Siemens Energy-Aktie stark: CEO gibt schärfere Renditeziele aus - Was das für Anleger bedeutet
Siemens Energy-Chef Christian Bruch hat offenbar die internen Renditeziele für die Konzernsparten verschärft. Bei Zielverfehlung könnte einzelnen Bereichen sogar die Abspaltung drohen.
Werte in diesem Artikel
- Bruch soll die internen Renditeziele für alle Sparten spürbar angehoben haben
- Bis 2030 soll die Marge auf über 18 Prozent steigen
- Wer die neuen Vorgaben verfehlt, riskiert laut Bericht die Abspaltung
Die Siemens Energy-Aktie notiert am Dienstag im XETRA-Handel zeitweise mit einem Plus von 2,96 Prozent bei 157,16 Euro, nachdem das manager magazin berichtete, dass Vorstandschef Christian Bruch die internen Renditeziele für die Konzernsparten erhöht hat. Sparten, die die neuen Vorgaben dauerhaft verfehlen, riskieren demnach die Trennung, perspektivisch könnten laut dem Bericht zudem zwei Divisionen aus dem Portfolio fallen. Für Anleger ist das ein Signal, dass das Management den eingeschlagenen Kurs der Profitabilitätssteigerung mit härteren Bandagen fortsetzt.
Vorlage neuer Mittelfristziele im November geplant
Laut Insidern, auf die sich das manager magazin beruft, will Bruch im November neue, ambitioniertere Mittelfristziele vorlegen. Die Ergebnismarge vor Sondereffekten, aktuell bis 2028 auf 14 bis 16 Prozent festgelegt, soll bis 2030 auf mehr als 18 Prozent klettern. Wie groß dieser Sprung wäre, zeigt der Vergleich mit der Gegenwart: Für das laufende Geschäftsjahr rechnet Siemens Energy im besten Fall mit einer Gewinnspanne von 12 Prozent, im Vorjahr waren es erst 6 Prozent.
Ein Konzerninsider brachte die Stimmung im Vorstand gegenüber dem manager magazin folgendermaßen auf den Punkt: "Der Vorstand kann vor Kraft gerade kaum laufen". Dabei mahnte er aber zugleich an, dass der bisherige Erfolg nicht allein auf besserem Management beruhe, sondern auch auf günstigen Marktumständen. Sollten diese sich ändern und der globale Bedarf an neuen Gasturbinen zur Stromerzeugung nachlassen, sitze Siemens Energy womöglich auf "unendlichen Überkapazitäten", heißt es weiter.
Sparten unter Bewährungsdruck
Die verschärften Zielvorgaben reihen sich in eine Serie struktureller Eingriffe ein. Schon zuvor hatten Berichte kursiert, wonach Siemens Energy eine Abspaltung der Sparte Transformation of Industry prüft, die zuletzt rund 17.000 Beschäftigte zählte. Parallel dazu sollen Siemens Energy und Siemens Gamesa Renewable Energy künftig unter der neuen Marke Omterra zusammengeführt werden, wodurch Kosten für die Namensrechte im Rahmen der Lizenzvereinbarung mit Siemens eingespart werden. Ein Effekt, den Jefferies als margenrelevant einstuft.
Analysten setzten Kursziele hoch
Mehrere Analysten hoben kürzlich ihre Kursziele für die Siemens-Energy-Aktie an. Die Royal Bank of Canada-Tochter RBC Capital Markets stuft die Aktie aktuell auf Outperform mit einem von 200 Euro auf 210 Euro angehobenen Kursziel ein und die UBS hat ihr Kursziel erst gestern von 175 Euro auf 210 Euro hochgeschraubt. UBS-Analyst Christopher Leonard bekräftigte dabei seine Kaufempfehlung und hob die Schätzungen für das operative Ergebnis (Ebita) bis 2029 um durchschnittlich 11 Prozent an.
Bewertung schon ambitioniert
Die Kehrseite der Wachstumsgeschichte zeigt sich allerdings bei den Kennzahlen. Der Börsenwert von zuletzt rund 140 Milliarden Euro und ein KGV von über 60, laut manager magazin das zweithöchste im DAX, haben schon viel Zuversicht in die künftige Margenentwicklung eingepreist. Ob sich Bruchs neue Mittelfristziele tatsächlich in Zahlen niederschlagen oder der Auftragsbestand irgendwann seinen Zenit erreicht, dürfte damit zur zentralen Frage für die weitere Kursentwicklung werden. Bis zum 5. August 2026, wenn Siemens Energy die Zahlen zum dritten Geschäftsquartal vorlegt, befindet sich der Konzern zudem in der Quiet Period und äußert sich offiziell nicht zum laufenden Geschäft. Dieser Termin dürfte somit zum nächsten Prüfstein werden.
Carolin Ludwig, Thomas Zoller, Bettina Schneider, Redaktion finanzen.net
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Bildquellen: Siemens Energy AG, Siemens Energy AG
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Alle: Alle Empfehlungen
| Datum | Rating | Analyst | |
|---|---|---|---|
| 20.07.26 | Siemens Energy Buy | UBS AG | |
| 15.07.26 | Siemens Energy Overweight | JP Morgan Chase & Co. | |
| 15.07.26 | Siemens Energy Buy | Jefferies & Company Inc. | |
| 14.07.26 | Siemens Energy Overweight | JP Morgan Chase & Co. | |
| 13.07.26 | Siemens Energy Buy | Jefferies & Company Inc. |
