SAP-Aktie im Minus: Ist nach der Erholungsrally schon wieder die Luft raus?
Nach einer kräftigen Erholung vom Jahrestief gerät die SAP-Aktie ins Straucheln, während Analysten über die Marge streiten.
Werte in diesem Artikel
- SAP-Aktie kämpft nach starker Erholung mit einer Verschnaufpause an der Börse
- Gewinnwarnung sorgt bei Anlegern für Verunsicherung
- Insiderkäufe des Vorstandschefs setzen ein Gegensignal zum Kursrutsch
Die SAP-Aktie notierte im XETRA-Handel am Dienstag letztlich mit 0,93 Prozent im Minus bei 185,46 Euro. Nach einer kräftigen Erholungsphase seit dem Jahrestief im Juli mehren sich damit die Anzeichen einer Verschnaufpause, ausgelöst durch eine im Rahmen der Quartalszahlen gesenkte Gewinnprognose und kritische Analystenstimmen zur Marge. So war es im Jahrestief bis auf 127,50 Euro nach unten gegangen. Seit diesem Tiefpunkt hat sich das Papier gemessen am gestrigen Schlusskurs wieder knapp 47 Prozent erholt.
Gesenkte Prognose als Belastung für die SAP-Aktie
Auslöser der zeitweiligen Verunsicherung war die am 23. Juli im Rahmen der Zahlen zum zweiten Quartal konkretisierte Prognosekorrektur: SAP, Europas größter Softwarekonzern, rechnet nun für 2026 mit einem Non-IFRS-Betriebsergebnis von 11,8 bis 12,2 Milliarden Euro bei konstanten Währungen, nach zuvor 11,9 bis 12,3 Milliarden Euro. Als Grund nannte der Konzern den verwässernden Effekt aus den im Juli abgeschlossenen Übernahmen von Dremio und Prior Labs, der voraussichtlich mehr als 100 Millionen Euro betragen soll. Beide Zukäufe sollen die Daten- und KI-Strategie des Konzerns stärken, belasten aber kurzfristig die Marge.
Operativ blieb das Bild solide: Der Cloud-Umsatz kletterte im zweiten Quartal auf 6,28 Milliarden Euro, ein Plus von 22 Prozent beziehungsweise 24 Prozent währungsbereinigt, während der Gesamtumsatz auf 9,88 Milliarden Euro stieg. Der Current Cloud Backlog wuchs auf 22,93 Milliarden Euro. Deutlich schwächer entwickelten sich die klassischen Softwarelizenzerlöse, die um 32 Prozent einbrachen und damit den fortschreitenden Umbau des Konzerns zum Cloud-Anbieter unterstreichen.
Analysten uneins über weiteres Potenzial
Der breitere Analystenkonsens fällt mit Stand gemäß TipRanks mehrheitlich positiv aus: Von 14 erfassten Häusern votieren elf für Buy, zwei für Hold und eines für Sell, das mittlere Kursziel liegt bei 196 Euro bei einer Spanne von 164 bis 215 Euro. Morgan Stanley-Analyst Adam Wood bestätigte vor wenigen Tagen eine Buy-Einstufung mit Kursziel 215 Euro, Wells Fargo-Analyst Michael Turrin sah am Mitte August ebenfalls Buy bei einem Kursziel von 210 Euro.
SAP-Aktie vor der Wende? Insiderkäufe und Rückkaufprogramm als Gegensignal
Ein Gegensignal zur Verunsicherung lieferte SAP-Vorstandschef Christian Klein, der laut einer BaFin-Meldung nach der Quartalsvorlage mehrere tausend Aktien. Parallel läuft das im Januar aufgelegte Aktienrückkaufprogramm mit einem Gesamtvolumen von bis zu 10 Milliarden Euro und Laufzeit bis Ende 2027: Zum 30. Juni hatte der Konzern bereits mehr als 16,2 Millionen eigene Aktien zu einem Durchschnittspreis von 161,16 Euro zurückgekauft, ein Volumen von rund 2,6 Milliarden Euro.
Der Konzern plant, die Ergebnisse zum dritten Quartal 2026 am 21. Oktober vorzulegen; bis dahin bleibt die Marge im Fokus der Anleger, ebenso wie die Frage, wie sich die margenmindernden Effekte aus den jüngsten Übernahmen im weiteren Jahresverlauf entwickeln.
Martina Köhler, Benedict Kurschat, Redaktion finanzen.net
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