ESG-Welt-ETF

Amundi MSCI World Climate Paris Aligned ETF: Der günstigste etablierte Anbieter für nachhaltige Welt-ETFs


Amundi MSCI World Climate Paris Aligned ETF: Der günstigste etablierte Anbieter für nachhaltige Welt-ETFs

ASML wiegt in diesem nachhaltigen Welt-ETF achtmal so schwer wie im klassischen MSCI World. Die Zusammensetzung zeigt, wie ein strenger Nachhaltigkeitsfilter die Landkarte eines Welt-ETFs verändert.

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Das Wichtigste in Kürze:

  • ASML bringt es in diesem Fonds auf 5,85 Prozent Gewicht, im klassischen MSCI World liegt der Anteil dagegen bei unter einem Prozent.
  • Der Fonds wurde erst Anfang 2024 auf den heutigen MSCI World SRI Filtered PAB Index umgestellt.
  • Amundi ist mit diesem und einem weiteren Fonds der günstigste etablierte Anbieter im gesamten Segment nachhaltiger ETFs.

Amundi als günstigster Anbieter im Nachhaltigkeitssegment

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Der Amundi MSCI World SRI Climate Paris Aligned UCITS ETF Acc bildet den MSCI World SRI Filtered PAB Index nach. Ausgangspunkt ist der klassische MSCI World Index mit seinem Anlageuniversum aus 23 Industrieländern. Aus diesem Universum werden gezielt Unternehmen ausgewählt, die im Vergleich zu ihren jeweiligen Branchenkollegen ein überdurchschnittliches Rating in den Bereichen Umwelt, Soziales und Unternehmensführung aufweisen, während Unternehmen mit wesentlichen Umsatzanteilen aus nicht nachhaltigen Geschäftsfeldern ausgeschlossen werden. Zusätzlich muss der Index die EU-Vorgaben für einen sogenannten Paris-Aligned Benchmark erfüllen, was unter anderem eine deutlich geringere Kohlenstoffintensität als der breite Ausgangsindex sowie eine jährliche weitere Absenkung dieser Intensität voraussetzt.

Unter den 20 größten ETFs im ESG-Bereich zählt dieser Fonds gemeinsam mit dem ebenfalls von Amundi angebotenen MSCI World ESG Selection UCITS ETF zu den günstigsten Produkten überhaupt, womit Amundi in diesem Marktsegment als preisgünstigster etablierter Anbieter gelten kann. Nach Fondsvolumen ist der hier vorgestellte Paris-Aligned-Fonds mit 3,1 Milliarden Euro nochmals etwa 1 Milliarde Euro größer als sein ESG-Selection-Pendant. Amundi ist zudem der einzige Anbieter, der den MSCI World SRI Filtered PAB Index überhaupt abbildet, sowohl in einer thesaurierenden als auch einer ausschüttenden Variante, wobei letztere mit deutlich geringerem Fondsvolumen noch nicht annähernd so etabliert ist. Der hier vorgestellte Fonds ist damit die kostengünstigste, fest etablierte Variante in diesem Segment. Der Fonds repliziert seinen Index physisch und vollständig, thesauriert seine Erträge und bildet in seiner heutigen Form erst seit Januar 2024 diesen spezifischen Index ab, auch wenn der Fonds als rechtliche Struktur bereits seit September 2018 existiert.

Was den Fonds von klassischen ESG-Varianten unterscheidet

Während viele klassische ESG-Indizes lediglich eine moderate Verbesserung der Nachhaltigkeitskennzahlen gegenüber dem Ausgangsindex bei möglichst geringer Abweichung der übrigen Eigenschaften anstreben, verlangt ein Paris-Aligned Benchmark zusätzlich eine explizite, regulatorisch vorgegebene Klimapfad-Einhaltung mit jährlich weiter sinkender Kohlenstoffintensität. Für Anleger bedeutet das: Wer diesen Fonds statt einer gewöhnlichen ESG-Variante wählt, setzt bewusst auf eine strengere, konsequentere Klimaausrichtung, muss dafür aber auch eine stärkere Abweichung von der Zusammensetzung eines klassischen Welt-ETFs in Kauf nehmen, wie die folgenden Zahlen zeigen.

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ASML und NVIDIA: Warum sie hier so viel stärker gewichtet sind als im klassischen MSCI World

Größte Position ist mit 5,85 Prozent ASML Holding, der niederländische Hersteller von Lithografie-Anlagen für die Chipfertigung, ohne dessen Maschinen keine moderne Chipfabrik der Welt auskommt. Im klassischen MSCI World liegt das Gewicht von ASML dagegen bei unter einem Prozent, ein Unterschied um mehr als das Achtfache. Der plausibelste Grund dafür liegt darin, dass ASML als reiner Ausrüstungshersteller ohne eigene, emissionsintensive Chipfertigung über eine vergleichsweise geringe Kohlenstoffintensität sowie ein sehr hohes ESG-Rating verfügt, wodurch der Konzern innerhalb des stark ausgedünnten, auf wenige Unternehmen konzentrierten Index-Universums ein überproportionales Gewicht erhält. Auf Platz zwei folgt mit 5,23 Prozent NVIDIA, dessen Marktkapitalisierung im realen Marktvergleich zwar um ein Vielfaches höher liegt als die von ASML, das hier aber dennoch niedriger gewichtet ist. Denn die Gewichtung in diesem Index erfolgt nicht rein nach Marktkapitalisierung, sondern zusätzlich nach dem relativen ESG-Rating der einzelnen Unternehmen erfolgt, wobei ASML in dieser Bewertung noch etwas besser abschneidet als NVIDIA. Auch NVIDIA profitiert dabei von seinem als Chipdesigner ohne eigene Fertigungsanlagen vergleichsweise geringen direkten CO2-Fußabdruck, was seine Aufnahme in den Index überhaupt erst ermöglicht.

Weniger USA, mehr Niederlande und Schweiz: Was der Vergleich zum klassischen MSCI World zeigt

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Der USA-Anteil sinkt von knapp 69 Prozent im klassischen MSCI World auf etwa 61 Prozent in diesem Fonds. Im Gegenzug legen vor allem die Niederlande durch die enorme ASML-Gewichtung von unter 2 Prozent auf 7,7 Prozent zu, während sich der Anteil der Schweiz von 2,7 auf 5,4 Prozent verdoppelt, getragen von mehreren hoch bewerteten Schweizer Pharma- und Konsumgüterkonzernen wie Novartis, die im Vergleich zu ihrer Branche überdurchschnittliche ESG-Ratings aufweisen. Bei den Sektoren zeigt sich ein auf den ersten Blick überraschendes Bild. Technologie liegt mit 38,7 Prozent sogar höher als im klassischen MSCI World mit 34,9 Prozent, getragen von der starken Gewichtung von ASML, NVIDIA sowie den Halbleiterausrüstern Applied Materials und Lam Research. Deutlich zurück fällt dagegen der Anteil nicht-zyklischer Konsumgüter, von 8,6 auf nur noch 4,5 Prozent, weil mehrere große Konsumgüterkonzerne die strengen Kohlenstoff- und ESG-Kriterien dieses Index nicht in gleichem Maße erfüllen wie die genannten Technologie- und Ausrüstungsunternehmen.

Warum eine sinnvolle Renditehistorie erst seit Kurzem existiert

2025 legte der Fonds nur moderat um 1,3 Prozent zu und blieb damit deutlich hinter dem klassischen MSCI World zurück. Im laufenden Jahr liegt der Fonds dagegen mit 13,7 Prozent nahezu gleichauf mit der klassischen Variante. 2025 entwickelten sich einige der hier besonders stark gewichteten Halbleiterausrüster und Technologiezulieferer verhaltener als die breite US-Technologiebranche, während sie im laufenden Jahr von der anhaltenden Nachfrage nach Chipfertigungstechnik im Zuge des KI-Booms überproportional profitierten. Der Fonds entwickelt sich damit besonders stark in Phasen, in denen Chipausrüster wie ASML, Applied Materials und Lam Research gefragt sind, während er in Phasen zurückfällt, in denen breiter gestreute US-Technologiewerte oder andere, hier untergewichtete Branchen den Ton angeben.

Etwas höhere Schwankungsbreite durch die konzentriertere Zusammensetzung

Die Volatilität der vergangenen zwölf Monate liegt bei 13,0 Prozent, etwas höher als die 10,7 Prozent des klassischen MSCI World. Das lässt sich mit der stärkeren Konzentration auf wenige, teils zyklische Halbleiterausrüster erklären, deren Kurse tendenziell stärker schwanken als die breiter gestreute Zusammensetzung eines klassischen Welt-ETFs. Besonders anfällig für stärkere Kursrücksetzer dürfte der Fonds deshalb auch zukünftig in Phasen sein, in denen sich Sorgen um die Investitionsbereitschaft der globalen Chipindustrie breitmachen, wie es auch bei anderen stark halbleiterlastigen Fonds bereits zu beobachten war.

Für welche Strategie sich dieser nachhaltige Welt-ETF eignet

Der Fonds eignet sich für Anleger, die eine besonders strenge, regulatorisch verankerte Klimaausrichtung suchen und dafür bereit sind, eine spürbar andere Zusammensetzung als bei einem klassischen MSCI-World-ETF oder einer gewöhnlichen ESG-Variante zu akzeptieren, insbesondere eine deutlich stärkere Konzentration auf Halbleiterausrüster. Da die aktuelle Indexstrategie erst seit ungefähr zwei Jahren in dieser Form existiert, sollten Anleger die noch junge Historie bei ihrer Erwartungshaltung berücksichtigen. Wer dagegen mit möglichst geringer Abweichung von einem klassischen Welt-ETF zusätzlich ein gutes ESG-Rating erzielen möchte, ist mit einer moderateren ESG-Variante unter Umständen besser bedient.

Daniel Dünn, Redaktion TraderFox (finanzen.net)

Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Aktien-ETFs unterliegen Kursschwankungen, zwischenzeitliche Verluste sind möglich.

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Bildquellen: Rawpixel.com / Shutterstock, SWKStock / Shutterstock.com

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