HPE-Aktie springt an: Milliarden-Deal und angehobene Networking-Ziele setzen Signal für Anleger
Am Networking Investor Day kündigte Hewlett Packard Enterprise einen milliardenschweren KI-Auftrag mit Vultr an und schraubte seine Kostensynergien für die Juniper-Integration nach oben.
Werte in diesem Artikel
- Neuer KI-Großauftrag treibt die Aktie kräftig nach oben
- HPE hebt seine Wachstumsziele im Networking-Geschäft deutlich an
- Analysten bleiben trotz einzelner Abstufung mehrheitlich zuversichtlich
Hewlett Packard Enterprise, Anbieter von Server-, Speicher-, Networking- und KI-Infrastrukturlösungen für Unternehmen, hat am Mittwoch für Auftrieb an der Börse gesorgt. Die Aktie legte an der NYSE um 3,89 Prozent auf 63,88 US-Dollar zu, nachdem das Unternehmen einen neuen KI-Systemauftrag mit dem Cloud-Anbieter Vultr bekanntgab und im Rahmen seines Networking Investor Day die Wachstumsziele des Networking-Geschäfts anhob.
Milliardendeal mit Vultr treibt KI-Geschäft
HPE und der Cloud-Infrastrukturanbieter Vultr haben eine Vereinbarung über KI-Systeme im Volumen von 1,2 Milliarden US-Dollar geschlossen, wie HPE am Mittwoch mitteilte. Es handelt sich um den ersten großen Auftrag für das AMD Helios AI Rack aus HPE-Systemen. Jedes Rack integriert 72 AMD Instinct MI455X GPUs, ergänzt um AMD EPYC Venice CPUs, AMD Pensando Vulcano KI NICs und AMD ROCm Software sowie sechs HPE Juniper Networking QFX5252 Scale-up-Ethernet-Switch-Trays, die alle GPUs miteinander verbinden. Die Systeme sollen in US-Rechenzentren von Vultr zum Einsatz kommen.
Vultr-Chef J.J. Kardwell erklärte laut einer Mitteilung von HPE, die Nachfrage nach Hochleistungs-KI-Infrastruktur übersteige weiterhin das verfügbare Angebot und die Zusammenarbeit mit AMD und HPE ermögliche einen schnelleren Einsatz von Helios-Rack-Scale-Compute und Scale-up-Networking bei Kunden. HPE-Chef Antonio Neri sagte laut derselben Mitteilung, KI treibe den größten Infrastrukturausbau der Geschichte voran, gemeinsam mit AMD und Vultr baue HPE eine offene Grundlage für die nächste Phase der KI. Der Auftrag baut auf einer fast dreijährigen Zusammenarbeit zwischen Vultr und Juniper Networks auf, das inzwischen zu HPE gehört.
HPE hebt Networking-Ziele deutlich an
Beim Networking Investor Day in Sunnyvale, Kalifornien, hob HPE seine Prognosen für das Networking-Segment an. Für das Geschäftsjahr 2027 rechnet das Unternehmen mit einem Umsatzwachstum im hohen Zehner- bis niedrigen Zwanzigerprozentbereich, die operative Marge soll im mittleren bis hohen Zwanzigerprozentbereich liegen und bis zum Geschäftsjahr 2029 auf diesem Niveau bleiben. Der Umsatz im Bereich Data Center Networking soll laut HPE bis Geschäftsjahr 2029 mit einer jährlichen Wachstumsrate im niedrigen bis hohen Fünfzigerprozentbereich steigen, der Routing-Umsatz im niedrigen bis hohen Zwanzigerprozentbereich zulegen.
Zugleich erhöhte HPE sein Kostensynergieziel für die Integration von Juniper Networks auf jährliche Einsparungen von 800 Millionen US-Dollar bis Ende des Geschäftsjahres 2028, ein Anstieg von 33 Prozent gegenüber dem bisherigen Ziel von mindestens 600 Millionen US-Dollar. Rami Rahim, Executive Vice President und President of Networking bei HPE, sagte, KI verändere den Technologie-Stack und mache das Netzwerk strategischer.
Analysten sehen weiter Potenzial für die HPE-Aktie
Unter den Analysten überwiegt eine positive Einschätzung: Von 17 Häusern votieren zehn für Buy, sieben für Hold, keines für Sell, das mittlere Kursziel liegt bei 69,53 US-Dollar bei einer Spanne von 54 bis 88 US-Dollar. Raymond-James-Analyst Simon Leopold bestätigte Anfang September seine Buy-Einstufung und hob das Kursziel von 74 auf 86 US-Dollar an, während die Deutsche Bank unter Gianmarco Conti am selben Tag mit Buy und einem Kursziel von 68 US-Dollar votierte, zuvor 62 US-Dollar. UBS-Analyst David Vogt senkte sein Kursziel dagegen auf 59 von zuvor 65 US-Dollar und beließ es bei Hold. Evercore-ISI-Analyst Amit Daryanani hatte die Aktie auf Hold abgestuft.
Als nächsten Termin führt der Kalender den 3. Dezember für die kommenden Quartalszahlen, wobei dieser Termin noch als vorläufig gilt. Die kommenden Quartalszahlen dürften erste Hinweise liefern, wie sich der Vultr-Auftrag in den Umsatzzahlen niederschlägt.
Bettina Schneider, Thomas Zoller, Claudia Stephan, Redaktion finanzen.net
Dieser Text dient ausschließlich zu Informationszwecken und stellt keine Anlageempfehlung dar. Die finanzen.net GmbH schließt jegliche Regressansprüche aus.
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