EZB könnte PEPP und APP aufstocken - Agentur


Von Hans Bentzien

FRANKFURT (Dow Jones)--Die Europäische Zentralbank (EZB) könnte bei ihrer Ratssitzung am 10. Dezember laut einer Meldung der Nachrichtenagentur Reuters sowohl ihr Pandemiekaufprogramm PEPP als auch ihr klassischen QE-Programm APP aufstocken. Wie Reuters unter Berufung auf mehrere mit den aktuellen Diskussionen vertraute Personen berichtet, gibt es Widerstand gegen eine alleinige PEPP-Aufstockung, weil dieses Programm den Anreiz für südeuropäische Staaten mindert, EU-Kredite für den digitalen und "grünen" Wandel der Volkswirtschaft aufzunehmen. Der EZB-Rat hatte Ende Oktober wegen der zweiten Corona-Welle eine Lockerung der Geldpolitik im Dezember in Aussicht gestellt.

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Nach Aussage von vier informierten Personen wird derzeit diskutiert, ob die EZB das PEPP oder das APP aufstocken soll. Das PEPP gibt ihr eine große Freiheit bei der Auswahl der anzukaufenden Anleihen. Damit ist es der EZB gelungen, die Finanzierungskosten von Ländern wie Spanien und Portugal deutlich zu senken.

In der Folge seien diese Länder nicht bereit, zweckgebundene "Next-Generation-Kredite" der EU aufzunehmen. Bisher hat sich kein Land um solche Kredite beworben, und Spanien und Portugal haben zu verstehen gegeben, dass es damit keine Eile hat. Einige EZB-Ratsmitglieder befürchten daher, dass diese Länder das billig aufgenommene Geld nicht produktiv einsetzen werden.

Ein Kompromiss könnte nach Angaben der informierten Personen sein, sowohl das PEPP als auch das APP anzuheben, bei dem die EZB Anleihen nach dem Kapitalschlüssel kaufen muss. Eine Verlängerung des PEPP über Juni 2021 wäre aus Sicht einiger Ratsmitglieder nicht mehr angemessen. "Dieses E im PEPP steht da nicht ohne Grund", sagte ein Ratsmitglied unter Verweis auf das Wort Emergency.

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Andere Ratsmitglieder sind allerdings der Meinung, dass sich der Euroraum immer noch in der akuten Pandemiephase befinde und eine Fortführung des PEPP gerechtfertigt sei.

Kontakt zum Autor: hans.bentzien@dowjones.com

DJG/hab/apo

(END) Dow Jones Newswires

November 04, 2020 06:17 ET (11:17 GMT)

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