweitet und für PAC3-Lenkflugkörper des Flugabwehrsystems Patriot ein Wartungszentrum in Europa geschaffen werden, sagte der US-Unterstaatssekretär für Beschaffung, Michael P. Duffey, auf dem Rüstungsforum des Nato-Gipfels in Ankara.

Werbung

Seine Regierung sei auch für eine Ausweitung der PAC3-Produktion über die Grenzen der USA hinaus offen, sagte Duffey. In welchem europäischen Land das vereinbarte Wartungszentrum entstehen werde, ist nach seinen Worten noch nicht entschieden. Eine Absichtserklärung dazu unterschrieben Vertreter aus Deutschland, Polen den Niederlanden und Schweden.

Luft-Luft-Raketen mit europäischer Beteiligung

Die AMRAAM (Advanced Medium-Range Air-to-Air Missile) ist ein Luft-Luft-Lenkflugkörper mittlerer Reichweite zur Bekämpfung von Flugzielen. Das Waffensystem ist wie die Patriot-Flugabwehrraketen ein knappes Gut.

"Indem wir unsere gemeinsamen industriellen Stärken bündeln, bauen wir die globale AMRAAM-Lieferbasis aktiv aus, beschleunigen die Produktion und stellen sicher, dass unsere Soldaten weiter den Herausforderungen der modernen Bedrohungslage begegnen können", sagte Duffey. Eine Absichtserklärung für das Projekt unterschrieben Vertreter aus Deutschland, den Niederlanden, Großbritannien, Norwegen, Kanada, Belgien und aus Finnland.

Werbung

Produktion von Boden-Boden-Raketen

Der deutsche Rüstungskonzern Rheinmetall will gemeinsam mit dem US-Hersteller Lockheed Martin Kurzstreckenraketen des Typs ATACMS bauen und unterzeichnete auf dem Rüstungsforum eine Absichtserklärung. Damit solle die erste Koproduktion dieser Raketen in Europa entstehen, teilte Rheinmetall mit.

Rheinmetall-Chef Armin erklärte dazu: "Mit dem Aufbau der ATACMS-Produktion am Rheinmetall-Standort Unterlüß schaffen wir neue Fähigkeiten für Deutschland und Europa, sichern die Versorgung unserer Kunden und stärken unsere verteidigungspolitische Autonomie."

Trump erwägt Verkauf von F-35-Jets an die Türkei

Bei einem möglichen Verkauf von US-Kampfjets vom Typ F-35 an die Türkei sieht Präsident Donald Trump keine Sicherheitsbedenken. Ein solches Geschäft sei "sicher etwas, das wir in Erwägung ziehen", sagte er bei einem Treffen mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan. "Es ist ein großartiges Flugzeug", sagte Trump über den Kampfjet. Eine konkrete Ankündigung zu einem möglichen Verkauf, für den es in den USA gesetzliche Hürden gibt, machte er allerdings nicht.

Werbung

Erdogan sagte, er glaube daran, dass bei dem Gipfel "hoffentlich eine gute Entscheidung" zum Thema F-35 getroffen werde.

F-35-Jets zentraler Streitpunkt in US-Türkei-Beziehung

Die Türkei war ursprünglich Teil eines US-geführten Programms zur Entwicklung der Kampfflugzeuge und sollte diese auch beziehen. Als am Bau der F-35 beteiligter Partner hätte das Nato-Land eigentlich etwa 100 Jets bekommen sollen.

Doch nachdem die Regierung in Ankara vor Jahren das russische Raketenabwehrsystem S-400 erworben hatte, schloss die US-Regierung die Türkei 2019 während Trumps erster Präsidentschaft aus dem Programm aus.

Trump: "Wir werden die Sanktionen aufheben"

Als Reaktion auf den Erwerb des russischen Raketenabwehrsystems belegten die USA zudem das türkische Direktorat der Verteidigungsindustrie (SSB), das dem Amt des türkischen Präsidenten Erdogan unterstellt ist, mit Sanktionen. Diese beinhalteten unter anderem ein Verbot aller US-Exportlizenzen und -genehmigungen für SSB.

Auf eine an Präsident Erdogan gerichtete Frage bezüglich der Sanktionen, sagte Trump: "Wir werden die Sanktionen aufheben". Er arbeite dazu eng mit Außenminister Marco Rubio zusammen. Man wolle keine Freunde sanktionieren. Konkreter - etwa, was den Zeitplan dafür angeht - wurde er allerdings nicht.

Neben den Sanktionen gibt es ohnehin noch andere Hürden für einen möglichen Verkauf von F-35-Jets an die Türkei: Der US-Kongress erließ im Gesetzespaket zum Verteidigungshaushalt 2020 eine Bestimmung, die dem Pentagon eine Lieferung von F-35-Kampfflugzeugen an die Türkei untersagt, solange Ankara im Besitz des S-400-Waffensystems ist.

Trump: Mache mir keine Sorgen

Die USA fürchteten, dass Russland über das empfindliche Radar des S-400-Waffensystems an Daten über die Tarnkappenfähigkeiten der F-35-Jets gelangen könnte. Angesprochen auf diese Gefahr gab sich Trump nun unbeeindruckt. "Ich mache mir überhaupt keine Sorgen um irgendetwas", sagte er und verwies auf die gute Beziehung zwischen den USA und der Türkei. Konkreter antwortete Trump auf die Sicherheitsbedenken nicht.

Im XETRA-Handel fällt die Rheinmetall-Aktie zeitweise 0,78 Prozent auf 1.121,20 Euro. Für die Lockheed Martin-Aktie geht es an der NYSE stellenweise 0,07 Prozent auf 537,64 US-Dollar nach unten.

/cn/DP/jha

ANKARA (dpa-AFX)

Bildquellen: Postmodern Studio / Shutterstock.com, Tobias Arhelger / Shutterstock.com

Aktuelle Rheinmetall Aktie News

Werbung

Rheinmetall Analysen

Um die Übersicht zu verbessern, haben Sie die Möglichkeit, die Analysen für Rheinmetall nach folgenden Kriterien zu filtern.

Alle: Alle Empfehlungen

Buy: Kaufempfehlungen wie z.B. "kaufen" oder "buy"
Hold: Halten-Empfehlungen wie z.B. "halten" oder "neutral"
Sell: Verkaufsempfehlungn wie z.B. "verkaufen" oder "reduce"
DatumRatingAnalyst
11:31 Rheinmetall Buy UBS AG
03.07.26 Rheinmetall Buy Deutsche Bank AG
03.07.26 Rheinmetall Neutral JP Morgan Chase & Co.
03.07.26 Rheinmetall Overweight Barclays Capital
25.06.26 Rheinmetall Buy Warburg Research