"Grundrechte" für Krypto: Das fordert Bitcoin-Verfechter Michael Saylor
Michael Saylor fordert fünf grundlegende Rechte für Nutzer digitaler Vermögenswerte und will Bitcoin stärker in das traditionelle Finanzsystem integrieren.
Werte in diesem Artikel
- Saylor fordert fünf grundlegende Rechte für Besitzer digitaler Vermögenswerte
- Banken sollen Bitcoin verwahren und Kredite darauf vergeben können
- Strategy hält nach eigenen Angaben inzwischen 847.666 Bitcoin
Saylor fordert fünf Rechte für digitale Vermögenswerte
Michael Saylor, Executive Chairman des Bitcoin-Unternehmens Strategy, hat sich für eine Art Grundrechtekatalog für digitale Vermögenswerte ausgesprochen. In seinem am 26. September 2026 veröffentlichten Beitrag "Prescriptions for Prosperity in the Digital Economy" auf X fordert er eine „bill of digital rights“ anstelle einer Regulierung, die seiner Ansicht nach vor allem auf Einschränkungen setzt.
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— Michael Saylor (@saylor) September 26, 2026
Die Vorschläge hatte Saylor zuvor beim Freedom Tech DC Summit des Bitcoin Policy Institute mit Conner Brown diskutiert. Konkret nennt Saylor fünf Rechte, die sowohl Privatpersonen als auch Unternehmen zustehen sollten. Sie sollen digitale Vermögenswerte schaffen, ausgeben, selbst oder über einen Dienstleister verwahren, frei übertragen und nutzen können. Unter Nutzung versteht Saylor unter anderem das Bezahlen, Investieren, Erzielen von Erträgen sowie die Aufnahme von Krediten auf Basis digitaler Vermögenswerte. Ergänzt werden sollen diese Rechte nach seinen Vorstellungen durch finanzielle Privatsphäre und einen praktikablen Zugang zu den Märkten. Saylor verbindet seine Forderungen mit dem Ziel, die Kapitalbeschaffung über digitale Token zu vereinfachen. Langfristig hält er eine Digital-Asset-Branche mit einem Volumen von 100 Billionen US-Dollar für möglich.
Bitcoin soll stärker ins Bankensystem integriert werden
Einen Schwerpunkt legt Saylor auf die Rolle von Bitcoin im klassischen Finanzsystem. Banken sollten die Kryptowährung seiner Ansicht nach verwahren und Kredite gegen Bitcoin als Sicherheit vergeben dürfen. Auch Versicherer sollten einen praktikablen regulatorischen Rahmen erhalten, um digitale Vermögenswerte in ihre Bilanzen und Produkte einzubeziehen. Dafür fordert Saylor eine Überprüfung bestehender Bilanzierungs-, Kapital- und Aufsichtsregeln.
Als Beispiel verweist er auf die Vorgaben des Basler Ausschusses für Bankenaufsicht im Rahmen der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ). Für Kryptoassets der Gruppe 2b sieht das Basel Framework ein Risikogewicht von 1.250 Prozent vor. Diese Kategorie umfasst Kryptoassets, die bestimmte Klassifizierungsbedingungen und Kriterien für die Anerkennung von Absicherungsgeschäften nicht erfüllen. Das Regelwerk sieht zudem für das gesamte Engagement einer Bank in Kryptoassets der Gruppe 2 grundsätzlich eine Schwelle von einem Prozent des Kernkapitals und eine Obergrenze von zwei Prozent vor. Saylor fordert, die Behandlung digitaler Vermögenswerte stärker nach dem tatsächlichen Risiko und der jeweiligen Aktivität auszurichten.
Strategy hält 847.666 Bitcoin
Saylors Forderungen treffen unmittelbar auf die Geschäftsstrategie von Strategy. Das börsennotierte Unternehmen hat Bitcoin zu einem zentralen Bestandteil seiner Kapitalstrategie gemacht und zählt zu den größten bekannten Unternehmenshaltern der Kryptowährung. Nach den jüngsten Angaben von Strategy hielt das Unternehmen zum 29. September 2026 insgesamt 847.666 Bitcoin, die gesamten Anschaffungskosten summierten sich inzwischen auf rund 63,95 Milliarden US-Dollar.
Eine konkrete Aussage über Auswirkungen von Saylors jüngstem Vorstoß auf die Strategy-Aktie enthält das Unternehmen nicht. Entsprechend lässt sich aus den vorliegenden Quellen keine belastbare unmittelbare Kurswirkung ableiten.
Jonas Vogt, Redaktion finanzen.net
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