Fed erhöht Leitzins

Fed erhöht Leitzins: Was die Zinswende und das CLARITY-Scheitern für Krypto-Anleger bedeuten


Fed erhöht Leitzins: Was die Zinswende und das CLARITY-Scheitern für Krypto-Anleger bedeuten

Erstmals seit 2023 hebt die US-Notenbank den Leitzins an, und Kryptoanleger fragen sich, was das für Bitcoin bedeutet.

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  • Fed hebt Leitzins erstmals seit 2023 an und strafft die Geldpolitik weiter
  • CLARITY Act scheitert im Senat und lässt Regulierungsfrage offen
  • Citigroup kappt Kursziel deutlich, Coinbase-Chef bleibt optimistisch

Die US-Notenbank Fed hat den Leitzins am Mittwoch um 25 Basispunkte auf eine Spanne von 3,75 bis 4,00 Prozent angehoben, die erste Erhöhung seit 2023. Für Bitcoin als weltgrößte Kryptowährung nach Marktkapitalisierung bedeutet der Schritt grundsätzlich höhere Opportunitätskosten gegenüber verzinsten Anlagen, die Reaktion am Markt fiel jedoch verhalten aus.

Zinserhöhung trifft auf ohnehin nervösen Kryptomarkt

Der Offenmarktausschuss der Fed stimmte einstimmig mit 12:0 für die Anhebung. Fed-Chef Kevin Warsh erklärte auf der anschließenden Pressekonferenz, die Inflation bleibe erhöht, der Zinsschritt unterstütze aber eine zeitnähere Rückkehr zum Zwei-Prozent-Ziel der Notenbank. Die Fed hatte den Leitzins seit Dezember 2025 fünfmal in Folge unverändert gelassen, zuvor lag die letzte Erhöhung im Juli 2023 zurück. Es war zugleich der dritte Leitzinsentscheid unter Warsh und der erste, bei dem er die Geldpolitik strafft.

Bereits am Dienstag hatte der US-Senat die für den CLARITY Act nötige Verfahrensabstimmung verfehlt, wodurch das zentrale US-Regulierungsgesetz für digitale Vermögenswerte vorerst auf unbestimmte Zeit verschoben ist. Der gesamte Kryptomarkt geriet dadurch bereits vor der Fed-Entscheidung unter Druck. Trotz des Rückschlags sehen mehrere Vertreter der Kryptobranche weiterhin die Möglichkeit, dass SEC und CFTC auch ohne den CLARITY Act über bestehende Befugnisse weitreichende Krypto-Regulierungen vorantreiben könnten.

Bitcoin & Co. reagieren verhalten

Unmittelbar nach der Fed-Entscheidung zeigte Bitcoin nur eine begrenzte Reaktion und bewegte sich in einer engen Handelsspanne. Höhere Zinsen erhöhen grundsätzlich die Opportunitätskosten für nicht-verzinsliche, spekulative Anlagen wie Bitcoin, dieser Belastungsfaktor wurde jedoch von Warshs Kommentaren zur Inflation überlagert, zumal der Markt bereits mit hoher Wahrscheinlichkeit von einer Anhebung ausgegangen war.

Zuvor hatten große Kryptowerte im Zuge der Turbulenzen um den CLARITY Act zunächst nachgegeben, sich anschließend jedoch wieder leicht erholt. Der Kryptomarkt stand damit binnen weniger Tage unter dem Doppel-Einfluss von zwei Ereignissen, die sowohl die regulatorische als auch die monetäre Rahmenbedingung für Bitcoin und Altcoins betrafen.Ethereum 1,5 Prozent auf 2.448 US-Dollar gewinnt. Für XRP geht es zeitweise um 2,34 Prozent auf 1,29 US-Dollar hoch. Solana zieht um 2,75 Prozent auf 100,93 US-Dollar an.

Was die Zinsanhebung und regulatorische Unsicherheiten für Anleger bedeuten

Für Kryptoanleger treffen zwei Belastungen zugleich auf den Markt. Geldpolitisch erhöht die erste Zinsanhebung seit 2023 die Opportunitätskosten unverzinster Anlagen wie Bitcoin. Regulatorisch verlängert das Scheitern des CLARITY Act die Hängepartie um klare US-Regeln. Dass Bitcoin und die großen Altcoins dennoch nur verhalten reagierten, hat vor allem zwei Gründe: Der Markt hatte die Anhebung weitgehend eingepreist, und Warshs Fokus auf die Inflation überlagerte den Zinsschritt selbst.

Wie wenig gesichert der weitere Weg ist, zeigt die Spanne der Kursziele. Citigroup hat sein Bitcoin-Kursziel in zwei Schritten deutlich auf 82.000 US-Dollar gesenkt, während Coinbase-Chef Armstrong langfristig bis zu 400.000 US-Dollar für möglich hält. Zwischen beiden Polen liegt rund das Fünffache. Für Anleger heißt das weniger, sich auf eines der Szenarien festzulegen, als die Faktoren zu verfolgen, die tatsächlich über die Richtung entscheiden.

Diese Faktoren lassen sich an zwei Fragen festmachen. Ob die Fed im weiteren Jahresverlauf noch einmal an der Zinsschraube dreht, hängt an den kommenden Inflationsdaten; jedes Signal für weitere Straffung erhöht den Druck auf spekulative Anlagen. Und ob die USA zu klaren Kryptoregeln finden, bleibt offen, solange unklar ist, ob der CLARITY Act erneut zur Abstimmung kommt oder ob SEC und CFTC mit eigenen Schritten vorpreschen. An diesen beiden Punkten wird sich ablesen lassen, ob sich das Umfeld für Bitcoin & Co. aufhellt oder weiter belastet bleibt.

Julia Walter, Bettina Schneider, Carolin Ludwig Redaktion finanzen.net

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