Geldpolitik im Fokus

Darum fällt der Euro wieder unter 1,07 US-Dollar


Darum fällt der Euro wieder unter 1,07 US-Dollar

Der Euro ist am Mittwoch im US-Handel unter 1,07 US-Dollar geblieben.

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Zuletzt kostete die Gemeinschaftswährung 1,0683 Dollar. Am Vortag war ein einmonatiger Höchststand von 1,0749 Dollar erreicht worden. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs am Mittwoch auf 1,0656 (Dienstag: 1,0720) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,9384 (0,9328) Euro.

Wurde der Euro am Vortag durch Äußerungen aus den Reihen der Europäischen Zentralbank angetrieben, geriet er zur Wochenmitte aus demselben Grund unter Druck. Hintergrund ist eine Debatte über den richtigen Kurs gegen die hohe Inflation in der Eurozone. Am Montag hatte EZB-Präsidentin Christine Lagarde nach langem Zögern eine erste Zinsanhebung im Juli und ein Ende der Negativzinsen für Spätsommer signalisiert. Das impliziert einen eher vorsichtigen Einstieg in die Straffungsphase. Dieses Vorgehen reicht einigen Notenbankern aber nicht aus. Am deutlichsten wurden bisher die Notenbankchefs von Österreich, den Niederlanden und Lettlands.

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Äußerungen vom Mittwoch deuteten jedoch darauf hin, dass Forderungen nach einem größeren Zinsschritt zum Einstieg in die geldpolitische Wende derzeit wohl keine Mehrheit im Rat der Europäischen Zentralbank finden. EZB-Direktor Fabio Panetta sprach sich für eine graduelle Straffung der Geldpolitik aus. Finnlands Notenbankchef Olli Rehn plädierte für einen kleinen Zinsschritt zum Start. Der Euro gab daraufhin nach.

Der US-Dollar legte zu vielen anderen wichtigen Währungen zu. Die im April schwächer als erwartet gestiegenen Aufträge für langlebige Güter belasteten ihn nur leicht. "Zwar scheint der Schwung nachzulassen und die globalen Wachstumsperspektiven trüben sich wegen des Ukrainekrieges und der gestörten Lieferketten ein, Hinweise auf eine Abschwächung der konjunkturellen Dynamik sind bislang aber nur vereinzelt zu sehen", schreiben Experten der Landesbank Hessen-Thüringen. Die US-Notenbank Fed werde sich durch die Zahlen wohl nicht von ihrem Kurs abbringen lassen, die Leitzinsen weiter zu erhöhen.

Im späten Handel veröffentlichte die Fed ihr Protokoll zur jüngsten Zinssitzung. Die Notenbank stellte darin weitere größere Zinserhöhungsschritte in Aussicht. "Die meisten Teilnehmer waren der Ansicht, dass eine Erhöhung des Zinsniveaus um jeweils 0,50 Prozentpunkte bei den nächsten Sitzungen wahrscheinlich angemessen wäre", hieß es. Die Aussagen bewegten den Euro kaum.

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FRANKFURT (dpa-AFX)

Bildquellen: Winiki / Shutterstock.com, PaulPaladin / Shutterstock.com

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