S&P-500-ETF

Vanguard S&P 500 ETF: Größter ausschüttender S&P-500-ETF - Wann sich die ausschüttende Variante wirklich lohnt


Vanguard S&P 500 ETF: Größter ausschüttender S&P-500-ETF - Wann sich die ausschüttende Variante wirklich lohnt

Der größte ausschüttende S&P-500-ETF wird von drei Unternehmen angeführt, die nicht für hohe Dividenden bekannt sind. Wann sich eine ausschüttende Variante bei einem wachstumsorientierten Index lohnt.

Werte in diesem Artikel
Fonds

149.76 USD 0.76 USD 0.01 %

Aktien

298.30 EUR 1.80 EUR 0.61 %

453.15 EUR 15.35 EUR 3.51 %

196.62 EUR -0.22 EUR -0.11 %

ETFs

146.66 USD 0.75 USD 0.01 %

149.76 USD 0.76 USD 0.01 %

Indizes

7,743.41 USD 39.28 USD 0.51 %

Das Wichtigste in Kürze:

  • Unter 34 verfügbaren S&P-500-ETFs ist dieser Fonds der zweitgrößte insgesamt und mit Abstand der größte unter den ausschüttenden Varianten.
  • Die drei größten Positionen NVIDIA, Apple und Microsoft zahlen mit 0,12, 0,34 und 0,72 Prozent nur sehr geringe Dividendenrenditen.
  • Bei den Kosten liegt der Fonds mit 0,07 Prozent am oberen Ende der Preisspanne der etabliertesten S&P-500-ETFs.

Wann sich eine ausschüttende Variante beim S&P 500 überhaupt lohnt

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Der Vanguard S&P 500 UCITS ETF (USD) Distributing bildet den S&P 500 Index nach, der die 500 größten börsennotierten Unternehmen der USA bündelt. Mit einem Fondsvolumen von 46,7 Milliarden Euro ist er der zweitgrößte unter allen 34 verfügbaren S&P-500-ETFs, übertroffen nur vom deutlich größeren iShares Core S&P 500 UCITS ETF. Zugleich ist es mit weitem Abstand der größte ausschüttende ETF auf diesen Index, die nächstgrößte ausschüttende Variante kommt nicht einmal auf die Hälfte seines Fondsvolumens. Bei einem Index wie dem S&P 500, der von wachstumsorientierten Technologiekonzernen dominiert wird, die ihre Gewinne überwiegend reinvestieren statt auszuschütten, lohnt sich die ausschüttende Variante vor allem für Anleger, die regelmäßig über einen Teil ihrer Erträge frei verfügen möchten, etwa um laufende Kosten zu decken, das Geld gezielt anderweitig zu investieren, oder um den eigenen Anlageerfolg greifbarer zu erleben als über einen reinen Kursanstieg.

Da die größten Positionen des Index nur sehr geringe Dividenden zahlen, bleibt auch die Ausschüttung dieses Fonds entsprechend gering. Wer ein nennenswertes passives Einkommen aufbauen möchte, sollte sich davon keine großen Beträge erwarten. Die thesaurierende Variante entfaltet ihre Vorteile dagegen vor allem in der reinen Vermögensaufbauphase ohne Bedarf an laufenden Erträgen, durch die automatische Wiederanlage ohne eigenes Zutun. Zusammensetzung, Rendite und Risiko sind bei beiden Varianten praktisch identisch. Bei den Kosten liegt der Fonds mit 0,07 Prozent pro Jahr am oberen Ende der Preisspanne der etabliertesten S&P-500-ETFs, die sich zwischen 0,03 und 0,09 Prozent bewegt. Der Fonds repliziert seinen Index physisch und vollständig, schüttet vierteljährlich aus und wurde bereits im Mai 2012 aufgelegt.

NVIDIA, Apple und Microsoft: Wachstum statt Dividende

Die zehn größten Positionen vereinen 36,3 Prozent des Fondsvermögens. Größte Position ist mit 7,49 Prozent NVIDIA, das zuletzt seine native Linux-App für das Cloud-Gaming-Angebot GeForce NOW veröffentlicht hat. Ein weiterer Baustein im Ausbau der eigenen Plattform über verschiedene Betriebssysteme hinweg. Auf Platz zwei folgt mit 6,57 Prozent Apple, das am 13. August 2026 sein neues Advanced Manufacturing Center in Houston eröffnet hat, eine 250.000 Quadratfuß große Anlage, die Server für Apple Intelligence und die firmeneigene Cloud-Infrastruktur Private Cloud Compute fertigt und Teil einer insgesamt 600 Milliarden US-Dollar schweren Investitionszusage in die amerikanische Fertigung ist. Auf Platz drei folgt mit 4,28 Prozent Microsoft, das für sein viertes Geschäftsquartal einen Umsatz von rund 90 Milliarden US-Dollar meldete, wobei die Cloud-Plattform Azure um 43 Prozent zulegte und im Geschäftsjahr erstmals einen Jahresumsatz von über 100 Milliarden US-Dollar überschritt. Bei allen drei Unternehmen zeigt sich derselbe Grund für ihre geringe Dividendenrendite von 0,12, 0,34 und 0,72 Prozent: Sie reinvestieren ihre Gewinne konsequent in weiteres Wachstum, etwa in KI-Infrastruktur, eigene Fertigungskapazitäten und den Ausbau der Cloud-Geschäfte, statt sie in Form von Dividenden auszuzahlen.

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Fast die Hälfte Technologie: Was das für Anleger bedeutet

Nach Sektoren führt Technologie mit 45,7 Prozent, fast die Hälfte des gesamten Fonds, deutlich vor Finanzen mit 13,0 Prozent und nicht-zyklischen Konsumgütern mit 8,8 Prozent. Die Wertentwicklung dieses Fonds hängt daher überproportional von der Innovationskraft und den Bewertungen weniger, sehr wertvoller Technologiekonzerne ab, deutlich mehr, als es die 500 im Index enthaltenen Unternehmen einzeln vermuten lassen würden.

Wann der Fonds stark läuft, und wann Vorsicht geboten ist

2022 verlor der Fonds 13,3 Prozent, ausgelöst durch die schnellen und massiven Leitzinserhöhungen der US-Notenbank, die besonders hoch bewertete Technologiewerte überproportional trafen. 2023 und 2024 folgten mit 21,5 und 32,6 Prozent zwei außergewöhnlich starke Jahre, getragen vom aufkommenden KI-Boom. 2025 fiel die Rendite mit 4,0 Prozent erstmal moderater aus, im laufenden Jahr steht aber bereits wieder ein Plus von 16,5 Prozent zu Buche. Starke Jahre fallen typischerweise in Phasen sinkender oder stabiler Zinsen bei gleichzeitig kräftigem Gewinnwachstum großer Technologiekonzerne, während überraschend restriktive Geldpolitik oder allgemeine Konjunktursorgen zu den größten Risikofaktoren für Rückschläge zählen.

Was die Ausschüttung konkret bedeutet

Die Ausschüttungsrendite lag in den vergangenen vier Jahren zwischen 1,01 und 1,51 Prozent, mit einer je Anteil ausgezahlten Summe von 0,99 bis 1,08 Euro. Wie bereits bei den Top-3-Positionen gezeigt, sind die im S&P 500 enthaltenen Unternehmen insgesamt keine Ausschüttungsmaschinen, sondern überwiegend wachstumsorientierte Konzerne. Auffällig ist zudem, dass die Ausschüttungsrendite trotz einer nahezu stabilen absoluten Ausschüttung seit 2023 leicht gesunken ist, ein mathematischer Effekt, der entsteht, wenn der Kurs des Fonds deutlich stärker steigt als die Dividendensumme der enthaltenen Unternehmen. Wer über diesen Fonds gezielt ein passives Einkommen aufbauen möchte, sollte sich also bewusst sein, dass die Beträge im Vergleich zu spezialisierten Dividenden-ETFs überschaubar bleiben.

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Ein moderates, aber nicht vernachlässigbares Risiko

Die Volatilität liegt über ein Jahr bei 12,6 Prozent, über drei Jahre bei 15,9 Prozent und über fünf Jahre bei 17,8 Prozent, etwas höher als bei einem breiten MSCI-World-ETF, was sich mit der reinen US- und Technologiekonzentration erklären lässt. Der maximale Verlust der vergangenen fünf Jahre liegt bei minus 23,8 Prozent, seit Auflage im Jahr 2012 bei minus 33,7 Prozent, ein Wert, der unter anderem den kurzen, aber heftigen Markteinbruch zu Beginn der Corona-Pandemie 2020 sowie den Zinsschock des Jahres 2022 mit einschließt. Für einen auf ein einzelnes Land konzentrierten Aktien-ETF ist dieses Risiko moderat, gegenüber einem klassischen Welt-ETF aber spürbar erhöht.

Für welche Strategie sich dieser ausschüttende S&P-500-ETF eignet

Der Fonds eignet sich für Anleger, die gezielt in die größten US-Unternehmen investieren und dabei auf eine regelmäßige, wenn auch bescheidene Ausschüttung statt automatischer Wiederanlage Wert legen. Wer ausschließlich am reinen Vermögensaufbau ohne laufenden Cashflow interessiert ist, findet mit der thesaurierenden Variante desselben Fonds bei identischer Zusammensetzung eine ebenso passende Alternative. Wegen der hohen Technologiekonzentration und der ausschließlichen Fokussierung auf die USA eignet sich der Fonds nicht als alleiniges Investment, sondern sollte durch andere Regionen und Branchen ergänzt werden.

Daniel Dünn, Redaktion TraderFox (finanzen.net)

Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Aktien-ETFs unterliegen Kursschwankungen, zwischenzeitliche Verluste sind möglich.

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Bildquellen: Vacclav / Shutterstock.com, lenetstan / Shutterstock.com

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