Wachstumsaktien wie NVIDIA, Micron & SpaceX vor dem Revival? Die Kaufsignale mehren sich
Nach monatelanger Schwäche gegenüber dem breiten Markt mehren sich bei den großen Wachstumswerten wieder die Kaufsignale.
Werte in diesem Artikel
- Nach monatelanger Schwäche zeigen Wachstumsaktien erste Stabilisierungssignale
- Micron-Zahlen Ende September der nächste große Test
- SpaceX ist seit Börsengang im Juni neuer Fixpunkt im Wachstumssegment
Monatelang hinkten Wachstumsaktien dem breiten Markt hinterher, jetzt mehren sich die Signale für eine Wende. Nach Einschätzung von Barron's zeigen Schwergewichte wie NVIDIA und Micron Technology erste Anzeichen einer Erholung gegenüber dem übrigen Markt. Der Auslöser ist kein einzelnes Ereignis, sondern ein Muster: Käufer griffen bereits im Sommer zu, als die relative Schwäche der Wachstumswerte ihren Tiefpunkt erreichte, und diese frühen Käufe haben seither Bestand.
Vom Nachzügler zum Signalgeber
Der breite Wachstumskomplex, angeführt von KI-Größen, Zahlungsdienstleistern und Herstellern von Abnehmspritzen, wuchs zuletzt schneller als der S&P 500 insgesamt, verlor an der Börse zwischenzeitlich aber an Boden gegenüber dem gleichgewichteten Gesamtmarkt. Diese Lücke hat sich seit dem Sommer wieder verengt. Auch an Tagen mit belastenden Nachrichten wie steigenden Ölpreisen und anziehenden Zinsen hielten sich Wachstumswerte zuletzt robuster als der Rest des Marktes, was Marktbeobachter als Zeichen werten, dass der Verkaufsdruck weitgehend ausgelaufen ist.
Aktien von NVIDIA, Micron und SpaceX im Blick
Im Zentrum des Wachstumstrades stehen weiterhin die großen Profiteure der Nachfrage nach künstlicher Intelligenz. NVIDIA bleibt nach Einschätzung von Barron's einer der zentralen Nutznießer der anhaltenden Investitionen in KI-Infrastruktur. Micron Technology profitiert von der Knappheit bei Speicherchips für Rechenzentren: Im dritten Quartal des Geschäftsjahres 2026 wuchs der Umsatz um rund 346 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum auf knapp 42 Milliarden US-Dollar. Neu im Wachstumssegment ist SpaceX: Der Raumfahrt- und Satellitenkonzern ging im Juni zu einem Ausgabepreis von 135 US-Dollar je Aktie an der Nasdaq an die Börse und sammelte dabei rund 75 Milliarden US-Dollar ein, die bislang größte Erstnotiz der Börsengeschichte.
Zumindest kurzfristig hält die These aber nicht stand, im US-Handel gaben die drei Wachstumswerte am Donnerstag überwiegend nach. So schloss NVIDIA mit einem Minus von 2,26 Prozent auf 218,36 US-Dollar, während Micron 4,90 Prozent auf 977,41 US-Dollar verlor. SpaceX-Papiere zogen derweil um 0,43 Prozent auf 148,18 US-Dollar an.
Fed-Kurs unter Warsh bremst Alternativen
Ein Grund für das gestiegene Interesse liegt in der Geldpolitik: Fed-Chef Kevin Warsh zeigt sich bislang nicht eilig, die Zinsen zu senken, was zyklische, stärker vom Konsumklima abhängige Aktien bremst. In einem solchen Umfeld gewinnen Unternehmen mit strukturellem statt konjunkturellem Wachstum an Attraktivität. Die kanadische Großbank Royal Bank of Canada (RBC) sieht laut ihrer Chefstrategin Lori Calvasina den Ergebnisausblick weiterhin klar auf Seiten von Technologie und dem großen Wachstumstrade. Analysten erwarten für die im Wachstumssegment gebündelten Unternehmen bis 2028 im Schnitt ein jährliches Gewinnwachstum von rund 18 Prozent, gegenüber etwa 9 Prozent beim gleichgewichteten S&P 500.
Darauf sollten Anleger jetzt achten
Der nächste konkrete Prüfstein für die These liegt bereits fest: Micron Technology meldet Ende September die Zahlen zum vierten Quartal des Geschäftsjahres. Bestätigt sich der Nachfragetrend bei Speicherchips für KI-Server, dürfte das Signalwirkung für den gesamten Sektor haben, ähnlich wie zuvor bereits die Ergebnisse von NVIDIA als Gradmesser für das Tempo der KI-Investitionen dienten. Fällt der Ausblick dagegen vorsichtiger aus als von Analysten erwartet, könnte das die gerade erst wieder gewonnene Zuversicht in Wachstumswerte rasch dämpfen.
Anleger, die die These im Blick behalten wollen, sollten neben dem Micron-Termin auch die kommenden Aussagen der Fed zur Zinspolitik verfolgen. Solange Warsh keine baldige Lockerung signalisiert, bleibt das strukturelle Wachstumsargument für NVIDIA, Micron und SpaceX der wichtigste Treiber der Erzählung.
Benedict Kurschat, Bettina Schneider, Thomas Zoller, Redaktion finanzen.net
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