Amundi MSCI World Swap ETF: Ursprünglich unter der Marke Lyxor aufgelegt, heute unter Amundi, aber immer noch mit dem Preis von 2006
Amundi bietet mittlerweile drei verschiedene Wege zum MSCI World an, dieser ETF ist der älteste und zugleich teuerste davon. Was Lyxor und die synthetische Nachbildung damit zu tun haben.
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Das Wichtigste in Kürze:
- Mit 0,30 Prozent laufenden Kosten pro Jahr ist dieser Fonds unter den größten MSCI-World-ETFs die teuerste Variante, ein direktes Resultat seines Alters und seiner synthetischen Nachbildung.
- Amundi bietet mittlerweile mit dem Prime Global, dem Core MSCI World und diesem Swap-Fonds gleich drei unterschiedliche Wege zum MSCI World an.
- Unter den 33 verfügbaren MSCI-World-ETFs ist dieser Fonds der siebtgrößte, was ihn zu einem der 50 größten ETFs überhaupt macht.
Drei Wege zum MSCI World unter einem Dach: Wie sich dieser Fonds von anderen Amundi-Angeboten unterscheidet
Der Amundi MSCI World Swap II UCITS ETF Dist bildet den MSCI World Index nach, der große und mittelgroße Unternehmen aus 23 Industrieländern bündelt. Amundi bietet inzwischen gleich drei unterschiedliche Varianten an, die diesen oder einen sehr ähnlichen Index abbilden: den besonders günstigen Prime Global, der über den kostengünstigeren Indexanbieter Solactive eine nahezu identische Nachbildung zu nur 0,05 Prozent ermöglicht, den 2024 aufgelegten, physisch replizierenden Core MSCI World zu 0,12 Prozent, sowie diesen hier vorgestellten Fonds, der bereits 2006 unter der Marke Lyxor aufgelegt wurde, bevor Amundi den Anbieter Lyxor übernahm und dessen Fonds unter eigener Marke weiterführte.
Anders als die beiden anderen Varianten bildet dieser Fonds seinen Index synthetisch über ein Swap-Geschäft nach, bei dem ein Bankpartner die Wertentwicklung des Index vertraglich garantiert, statt die enthaltenen Aktien direkt zu kaufen. Bei den Kosten liegt der Fonds mit 0,30 Prozent pro Jahr deshalb deutlich über den beiden jüngeren Amundi-Varianten und ist unter den größten verfügbaren MSCI-World-ETFs insgesamt die teuerste Option. Als einer der ältesten verfügbaren MSCI-World-ETFs stammt er aus einer Zeit, in der synthetische Nachbildung über Swaps die gängige und oft einzige verfügbare Methode war, während sich die Kosten für physische Nachbildung seither deutlich verringert haben. Ältere, bereits etablierte Fonds mit einer treuen Anlegerbasis werden dabei nicht automatisch im Preis an neuere, gezielt auf niedrige Kosten ausgelegte Konkurrenzprodukte angepasst. Mit einem Fondsvolumen von 8,8 Milliarden Euro ist dieser Fonds unter 33 verfügbaren MSCI-World-ETFs zwar nur der siebtgrößte, das reicht damit aber immer noch für einen Platz unter den 50 größten ETFs überhaupt. Der Fonds schüttet seine Erträge jährlich aus.
Warum die Zusammensetzung leicht von anderen MSCI-World-ETFs abweicht
Bei der Zusammensetzung fällt auf, dass der USA-Anteil mit 72,4 Prozent höher liegt als die für einen MSCI-World-ETF sonst üblichen etwa 68 Prozent, während die zehn größten Positionen mit 25,6 Prozent etwas niedriger gewichtet sind als die sonst üblichen knapp 28 Prozent. Da dieser Fonds offiziell denselben MSCI World Index abbildet wie alle anderen hier verglichenen ETFs, gibt es dafür keinen strukturellen, methodischen Grund. Die Erklärung liegt stattdessen im Zeitpunkt der jeweiligen Datenerhebung. Da sich Aktienkurse und damit auch Länder- und Einzelgewichte täglich verändern, führen bereits wenige Tage Unterschied zwischen zwei Datenständen zu kleinen, aber sichtbaren Abweichungen, ohne dass eine dauerhaft andere Gewichtungsregel dahintersteckt. Anleger sollten solche kleinen Abweichungen deshalb eher als Momentaufnahme verstehen.
NVIDIA, Apple und Microsoft: Die Schwergewichte im Fonds
Größte Position ist mit 5,09 Prozent NVIDIA, das zuletzt gemeinsam mit dem Partner Firebird die größte KI-Rechenzentrumsanlage der GUS-Region in Armenien eröffnet hat. Ein weiteres Beispiel für die weltweite Expansion der eigenen KI-Infrastruktur über die etablierten Kernmärkte hinaus. Auf Platz zwei folgt mit 4,68 Prozent Apple, das für September einen eigenen Spielplan für die Übertragung von Major-League-Baseball-Spielen unter dem Format Friday Night Baseball angekündigt hat und damit einen weiteren Baustein im Ausbau des eigenen Streaming- und Dienstleistungsgeschäfts über exklusive Sportrechte liefert. An dritter Stelle steht mit 2,94 Prozent Microsoft, das für sein viertes Geschäftsquartal Ende Juli starke Ergebnisse meldete, getragen von der anhaltenden Stärke seines Cloud- und KI-Geschäfts.
Wann der Fonds stark läuft, und wann mit Rückschlägen zu rechnen ist
2022 verlor der Fonds 12,7 Prozent, ausgelöst durch die schnellen und massiven Leitzinserhöhungen der großen Notenbanken, die besonders hoch bewertete Technologiewerte überproportional trafen. 2023 und 2024 folgten mit 19,7 und 26,7 Prozent zwei starke Jahre, getragen vom aufkommenden KI-Boom, der die Gewinne der größten Technologiekonzerne kräftig antrieb. 2025 fiel die Rendite mit 6,8 Prozent jedoch wieder moderater aus, aber im laufenden Jahr steht dafür bereits wieder ein Plus von 15,8 Prozent zu Buche. Starke Jahre fallen typischerweise in Phasen sinkender oder stabiler Zinsen bei gleichzeitig kräftigem Gewinnwachstum großer Technologiekonzerne, während überraschend restriktive Geldpolitik oder allgemeine Konjunktursorgen zu den größten Risikofaktoren für Rückschläge zählen.
Ausschüttend, aber keine Basis für ein Dividenden-Depot
Der Fonds schüttet seine Erträge zwar aus, die Ausschüttungsrendite lag in den vergangenen vier Jahren aber nur zwischen 1,34 und 2,02 Prozent. Wer gezielt ein passives Einkommen aufbauen möchte, kann diesen Fonds als unterstützendes Element in einem breiteren Depot betrachten, sollte ihn aber nicht als Grundbaustein eines primär auf Dividenden ausgerichteten Portfolios verstehen, dafür eignen sich spezialisierte Dividenden-ETFs deutlich besser.
Warum die Schwankungsbreite zuletzt gesunken ist
Die Volatilität liegt über ein Jahr bei 10,4 Prozent, über drei Jahre bei 12,7 Prozent und über fünf Jahre bei 13,9 Prozent, ein in den vergangenen Jahren rückläufiger Trend. Das lässt sich damit erklären, dass die jüngste Marktphase von einem vergleichsweise geradlinigen, durch anhaltendes KI-getriebenes Gewinnwachstum gestützten Aufwärtstrend geprägt war, während in die länger zurückliegenden Betrachtungszeiträume noch der Zinsschock des Jahres 2022 mit seinen deutlich heftigeren Kursausschlägen einfließt. Die aktuell niedrige Schwankungsbreite ist also kein Dauerzustand, sondern spiegelt vor allem die vergleichsweise ruhige Marktphase der vergangenen Monate wider. Mit heftigeren Rücksetzern, als es die Werte der vergangenen fünf Jahre vermuten lassen, müssen Anleger vor allem dann rechnen, wenn Notenbanken überraschend restriktiv agieren oder es zu einem globalen Wirtschaftsschock kommt. Der maximale Verlust der vergangenen fünf Jahre liegt bei minus 20,2 Prozent und geht auf den Zinsschock 2022 zurück, seit Auflage im Jahr 2006 liegt er dagegen bei minus 53,3 Prozent, ein Wert, der auf die globale Finanzkrise 2008 zurückgeht, die den Fonds nur zwei Jahre nach seiner Auflage besonders hart traf.
Für welche Strategie sich dieser MSCI-World-ETF eignet
Wer sich ausschließlich an der Zusammensetzung und der historischen Wertentwicklung orientiert, findet in diesem Fonds einen soliden, aber nicht mehr besonders kostengünstigen Zugang zum MSCI World Index. Da Amundi selbst mit dem physisch replizierenden Core MSCI World und dem noch günstigeren Prime Global bei praktisch identischer Zusammensetzung deutlich preiswertere Alternativen bereithält, dürfte dieser Fonds vor allem für Anleger relevant sein, die bereits seit Jahren investiert sind und nicht ohne Weiteres umschichten möchten, oder die aus bestimmten Gründen gezielt eine synthetische statt physische Nachbildung bevorzugen. Für einen Neueinstieg spricht bei nahezu identischer Zusammensetzung wenig gegen eine der günstigeren Alternativen desselben Anbieters.
Daniel Dünn, Redaktion TraderFox (finanzen.net)
Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Aktien-ETFs unterliegen Kursschwankungen, zwischenzeitliche Verluste sind möglich.
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