Rally voraus?

Bitwise Q3 2026 Report verrät: Warum unter der Oberfläche der nächste Krypto-Bullenmarkt entstehen könnte

24.07.26 03:43 Uhr

Krypto im Krisenmodus? Bitwise Q3 2026 Report sieht Chancen für die nächste Rally bei Bitcoin und Co. | finanzen.net

Trotz schwacher Kurse zeigt der Bitwise Q3 2026 Report: Unter der Oberfläche wächst der Kryptomarkt weiter. Warum genau jetzt das Fundament für den nächsten Aufschwung entstehen könnte.

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  • Kryptomarkt weiter im Bärenmodus
  • Fundamentaldaten entwickeln sich positiv
  • Bitwise sieht Chancen für die nächste Rally

Der Krypto-Markt steckt tief im Winter - doch unter der Oberfläche brodelt es. Laut Bitwise Q3 2026 Report war das zweite Quartal 2026 eines der schwächsten seit Jahren: Der Bitwise 10 Large Cap Crypto Index fiel um 15,4 Prozent, acht der zehn enthaltenen Kryptowerte verzeichneten negative Renditen, und Spot-Bitcoin-ETFs verloren mit 4,9 Milliarden Dollar so viel Kapital wie nie zuvor in einem Quartal. Gleichzeitig gingen laut den Analysten On-Chain-Transaktionsaktivität, Handelsvolumen und DeFi-Vermögenswerte zurück, während die Korrelation zwischen Krypto und Aktien zunahm.

Eisiger Krypto-Winter: Die Stimmung ist auf dem Tiefpunkt

Laut Bitwise Q3 2026 Report handelt es sich bereits um das dritte Quartal in Folge mit negativen Renditen - die längste Verluststrecke seit 2022, als vier Quartale hintereinander im Minus lagen. Bitcoin selbst rutschte im Juni 2026 unter die Marke von 60.000 Dollar und damit rund 52 Prozent unter sein Allzeithoch von Oktober.

Doch nicht alles war negativ: Laut dem Report kletterte das Volumen an Prediction-Markets auf ein Rekordhoch von 43 Milliarden Dollar, während das verwaltete Vermögen tokenisierter Assets in diesem Jahr um 45 Prozent auf 33 Milliarden Dollar zulegte. Auch Krypto-Aktien liefen gut - angetrieben vor allem von KI-nahen Bitcoin-Minern legte der entsprechende Aktienindex um über 30 Prozent zu.

Das Fundament: Warum die Branche heute doppelt so groß ist wie 2022

Der eigentlich spannende Teil des Bitwise Q3 2026 Reports zeigt sich beim Blick auf den Zyklusvergleich. Zwar liegen fast alle Kennzahlen unter ihren Allzeithochs - doch verglichen mit dem Tiefpunkt des letzten Bärenmarktes 2022 zeigt sich ein völlig anderes Bild: Die Transaktionsaktivität auf Ethereum liegt rund 13-mal höher als im zweiten Quartal 2022, das in DeFi gebundene Kapital ist um mehr als 60 Prozent gestiegen, und das Volumen an Stablecoins hat sich nahezu verdoppelt. Nur die Kurse selbst hinken laut den Bitwise-Analysten dieser fundamentalen Entwicklung hinterher.

Auch bei der Nachfrage nach Bitcoin zeigt sich Substanz: US-Börsenprodukte und börsennotierte Unternehmen haben seit dem Start der Spot-ETPs im Januar 2024 zusammen 3,6-mal so viel Bitcoin gekauft, wie im gleichen Zeitraum überhaupt neu geschürft wurde. Zudem entwickelt sich der DeFi-Sektor überraschend robust: Während Bitcoin binnen eines Monats rund 22 Prozent verlor, gab der Bitwise-DeFi-Index nur etwa 4 Prozent nach - ein Signal für eine leise Neubewertung des Sektors, das laut Bitwise am Markt bislang kaum beachtet wird.

Diese Katalysatoren könnten die Wende am Kryptomarkt bringen

Für das dritte Quartal nennt der Bitwise Q3 2026 Report mehrere mögliche Weichenstellungen. Allen voran der CLARITY Act: Das Marktstruktur-Gesetz hat zwar den Bankenausschuss des US-Senats passiert, hängt aber wegen Ethik- und Durchsetzungsfragen fest. Die Wahrscheinlichkeit einer Verabschiedung 2026 wird inzwischen nur noch auf rund 40 Prozent taxiert - ein deutlicher Rückgang gegenüber Mai. Sollte das Gesetz doch noch kommen, könnte dies nach Einschätzung der Analysten den Boden dieses Bärenmarktes markieren.

Zusätzlich rückt mit dem Inkrafttreten des GENIUS Act im Januar 2027 die Regulierung von Stablecoins in den Fokus, deren Marktvolumen seit Herbst stabil bei rund 300 Milliarden Dollar verharrt. Auch die geldpolitische Ausrichtung von Fed-Chef Kevin Warsh, der bislang die Zinsen unverändert ließ, dürfte im dritten Quartal an Klarheit gewinnen und die Risikobereitschaft am Kryptomarkt mitbestimmen.

Der Krypto-Winter könnte damit weniger das Ende des aktuellen Zyklus markieren, sondern vielmehr die Phase sein, in der die Grundlage für den nächsten großen Aufschwung gelegt wird. Ob daraus tatsächlich die nächste Krypto-Rally entsteht, bleibt jedoch abzuwarten

Bettina Schneider, Redaktion finanzen.net

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