Dollar-Schwäche

Darum kann der Euro auf ein Hoch seit März zulegen

02.06.20 17:14 Uhr

Darum kann der Euro auf ein Hoch seit März zulegen | finanzen.net

Der Euro befindet sich weiter im Aufwind.

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Der Eurokurs hat am Dienstag weiter zugelegt und fast die Marke von 1,12 US-Dollar erreicht. In der Spitze kletterte die Gemeinschaftswährung bis auf 1,1196 Dollar und erreichte damit den höchsten Stand seit Mitte März. Zuletzt kostete der Euro 1,1194 Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,1174 (Montag: 1,1116) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,8949 (0,8996) Euro.

Auftrieb erhielt der Euro von einer breit angelegten Dollar-Schwäche, die mit der guten Stimmung an den internationalen Aktienmärkten begründet wurde. Dort weckten unter anderem die schrittweisen Lockerungen der Corona-Beschränkungen Hoffnungen auf eine baldige Konjunkturerholung.

Als Antrieb hinzu kamen die Bemühungen zur konjunkturellen Stabilisierung in der Virus-Krise. Allen voran begrüßen Marktteilnehmer den von der EU-Kommission angepeilten Wiederaufbauplan in Höhe von 750 Milliarden Euro. Positiv aufgenommen wurden auch Initiativen der Bundesregierung. So soll ein milliardenschweres Konjunkturpaket geschnürt werden.

Vor diesem Hintergrund war der US-Dollar als internationale Reservewährung kaum gefragt. Mit Blick auf die weltweit wichtigsten Währungen konnte der Dollar lediglich zum Schweizer Franken und zum japanischen Yen Boden gut machen. Beide Währungen gelten unter Anlegern ebenfalls als sicherer Rückzugsort.

Die Massenunruhen in den USA wegen des Todes eines Afroamerikaners nach einem brutalen Polizeieinsatz haben sich an den Devisenmärkten bisher nicht besonders stark bemerkbar gemacht. Devisenexperte Ulrich Leuchtmann von der Commerzbank gibt dennoch zu bedenken: "Abend für Abend Bilder brennender Städte: Da mag eine notwendige Bedingung dafür, dass eine Währung 'sicherer Hafen' sein kann, verletzt sein." US-Präsident Donald Trump will die Unruhen notfalls mit dem Militär stoppen.

Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,89083 (0,89673) britische Pfund, 120,83 (119,75) japanische Yen und 1,0741 (1,0686) Schweizer Franken fest. Die Feinunze Gold wurde am Nachmittag in London mit 1739 Dollar und damit auf dem Niveau des Vortags gehandelt.

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FRANKFURT (dpa-AFX)

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