ZEW: Jeder dritte Kurzarbeiter hat Angst um seinen Job


MANNHEIM (dpa-AFX) - Die Beschäftigten in Deutschland halten ihre Arbeitsplätze trotz der Corona-Krise nach Angaben der Ökonomen des Mannheimer ZEW großteils für sicher. Unter Kurzarbeitern wächst allerdings die Angst vor dem Jobverlust, wie aus einer am Montag veröffentlichten Untersuchung des Leibniz-Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) hervorgeht. Das ZEW befragt wöchentlich rund 3600 Menschen nach ihrem Leben in Zeiten von Corona.

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In der Gruppe von Beschäftigten in Kurzarbeit hält etwa ein Drittel der Befragten den eigenen Arbeitsplatz für "akut gefährdet". "Das Instrument der Kurzarbeit wird von den Betroffenen längst nicht mehr als zuverlässiger Schutz gegen Arbeitslosigkeit betrachtet", sagte Friedrich Heinemann, Co-Autor der Studie. Noch Pessimistischer sind laut ZEW diejenigen, die bereits ohne Lohn freigestellt wurden. Von ihnen glaube mit 26,9 Prozent nur noch gut jeder Vierte, dass der Arbeitsplatz die Krise überleben werde.

Die große Mehrheit der Arbeitnehmer hält den eigenen Arbeitsplatz den Angaben zufolge jedoch für vergleichsweise sicher: Gaben im Januar noch 92,5 Prozent der Befragten an, ihr Job sei sicher, sind dies jetzt trotz der Schwere der Corona-Krise immer noch 85,1 Prozent.

"Insgesamt deuten die trotz massivem Produktionseinbruch im März/April nur mäßig angestiegenen Sorgen um einen Job-Verlust darauf hin, dass die umfassenden Maßnahmen der Politik zur Bekämpfung der ökonomischen Corona-Folgen Vertrauen genießen", heißt es. Die weitaus meisten Menschen rechneten letztlich nur mit vorübergehenden Problemen für ihr Unternehmen und gingen daher von einem Erhalt des eigenen Arbeitsplatzes aus. "Das wachsende subjektive Arbeitslosigkeits-Risiko bei Kurzarbeit signalisiert jedoch, dass dieses in der 2009-er Krise so erfolgreiche Instrument dieses Mal nicht als Allheilmittel betrachtet wird", schreiben die ZEW-Experten./axa/DP/eas

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