Werke in Europa

BYD-Aktie unter Druck: Warum Renault offenbar zwei Beteiligungsangeboten eine Absage erteilte


BYD-Aktie unter Druck: Warum Renault offenbar zwei Beteiligungsangeboten eine Absage erteilte

Zweimal soll BYD in den letzten Jahren bei Renault angeklopft haben, um an dessen Werke in Europa zu kommen, und zweimal soll der französische Autobauer abgelehnt haben.

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  • BYD versuchte laut Medienberichten zweimal, sich an Renault zu beteiligen
  • Renault lehnte beide Vorstöße ab, weil BYD offenbar die Kontrolle wollte
  • BYD baut aktuell sein eigenes Werk in Ungarn, um EU-Zölle zu umgehen
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Der chinesische E-Autokonzern BYD ist offenbar in den vergangenen zwei Jahren zweimal mit dem Versuch gescheitert, sich am französischen Autobauer Renault zu beteiligen. Wie die französische Wirtschaftszeitung Les Échos berichtet, bot der chinesische Konzern im Gegenzug für den Zugang zu Renaults europäischen Werken Technologie für Elektroautos und Batterien an. Für Renault ging der Vorschlag jedoch offenbar zu weit. Der Konzern lehnte ab, weil er sich einer Übernahme verweigern, aber offen für Partnerschaften bleiben wollte. Beide Unternehmen haben die Gespräche bislang nicht offiziell bestätigt.

Zwei abgewiesene Anläufe

Der erste Vorstoß von BYD liegt laut dem Bericht rund zwei Jahre zurück, der zweite folgte im Herbst 2025. Renault habe demnach beide Male abgelehnt, weil es den Chinesen um mehr als eine gewöhnliche Kooperation gegangen sei. Ein Insider wird mit dem Satz zitiert, es habe der Wunsch bestanden, die Kontrolle zu übernehmen. Renault verfolgt jedoch seit Jahren den entgegengesetzten Kurs: Der Konzern geht zwar Allianzen ein, etwa mit dem chinesischen Hersteller Geely, hält an seinen europäischen Werken aber selbst fest. Genau darin liegt der Kern der Absage.

Baustelle statt Übernahme: Werk in Ungarn

Während der Versuch bei Renault scheiterte, baut BYD bereits an einer eigenen Produktionsbasis in Europa. Im ungarischen Szeged lief laut electrive Anfang des Jahres die Testproduktion an. Die Investition in den Standort liegt nach Unternehmensangaben bei bis zu 4 Milliarden Euro, die geplante Kapazität bei bis zu 200.000 bis 300.000 Fahrzeugen pro Jahr. Reuters berichtete bereits im Sommer 2025 unter Berufung auf mit der Sache vertraute Personen, dass die Fertigung in Ungarn zunächst deutlich unterhalb dieser Marke bleiben und erst 2027 spürbar zulegen dürfte.

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Zölle treiben die Standortsuche

Der Grund für das Tempo bei einer eigenen europäischen Fertigung liegt in Brüssel. Die EU-Kommission hat gegen BYD einen Ausgleichszoll von 17 Prozent für fünf Jahre verhängt, zusätzlich zum regulären Einfuhrzoll von 10 Prozent auf Fahrzeuge aus China. Wer jedoch in Europa selbst produziert, umgeht beide Abgaben. Ein Einstieg bei Renault hätte diesen Zeitvorteil sofort gebracht, ein eigenes Werk erfordert dagegen Jahre im Aufbau. Die abgelehnten Angebote lesen sich damit auch als Versuch, die Zolllast schneller zu umgehen, als es der organische Weg über Ungarn erlaubt.

An der Börse in Hongkong geriet die BYD-Aktie zuletzt unter Druck und beendete den Donnerstagshandel um 3,79 Prozent tiefer bei 82,60 HKD. Die Renault-Aktie zeigt sich am Donnerstag an der EURONEXT in Paris indes zeitweise 0,55 Prozent leichter bei 25,10 Euro.

Carolin Ludwig, Redaktion finanzen.net

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Bildquellen: Robert Way / Shutterstock.com, Philip Lange / Shutterstock.com

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