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US-Dollar vor Todeskreuz: Wie Anleger von einem stärkeren Yen profitieren können


US-Dollar vor Todeskreuz: Wie Anleger von einem stärkeren Yen profitieren können

Beim Dollar-Yen-Kurs zeichnet sich ein Death Cross ab, während der Yen zuletzt deutlich an Stärke gewonnen hat. Das müssen Anleger wissen.

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  • Im Dollar-Yen-Chart zeichnet sich in dieser Woche ein Death Cross ab
  • USA und Japan hatten Ende Juli gemeinsam am Devisenmarkt eingegriffen
  • Historisch lieferte das Signal sehr unterschiedliche Folgebewegungen

Der Dollar-Yen-Kurs notiert am Montag bei 156,94 Yen je US-Dollar und nähert sich einem technischen Warnsignal: Im Chart bahnt sich ein Death Cross an. Das Signal stützt die These, dass der rund 17 Monate lange Aufwärtstrend des US-Dollars gegenüber der japanischen Währung gebrochen sein könnte. Für die Regierung in Washington, die gemeinsam mit Tokio gegen die Yen-Schwäche vorgegangen ist, wäre das eine willkommene Bestätigung.

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Was hinter dem Death Cross steckt

Von einem Death Cross, zu Deutsch Todeskreuz, sprechen Charttechniker, wenn der gleitende 50-Tage-Durchschnitt unter die 200-Tage-Linie fällt. Das Muster gilt als Hinweis darauf, dass aus einer kurzfristigen Schwächephase ein längerfristiger Abwärtstrend werden könnte. Nach Berechnungen von MarketWatch dürfte die Kreuzung bis Ende der kommenden Woche eintreten. Es wäre das erste Death Cross des Währungspaares seit dem 25. März 2025.

Vorausgegangen sind zwei weitere Warnsignale. Am 3. September rutschte der Kurs unter eine Trendlinie, die den Anstieg seit den Tiefs vom April 2025 nachzeichnet. Ein anschließender Erholungsversuch lief genau an diese Linie heran und scheiterte. Der Rückgang vom Freitag bestätigte den Bruch. Zugleich prallte der Kurs an der 200-Tage-Linie ab, die viele Charttechniker als Trennlinie zwischen längerfristigen Auf- und Abwärtstrends betrachten.

Ari Wald, Leiter der technischen Analyse bei Oppenheimer & Co., sieht das Währungspaar nach dem Scheitern an der 200-Tage-Linie anfällig für einen Test der Unterstützung bei 152 Yen, nahe den Tiefs des Jahres 2026. Das schrieb er am Freitag in einem Kommentar an MarketWatch. Das Death Cross passe zu einem breiten Verlust an Dynamik und stärke das Argument für eine Trendwende.

Kein verlässliches Timing-Signal

Die Historie mahnt allerdings zur Vorsicht. Wald selbst betont, dass zwar jeder große Abwärtsschub mit einem Death Cross beginne, aber nicht jedes Death Cross in einen großen Rückgang münde. Nach dem Signal vom März 2025 gab der Dollar-Yen-Kurs noch rund sechs Prozent nach, bevor er etwa einen Monat später seinen Boden fand. Beim vorangegangenen Death Cross vom 9. September 2024 war dagegen schon nach einer Woche und einem weiteren Minus von knapp zwei Prozent Schluss.

Bessent setzt auf den starken Yen

Politisch trifft das Chartbild auf eine klare Linie. Ende Juli hatten die USA gemeinsam mit Japan Yen gekauft, um die Talfahrt der japanischen Währung zu stoppen. Es waren die ersten Yen-Käufe US-amerikanischer Behörden seit drei Jahrzehnten. US-Finanzminister Scott Bessent forderte die Märkte am 8. September bei einer Veranstaltung der Southern Methodist University in Texas offen heraus. Er sei jetzt die Bank, sagte der frühere Hedgefondsmanager, und habe bei Interventionen einen guten Einblick, was die Bank of Japan und die japanische Politik vorhätten.

Am Freitag legte Bessent öffentlich nach und verwies darauf, dass Präsident Donald Trump einen starken Yen für wünschenswert halte. Für eine festere Währung setzt sich auch die Bank of Japan ein. Ausgemacht ist der Erfolg damit nicht. Staatliche Eingriffe in Devisenmärkte sind historisch häufig gescheitert, prominent beim Absturz des britischen Pfunds 1992 und in der Asienkrise Ende der 1990er Jahre. Auch Bessents Versuche, den Anstieg der langfristigen US-Renditen zu bremsen, zeigten bislang wenig Wirkung.

Worauf Devisenanleger jetzt achten

Viele Marktteilnehmer hatten erwartet, dass der Yen nach der Intervention nur kurz Luft bekommt, bevor die Fundamentaldaten den US-Dollar wieder nach oben treiben. Ob diese Rechnung aufgeht, zeigt sich zunächst an der Bestätigung des Death Cross und danach an der Frage, ob der Kurs die von Wald genannte Unterstützung bei 152 Yen ansteuert.

Wie Anleger profitieren können

Anleger können auf unterschiedliche Weise von einem anhaltenden Yen-Aufwärtstrend profitieren. Wer direkt auf den Devisenmarkt setzt, könnte bei einem fallenden Dollar-Yen-Kurs auf einen stärkeren Yen gegenüber dem US-Dollar setzen. Auch Aktien japanischer Unternehmen können bei einer Aufwertung des Yen profitieren, wenn dadurch beispielsweise die Kosten für importierte Rohstoffe und Vorprodukte sinken. Für Anleger in japanische Aktien ist allerdings der Wechselkurseffekt zu beachten: Ein stärkerer Yen kann die in Euro oder US-Dollar umgerechneten Erträge beeinflussen und zugleich die Wettbewerbsposition exportorientierter Unternehmen belasten.

Claudia Stephan, Redaktion finanzen.net

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Bildquellen: inray27 / Shutterstock.com, Nagy Bagoly Arpad / Shutterstock.com

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