HPE-Aktie tief im Minus: Rekordquartal und angehobene Prognose reichen Anlegern nicht aus
Hewlett Packard Enterprise übertrifft die eigene Prognose und hebt den Ausblick an. Doch an der Börse kommt das nicht gut an.
Werte in diesem Artikel
- HPE steigert den Umsatz im dritten Quartal um 34 Prozent
- Ergebnisse liegen über der eigenen Prognose, der Ausblick steigt
- Rekordquartal alleine überzeugt Anleger nicht
Hewlett Packard Enterprise (HPE) steigerte den Umsatz im dritten Quartal des Geschäftsjahres 2026 um 34 Prozent auf 12,2 Milliarden US-Dollar. Auch das bereinigte Ergebnis je Aktie kletterte auf 1,11 US-Dollar und damit über die eigene Ausblicksspanne von 0,88 bis 0,93 US-Dollar. Wie aus der am Mittwochabend veröffentlichten Pressemitteilung des Konzerns hervorgeht, wächst auch der freie Mittelzufluss auf eine Milliarde US-Dollar, ein Plus von 200 Millionen US-Dollar gegenüber dem Vorjahresquartal. Der Markt honoriert die Zahlen dennoch nicht: Im Handel an der NYSE verliert die HPE-Aktie zeitweise 6,79 Prozent und rutscht auf 48,31 US-Dollar ab.
Cloud und Netzwerk liefern das Wachstum
Der Umsatzsprung stützt sich vor allem auf das Geschäft mit Cloud- und KI-Lösungen, das um 25,4 Prozent auf 9,0 Milliarden US-Dollar zugelegt hat, getragen von einem Server-Umsatz von 6,8 Milliarden US-Dollar, ein Plus von 35,3 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal. Die operative Marge des Segments verbesserte sich von 7,0 auf 17,0 Prozent. HPE-Chef Antonio Neri wird in der Mitteilung mit den Worten zitiert, künstliche Intelligenz werde für den Konzern zu einem mehrjährigen Wachstumstreiber, und das differenzierte Portfolio versetze HPE in die Lage, diese Chance in großem Maßstab zu nutzen. Auch die Netzwerksparte wuchs kräftig: Sie legte um 74,9 Prozent auf 2,9 Milliarden US-Dollar zu, angetrieben von einem Anstieg der Routing-Umsätze um 270 Prozent, bei einer nahezu stabilen operativen Marge von 22,0 Prozent.
Prognose für Schlussquartal und Gesamtjahr steigt
Für das laufende vierte Fiskalquartal rechnet HPE laut eigener Prognose mit einem Umsatz zwischen 13,9 und 14,8 Milliarden US-Dollar sowie einem bereinigten Ergebnis je Aktie von 1,20 bis 1,30 US-Dollar. Für das gesamte Geschäftsjahr 2026 hebt der Konzern die Umsatzwachstumsprognose auf 34 bis 37 Prozent an und erwartet nun einen freien Mittelzufluss von mindestens 3,75 Milliarden US-Dollar. CFO Marie Myers verweist in der Mitteilung auf einen Auftragsbestand auf Rekordniveau und kündigt an, im vierten Quartal mindestens 75 Prozent des freien Cashflows an die Aktionäre zurückzugeben.
HPE-Aktie: Wachstumsbremse für 2027 belastet die Stimmung
Der Kursrutsch dürfte weniger an den aktuellen Zahlen liegen als am Ausblick für das kommende Geschäftsjahr: Für 2027 hebt HPE den Wachstumsrahmen zwar ebenfalls an, rechnet aber nur noch mit einem Umsatzplus von 13 bis 17 Prozent, deutlich weniger als die für 2026 in Aussicht gestellten 34 bis 37 Prozent. Auch beim bereinigten Ergebnis je Aktie kalkuliert der Konzern für 2027 mit einem Wachstum von 16 bis 20 Prozent, nachdem die für das laufende Jahr angehobene Spanne bei 3,75 bis 3,85 US-Dollar liegt.
Ob sich die Wachstumsverlangsamung für 2027 tatsächlich so einstellt oder ob HPE die eigene Prognose wie schon im dritten Quartal übertrifft, zeigt sich erst mit den Zahlen zum vierten Fiskalquartal. Bis dahin bleibt die Diskrepanz zwischen starkem Rekordquartal und verhaltenem Ausblick der zentrale Punkt, an dem sich Anleger orientieren.
Bettina Schneider, Benedict Kurschat, Julia Walter, Evelyn Schmal, Redaktion finanzen.net
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