Comeback in Sicht?

Plug Power, NEL & Co.: Das bedeutet ein höherer Ölpreis wirklich für Wasserstoff-Aktien


Plug Power, NEL & Co.: Das bedeutet ein höherer Ölpreis wirklich für Wasserstoff-Aktien

Goldmans Ölwarnung sorgt für Gesprächsstoff im Wasserstoff-Sektor. Doch was heißt das wirklich für die Aktien von Plug Power, NEL ASA und Co.?

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Rohstoffe

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  • Goldman Sachs hält im Extremfall bis zu 120 US-Dollar je Barrel für möglich
  • Aktien von Plug Power, NEL ASA, Ballard Power und ITM Power reagieren dabei sehr gemischt
  • Hohe Ölpreise machen Wasserstoff nicht automatisch zum Gewinner
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Erst vor kurzem hat Goldman Sachs seine Ölpreisprognose angehoben und hält einen Anstieg auf bis zu 120 US-Dollar je Barrel im schlimmsten Fall für möglich.
Für Anleger stellt sich damit erneut die Frage, ob teureres Öl den Wasserstoffaktien neuen Schub verleiht, allen voran den vier Branchenvertretern Plug Power, NEL ASA, Ballard Power und ITM Power.

Goldman Sachs schraubt an der Ölpreisprognose

Grund für die Anhebung sind anhaltende Störungen im Nahen Osten, die laut Goldman Sachs bis 2027 andauern könnten. Für Dezember 2026 rechnet die Bank nun mit rund 85 US-Dollar je Barrel Brent, im Risikoszenario mit bis zu 120 US-Dollar. Die US-Energiebehörde EIA blickt in ihrem Kurzfristbericht von gestern deutlich moderater auf die Lage. Für die zweite Jahreshälfte erwartet sie im Schnitt rund 90 US-Dollar, 2027 einen Rückgang auf etwa 74 US-Dollar. Wie unsicher Ölpreisvorhersagen derzeit sind, zeigt schon dieser Abstand zwischen den beiden Einschätzungen, und genau das rückt die alte Frage wieder in den Anlegerfokus, ob Wasserstoffaktien vom teureren Öl profitieren könnten.

Wasserstoff nur eine von mehreren Alternativen

Wie das US-Wirtschaftsportal "The Motley Fool" berichtet, ist die Bilanz von Goldman Sachs bei Ölpreisprognosen zuletzt wenig überzeugend ausgefallen. Im Frühjahr habe die Bank noch 98 US-Dollar für Anfang 2026 und einen Rückgang auf 71 US-Dollar zum Jahresende erwartet, bevor sie ihre Prognose nun komplett umgedreht habe. Anleger sollten Prognosen einzelner Häuser deshalb nicht als Gewissheit werten. Für Plug Power rechnen Analysten laut dem Bericht in diesem Jahr mit einem Umsatzplus von rund 15 Prozent und 2027 mit weiteren 18 Prozent, getrieben von mehr verkauften Wasserstoffsystemen und einer wachsenden Nutzerbasis.

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Der Wechsel zu Wasserstoff sei jedoch alles andere als unkompliziert, mahnt Motley Fool weiter. Während Öl teurer wird, sinken die Kosten für Wind- und Solarenergie parallel weiter, sodass Wasserstoff nur eine von mehreren Alternativen bleibt. Hinzu kommt ein Widerspruch in der Produktion selbst, denn laut einem in dem Bericht zitierten Branchenreport werden mehr als 90 Prozent der Wasserstoffprojekte in den USA weiterhin mit fossilen Energieträgern betrieben. Ein teurerer Ölpreis wirkt damit auf die Produktionskosten von Wasserstoff selbst mit, was den erhofften Vorteil für Aktien wie Plug Power relativiert.

Was ein teurer Ölpreis für Wasserstoffaktien wirklich bedeutet

Die Internationale Energieagentur (IEA) kommt in ihrem aktuellen Wasserstoffbericht zu einem ähnlichen Schluss wie "The Motley Fool". Ein höherer Preis für fossile Energieträger könne die Kostenlücke zwischen emissionsarmem und konventionellem Wasserstoff zwar spürbar verkleinern, doch dafür brauche es nach Einschätzung der Behörde längere Phasen anhaltend hoher Preise und nicht nur kurzfristige Ausschläge. Nur in China rechnet die IEA damit, dass erneuerbarer Wasserstoff bis 2030 kostenwettbewerbsfähig wird, während in Europa und Nordamerika weiterhin ein Kostenaufschlag bestehen bleibt. Die Agentur verweist zudem darauf, dass die Störungen an der Straße von Hormus bereits jetzt vorgelagerte Produkte wie Ammoniak verteuert haben, was zeigt, wie eng Öl- und Wasserstoffmärkte tatsächlich verflochten sind.

Für die vier Branchenwerte ergibt sich daraus ein zweischneidiges Bild. Ein dauerhaft höherer Ölpreis könnte NEL ASA und ITM Power als Elektrolyseuranbietern helfen, weil deren Anlagen unabhängig von fossilen Rohstoffen Wasserstoff erzeugen und damit stärker von einer echten Kostenwende profitieren würden. Bei Plug Power und Ballard Power, deren Geschäft stärker an Brennstoffzellen und bestehende, teils fossil gespeiste Wasserstoffversorgung hängt, wäre der Effekt dagegen gemischter. Ob sich daraus tatsächlich neue Nachfrage ergibt, hängt letztlich davon ab, ob Kunden in der Industrie angesichts der Unsicherheit über die Dauer der Preisspitze überhaupt langfristige Investitionsentscheidungen treffen.

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So reagieren die Aktien von Plug Power, NEL ASA & Co.

Am Donnerstag zeigt sich ein gemischtes Bild mit Blick auf die Kursbewegungen der vier Branchenwerte. In Oslo verharrte NEL ASA letztlich unverändert bei 2,07 NOK, während ITM Power in London hingegen um 6,33 Prozent auf 1,02 Pence sank.
Die Aktien von Ballard Power schlossen im NASDAQ-Handel derweil 5,93 Prozent tiefer bei 2,22 US-Dollar und Plug Power-Titel fielen um 2,76 Prozent auf 2,11 US-Dollar.

Worauf Anleger jetzt achten sollten

Alle vier Wasserstoffwerte bleiben trotz Umsatzfortschritten operativ tief in den roten Zahlen, was sie besonders empfindlich für jede Verschlechterung der Finanzierungslage macht. Kurzfristige Kursausschläge dürften weiterhin stark von Nachrichten rund um den Nahostkonflikt und neuen Wortmeldungen von Analystenhäusern abhängen, weniger von eigenen operativen Fortschritten. Wer die vier Werte im Depot hat oder eine Position erwägt, sollte deshalb weniger auf einzelne Ölpreisprognosen schauen als auf die Frage, ob sich ein wirklich anhaltend hohes Preisniveau einstellt und ob das in den kommenden Quartalszahlen der Unternehmen sichtbare Bestellzuwächse auslöst.

Als nächster konkreter Beobachtungspunkt bietet sich der weitere Verlauf an der Straße von Hormus an, ebenso wie die kommenden Quartalszahlen von Plug Power, NEL ASA, Ballard Power und ITM Power, in denen sich zeigen müsste, ob Auftragseingänge und Preisgestaltung tatsächlich auf einen strukturell teureren Ölmarkt reagieren.

Benedict Kurschat, Evelyn Schmal, Martina Köhler, Thomas Zoller, Redaktion finanzen.net

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Bildquellen: T. Schneider / Shutterstock.com, Pavel Kapysh / Shutterstock.com

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