Vermögensverwalter-Kolumne

US-Nebenwerte und -Technologieaktien in Rekordlaune


US-Nebenwerte und -Technologieaktien in Rekordlaune

US-amerikanische Techaktien und US-Nebenwerte konnten in den vergangenen Wochen und Monaten ordentlich an Wert zulegen. Die robuste Entwicklung kommt natürlich nicht von ungefähr. Wie es weitergehen könnte und worauf Anleger nun besonders achten sollten.

Werte in diesem Artikel
Indizes

29,321.20 USD -376.68 USD -1.27 %

3,009.80 USD -17.20 USD -0.57 %

Der NASDAQ 100 stürmt von Hoch zu Hoch. Jüngst konnte der US-Technologieindex sogar erstmals die 30.000er-Marke überspringen. Doch mit der Rekordfahrt ist der NASDAQ 100 nicht allein. Auch der Russell 2000 präsentiert sich seit geraumer Zeit in prächtiger Verfassung und dieses schätzen wir auch als gesünder ein. Der bekannte, und dennoch von vielen Anlegern vernachlässigte US-Nebenwerteindex hat mit knapp 3.000 Punkte ebenfalls ein beachtliches Niveau erreicht und findet sich in vielen unserer Vermögensverwaltungslösungen wieder.

Werbung

US-Techaktien profitieren von KI…

Dass Tech- und Nebenwerte trotz eines nach wie vor herausfordernden Umfeldes so stark performen, ist natürlich kein Zufall. Denn viele US-Technologiewerte und zahlreiche US-Nebenwerte aus dem Russell 2000 entwickeln sich zwar nicht "losgelöst" von fundamentalen Herausforderungen, wie etwa dem Iran-Krieg und steigenden Inflationsraten, sie verfügen aber dennoch über eine gewisse Immunität. Und das hat wiederum viel mit ihren Geschäftsbereichen zu tun. So ist ein Haupttreiber der Technologie-Hausse ja die Künstliche Intelligenz (KI), die die Nachfrage nach Halbleitern und Rechenzentren kräftig anschiebt. Iran-Krieg und Inflation spielen da eher eine untergeordnete Rolle.

…und US-Nebenwerte von der Binnennachfrage

Und bei den Nebenwerten ist es vor allem die Stärkung der Inlandsnachfrage, die auf Wunsch von US-Präsident Donald Trump die Wirtschaft nach vorne bringen soll. Auch hier spielen Iran-Krieg und Inflation zumindest keine tragende Rolle. Stattdesseen profitieren die Nebenwerte vor allem von den Handelszöllen der USA, die ausländische Konkurrenzprodukte verteuern, von staatlichen Förderprogrammen wie dem im Jahr 2022 verabschiedeten "Chip Act", das die US-Halbleiterbranche und deren Zulieferer unterstützt, und Steuersenkungen, wie dem 2025 auf den Weg gebrachten One Big Beautiful Bill Act. Letzteres ermöglicht Unternehmen etwa eine schnelle und weitreichende Abschreibung bei der Anschaffung bestimmter Wirtschaftsgüter und dem Bau neuer Produktionsstätten. Davon profitieren vor allem auch klein- und mittelständische Unternehmen, die an der Börse als Small- und Mid-Caps tituliert werden - und sich unter anderem im Russell 2000 wiederfinden.

Die Treiber der Hausse bleiben intakt

Stellt sich die Frage, ob und wie Anleger am Aufwärtstrend von NASDAQ und Russell teilhaben können? Hier ist ein differenzierter Blick notwendig. Grundsätzlich lässt sich sagen, dass beide Indizes weiteres Potenzial bieten, trotz der guten Performance in zurückliegender Zeit. Denn die entscheidenden Faktoren, die die Aktien in den beiden Indizes bislang vorangetrieben haben, sind nach wie vor aktuell. Beim Nasdaq ist das vor allem das Thema KI, dessen Marktdurchdringung ja erst am Anfang steht. Beim Russell ist das vor allem das Thema Stärkung der Binnennachfrage, eines der zentralen Wahlversprechen von Donald Trump. Da seine Umfragewerte derzeit aber eher schlecht sind, stehen womöglich weitere Maßnahmen zur Ankurbelung des Konsums an, was dann vor allem auch wieder den Small- und Mid-Caps helfen würde.

Werbung

Doch Vorsicht: Wo viel Licht, da auch Schatten. Klar ist auch, dass beide Indizes "dank" der guten Performance nicht mehr besonders günstig sind. Der Russell 2000 etwa kommt aktuell auf ein laufendes Kurs-Gewinn-Verhältnis von 20. Historisch liegen wir aber eher im Bereich von rund 15. Die leichte Überbewertung ist kein ausreichendes Argument für eine Korrektur, dennoch ein kleines Warnsignal.

Das sollten Anleger beachten bei US-Nebenwerten und Techaktien beachten

Umgehen könnten Anleger das, indem sie nicht in den ganzen Index investieren, sondern sich gezielt auf die Suche nach "Perlen" zu machen. Und davon gibt es reichlich. Denn es ist vor allem so, dass einige bekanntere Zugpferde die Indizes nach oben gezogen haben. Im Nasdaq sind das unter anderem die KI-Gewinner Nvidia, Microsoft, Apple und die Halbleiterwerte. Nun kommt es also für Anleger darauf an, den Blick zu weiten über die bisherigen Zugpferde hinaus. Nennen wir sie "Nachzügler", "Gewinner der zweiten Reihe" oder ähnlich, am Ende bezeichnen all diese Titulierungen den gleichen Sachverhalt: Stockpicking könnte sich nun besonders lohnen. Doch Stockpicking erfordert eine Menge Zeit, viel "Fachwissen" und im Idealfall ein professionelles Risikomanagement. Das stellt Anleger vor neuen Herausforderungen.

von Dr. Markus C. Zschaber, Gründer der V.M.Z. Vermögensverwaltungsgesellschaft in Köln, www.zschaber.de

Werbung

Diesen und weitere Vermögensverwalter finden Sie auf https://www.v-check.de/ Bitte beachten Sie den Haftungsauschluss

Diesen und weitere Vermögensverwalter mit Ihren Meinungen und Online-Anlagestrategien finden Sie auf https://www.v-check.de/

Der obige Text spiegelt die Meinung des jeweiligen Kolumnisten wider. Die finanzen.net GmbH übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche Regressansprüche aus.

Bildquellen: Roberto Machado Noa/LightRocket via Getty Images

Werbung

NASDAQ 100 Analysen

Um die Übersicht zu verbessern, haben Sie die Möglichkeit, die Analysen für NASDAQ 100 nach folgenden Kriterien zu filtern.

Alle: Alle Empfehlungen

Buy: Kaufempfehlungen wie z.B. "kaufen" oder "buy"
Hold: Halten-Empfehlungen wie z.B. "halten" oder "neutral"
Sell: Verkaufsempfehlungn wie z.B. "verkaufen" oder "reduce"

Keine Analysen gefunden.