NEL-Aktie legt zu: Wasserstoffkonzern gewinnt mit Hydrasun europäischen Partner für PEM-Elektrolyseure
NEL richtet seine Fertigung neu aus und lässt seine PEM-Elektrolyseure künftig in Schottland integrieren, doch die für Anleger entscheidende Zahl lässt die Vereinbarung offen.
Werte in diesem Artikel
- NEL gewinnt mit Hydrasun europäischen Integrationspartner für PEM-Systeme
- Stacks kommen weiter aus den USA, integriert wird künftig in Aberdeen
- Konkretes Auftragsvolumen nennt die Rahmenvereinbarung nicht
NEL-Aktie nach Vereinbarung gefragt
Der norwegische Wasserstoffkonzern NEL ASA verschafft sich einen festen Platz in der europäischen Fertigung. Laut einer Unternehmensmitteilung von Donnerstag macht das Unternehmen den schottischen Energiedienstleister Hydrasun mit einer geschlossenen Rahmenvereinbarung zu seinem Integrationspartner für die modularen PEM-Elektrolyseure der MC-Serie. Am Freitag notierte die Aktie in Oslo letztlich bei 2,08 Norwegischen Kronen und damit 0,48 Prozent höher, der große Kurssprung blieb jedoch aus.
NEL lässt künftig in Aberdeen integrieren
Unter der Vereinbarung baut Hydrasun eine eigene Fertigung für die Montage und Integration von NELs containerbasierter PEM-Plattform auf. Das schottische Unternehmen beschafft und fertigt die Peripherie rund um den Elektrolyseur, also alle Systeme jenseits des eigentlichen Zellstapels, und liefert am Ende eine fertig integrierte, modulare Containerlösung. Die Produktion der Stacks selbst bleibt im US-Werk in Wallingford im Bundesstaat Connecticut. Nach Angaben von Hydrasun entsteht in Aberdeen zugleich Schottlands erste Anlage dieser Art. Getragen wird der Vorstoß vom Just Transition Fund der schottischen Regierung, der Dienstleister rechnet mit bis zu zwölf neuen und elf gesicherten Stellen.
Näher am europäischen Markt
Für NEL ergänzt der Partner das bestehende Integrationsnetz in den USA und weitet die Lieferfähigkeit für Europa aus. Der Konzern muss dafür keine eigene Fabrik hochziehen, sondern lehnt sich an die industrielle Basis eines erfahrenen Zulieferers an. Das erhöht nach eigener Darstellung die Flexibilität in der Produktion, stärkt die Widerstandsfähigkeit der Lieferkette und rückt die Fertigung näher an die Wachstumsmärkte. Tushar Ghuwalewala, bei NEL für den Betrieb der PEM-Sparte verantwortlich, begründet den Schritt mit der steigenden Nachfrage nach standardisierten, modularen Systemen. Für ein Unternehmen mit schwacher Aktie zählt jeder Hebel, der Wachstum ohne großen Kapitaleinsatz verspricht.
Rahmenvereinbarung ohne konkretes Volumen
Bei aller strategischen Logik bleibt die Vereinbarung in einem entscheidenden Punkt vage. Ein konkretes Auftragsvolumen, verbindliche Abnahmemengen oder finanzielle Eckdaten nennt die Mitteilung nicht. Für Anleger heißt das, dass der Schritt zunächst ein Signal ist und noch kein gebuchtes Geschäft. Hinzu kommt die Abhängigkeit von öffentlicher Förderung, die der gesamten grünen Wasserstoffbranche eigen ist und die auch dieses Projekt über den Just Transition Fund stützt. Und die Aktie selbst bleibt riskant. Seit Jahresbeginn steht in Oslo ein Minus von gut sieben Prozent zu Buche.
Ob aus der Kooperation tragfähiges Geschäft wird, zeigt sich erst, wenn die Fertigung in Aberdeen steht und Hydrasun die ersten integrierten Systeme ausliefert. Bis dahin bleibt der Schritt ein Baustein in NELs Umbau, dessen Wert sich an konkreten Aufträgen und den nächsten Quartalszahlen messen lassen muss.
Julia Walter, Bettina Schneider, Redaktion finanzen.net
Dieser Text dient ausschließlich zu Informationszwecken und stellt keine Anlageempfehlung dar. Die finanzen.net GmbH schließt jegliche Regressansprüche aus.
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Bildquellen: Postmodern Studio / Shutterstock.com, NEL ASA