VDMA: Stagnation beim Auftragseingang im April

02.06.26 09:59 Uhr

Von Andreas Plecko

DOW JONES--Der deutsche Maschinen- und Anlagenbau hat im April eine spürbare Abkühlung erlebt und unterm Strich ein Nullwachstum verzeichnet. Nach dem starken Vormonat zeigten sich die Unternehmen angesichts geopolitischer Krisen und des Krieges in der Golfregion zwar robust im Auslandsgeschäft, die Inlandsnachfrage blieb jedoch weiterhin schwach. Die gesamten Bestellungen verharrten im Vergleich zum Vorjahresmonat real auf dem Vorjahresniveau, wie der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) mitteilte.

Die Orders aus dem Inland sanken dabei um real 7 Prozent. Für das Ausland errechnete sich dagegen ein Plus von real 4 Prozent. Während die Bestellungen aus den Euro-Ländern um 5 Prozent unter dem Vorjahr lagen, kamen die stärksten Impulse aus den Nicht-Euro-Ländern, die ein Orderplus von 8 Prozent beisteuerten.

VDMA-Chefvolkswirt Johannes Gernandt wies darauf hin, dass dieses Ergebnis durch eine geografische Spreizung und sehr unterschiedliche Entwicklungen in den Kundenbranchen geprägt sei. Zwar profitierten einzelne Bereiche wie die Ausstatter von Rechenzentren von einer Sonderkonjunktur, dies könne die fundamentalen Probleme jedoch nicht überdecken. "Das kompensiert aber nicht die wachsenden Standortprobleme der Industrie, die sich nur mit raschen und tiefgreifenden strukturellen Reformen lösen lassen", erläuterte Gernandt.

Kritik übte Gernandt an der Umsetzung der Wirtschaftspolitik. Es werde noch immer zu viel über Maßnahmen geredet und viel zu wenig gehandelt. "Wir brauchen niedrigere Unternehmenssteuern, einen flexibleren Arbeitsmarkt, echte Kostenentlastung in der Bürokratie und eine Reform der Sozialversicherungssysteme", forderte der Chefvolkswirt.

Durch das starke März-Ergebnis schloss der weniger schwankungsanfällige Dreimonatszeitraum von Februar bis April mit einem Plus von real 5 Prozent ab. In dieser Bilanz legten die Auslandsaufträge um 9 Prozent zu, angetrieben von den Nicht-Euro-Ländern mit einem Plus von 12 Prozent, während die Euro-Länder eine Stagnation aufwiesen. Das Inland verbuchte im Dreimonatszeitraum ein Minus von real 2 Prozent.

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DJG/apo/hab

(END) Dow Jones Newswires

June 02, 2026 04:00 ET (08:00 GMT)

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