Langfristige Entwicklung

Weder Musk-Aussagen, noch China-Ängste: Das sind die wirklichen Kurstreiber von Bitcoin, Ether & Co.

27.05.21 23:59 Uhr

Weder Musk-Aussagen, noch China-Ängste: Das sind die wirklichen Kurstreiber von Bitcoin, Ether & Co. | finanzen.net

Bei den Kursen von Kryptowährungen ist es ein einziges Auf und Ab. Nicht selten reagieren die Cyberdevisen mit großen Ausschlägen auf vereinzelte Ereignisse. Doch was treibt die Digitalwährungen langfristig an? Eine Studie gibt Aufschluss.

Werte in diesem Artikel
Devisen

47.315,6225 CHF -1.262,0592 CHF -2,60%

51.255,0396 EUR -1.408,0746 EUR -2,67%

44.161,4077 GBP -1.213,7671 GBP -2,67%

9.519.077,4086 JPY -220.289,9256 JPY -2,26%

58.540,3913 USD -1.608,4920 USD -2,67%

1.266,2599 CHF -33,9485 CHF -2,61%

1.371,6865 EUR -37,8708 EUR -2,69%

1.181,8468 GBP -32,6447 GBP -2,69%

254.749,3862 JPY -5.930,1446 JPY -2,27%

1.566,6569 USD -43,2610 USD -2,69%

0,8393 CHF -0,0147 CHF -1,73%

0,9091 EUR -0,0167 EUR -1,80%

0,7833 GBP -0,0144 GBP -1,80%

168,8425 JPY -2,3731 JPY -1,39%

1,0383 USD -0,0191 USD -1,80%

440,2431 CHF -10,9987 CHF -2,44%

476,8970 EUR -12,2947 EUR -2,51%

410,8951 GBP -10,5984 GBP -2,51%

88.569,2338 JPY -1.900,5034 JPY -2,10%

544,6828 USD -14,0448 USD -2,51%

0,1487 CHF 0,0077 CHF 5,44%

0,1611 EUR 0,0082 EUR 5,36%

0,1388 GBP 0,0071 GBP 5,36%

29,9201 JPY 1,6412 JPY 5,80%

• Kryptokurse zeichnen sich durch große Volatilität aus
• Studie untersucht wichtigste Werttreiber der Cyberdevisen
• Je nach Art von Digitalwährung gibt es auch unterschiedliche Treiber

Seit der Erschaffung der Ur-Cyberdevise Bitcoin im Jahr 2008 hat sich einiges getan in Sachen Kryptowährungen. Mittlerweile gibt es neben dem Bitcoin zahlreiche weitere digitale Währungen und auch die zugrundeliegende Blockchain-Technologie hat den Weg in immer Projekte gefunden. Auch die Preise der verschiedenen Cyberdevisen haben sich über die Jahre beachtlich entwickelt. So vermochte es der Bitcoin erst vor Kurzem erstmals über 60.000 US-Dollar zu steigen. Auch die die zweitgrößte Kryptowährung Ether knackte jüngst einen Meilenstein und überstieg erstmals die 4.000-US-Dollar-Marke. Doch trotz dieser Rekordmarken kommt es bei den Digitalwährungen auch immer wieder zu starken Einbrüchen.

Hohe Volatilität bei Kryptokursen

Häufig sind dafür Ereignisse oder Aussagen von Institutionen oder Einzelpersonen. In diesem Zusammenhang muss natürlich Tesla-Chef Elon Musk genannt werden, der durch seine Twitter-Beiträge fast schon regelmäßig für große Schwankungen am Kryptomarkt sorgt. Ein weiterer drastischer Kurseinsturz wurde kürzlich durch die chinesische Zentralbank verursacht, die der Möglichkeit, mit Kryptowährungen Zahlungen zu tätigen, eine deutliche Abfuhr erteilte. Doch sind es tatsächlich solche Ereignisse, die die Preise der Cyberdevisen nach oben und unten beeinflussen, oder gibt es langfristig ganz andere Preistreiber, auf die sich Anleger konzentrieren sollten? Dieser Frage widmete sich jüngst der Krypto-Vermögensverwalter Iconic Holding in einer empirischen Studie zu den "primären Werttreibern der führenden Kryptowährungen", die kürzlich veröffentlicht wurde. Dabei wurden 25 Cyberdevisen untersucht. Die Studienautoren sind Philipp Rosenbach und Robert Richter.

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Verschiedene Treiber für unterschiedliche Coins

Nun ist es so, dass sich die Kryptowährungen teilweise stark voneinander unterscheiden, in ihrem Aufbau, ihrem Nutzen und weiteren Faktoren - dementsprechend spielen auch unterschiedliche Werttreiber eine Rolle. Hier hat die Analyse insgesamt 19 Werttreiber identifiziert, die in fünf verschiedenen sogenannten Clustern zusammengefasst wurden: Finanzielle Faktoren, Entwicklungsstand und -aktivität, Erwähnung in sozialen Netzwerken, die Nutzung sowie die Größe und Ausgereiftheit eines Netzwerks.

Das treibt den Bitcoin an

Die finanzielle Kategorie bezieht sich auf die Transaktionsvolumen sowie die Zu- und Abflüsse an den Börsen, aber auch das Stock-to-Flow-Verhältnis. Dies sind die Hauptwerttreiber des Bitcoins, wobei die künstliche Verknappung durch das Halving den wichtigsten Faktor darstellt. Aber auch die Zahl der aktiven Adressen stellt einen Preistreiber dar, was bedeutet, dass auch eine vermehrte Adaption des Bitcoin zu einem Preisanstieg führen kann. Auch Bitcoin-Forks wie beispielsweise Bitcoin Cash folgen den finanziellen Preistreibern und korrelieren stark mit den Bewegungen des Bitcoins. Ausnahmen stellen hier laut der Analyse Litecoin und Monero dar: "Im Fall von Litecoin und Monero wurde beobachtet, dass GitHub und die Aktivität in sozialen Medien starke bzw. mittlere Werttreiber sind", heißt es hierzu in der Studie.

Ether-Kurs von Netzwerk beeinflusst

Für Ethereum hingegen hat sich insbesondere das Cluster rund um das Netzwerk als preisbewegend erwiesen. So kommt die Studie zu dem Schluss, dass je mehr Anwendungen mithilfe der Ethereum-Blockchain aufgesetzt werden, auch der Wert der Kryptowährung Ether steige. Maßgeblich sei hier die "Anzahl der verifizierten Smart Contracts auf seiner Blockchain". Eine weitere interessante Schlussfolgerung der Analyse zeigt auf, dass Kryptowährungen mit eigener Blockchain wie EOS, Neo oder Polkadot dennoch mit den Preisbewegungen von Ether korrelieren, anstatt von der steigenden Anzahl von DApps-Anwendungen auf ihrer eigenen Blockchain zu profitieren.

Allgemeine Marktstimmung als Faktor

Eine weitere Schlussfolgerung der Analyse zeigt auf, dass Kryptowährungen von Handelsplätzen für Cyberdevisen vermehrt von der allgemeinen Marktstimmung abhängen, lediglich der Binance Coin würde direkt mit den Bewegungen von Ether und Bitcoin korrelieren. Der Huobi-Token hingegen würde hingegen direkt mit den Twitter-Followern der Huobi-Plattform zusammenhängen.

Es zeigt sich also eine große Varianz zwischen den verschiedenen Kryptowährungen und ihren Treibern. Es lohnt sich für Anleger also genau hinzuschauen, welche Kategorie für die jeweilige Digitalwährung am ehesten treffen ist, in die investiert werden soll. Allerdings muss auch bedacht werden, dass es für die Cyberdevisen meist nicht nur einen einzigen Treiber gibt, sondern sich ein Treiber lediglich als etwas stärker als die anderen erweist.

Redaktion finanzen.net

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