L&G Clean Water ETF: Warum das Wasser-Thema wieder an Fahrt gewinnt
Nach Jahren mit überschaubarer Rendite gewinnt das Thema saubere Wasserinfrastruktur spürbar wieder an Fahrt. Mit der besten Wertentwicklung unter sieben Wettbewerbern rückt dieser Fonds in den Fokus.
Werte in diesem Artikel
Das Wichtigste in Kürze:
- Nach einer Rendite von nur 4,75 Prozent pro Jahr über fünf Jahre steht auf Sicht der vergangenen drei Jahre bereits ein deutlich attraktiveres Plus von 11,3 Prozent pro Jahr zu Buche.
- Unter sieben hierzulande verfügbaren Wasser-ETFs mit teils sehr unterschiedlichen Strategien erzielte dieser Fonds in den vergangenen zwölf Monaten die höchste Rendite.
- Als einziger ETF auf den Solactive Clean Water Index bietet der Fonds einen in dieser Form einzigartigen Zugang zum Thema saubere Wasserinfrastruktur.
| ETF | ISIN | TER | Ausschüttung | Rendite 3 Jahre | Rendite seit Auflage |
|---|---|---|---|---|---|
| L&G Clean Water ETF | IE00BK5BC891 | 0,49 % p.a. | thesaurierend | +37,97 % |
+114,36 % (02.07.2019) |
Warum das Thema saubere Wasserinfrastruktur jetzt wieder an Bedeutung gewinnt
Weltweit nahm die entnommene Süßwassermenge zwischen 2000 und 2021 bereits um rund 14 Prozent zu, während gleichzeitig immer mehr Regionen von spürbarer Wasserknappheit betroffen sind, darunter zuletzt auch Teile Europas und sogar Deutschland, wo Ende 2025 rund 25 Milliarden Tonnen Wasser gegenüber dem üblichen Niveau fehlten. Gleichzeitig ist die bestehende Wasserinfrastruktur in vielen Industrieländern veraltet. Allein die deutsche kommunale Wasserwirtschaft müsste nach einer aktuellen Studie in den kommenden 20 Jahren etwa 800 Mrd. Euro in Erhalt und Anpassung ihrer Infrastruktur investieren. Für 2026 erwarten Branchenbeobachter, dass sich dieser Investitionstrend durch eine für dieses Jahr geplante UN-Wasserkonferenz sowie eine neue EU-Strategie zur Wassereffizienz weiter beschleunigt. Genau diese Kombination aus zunehmender Knappheit, alternder Infrastruktur und wachsendem politischem Rückenwind erklärt, warum das Thema nach einer eher ruhigen Phase nun wieder deutlich stärker in den Fokus von Investoren rückt.
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Warum dieser ETF sich von den meisten Wasser-Konkurrenten unterscheidet
Anders als bei vielen anderen Themen-ETFs, bei denen sich die Konkurrenz vor allem über Preis und Replikationsmethode unterscheidet, verfolgen die sieben hierzulande verfügbaren Wasser-ETFs teils erheblich unterschiedliche Strategien. Der L&G Clean Water UCITS ETF bildet den Solactive Clean Water Index nach und ist der einzige verfügbare ETF, der genau diesen Index abbildet. Erfasst werden etwa 60 Unternehmen weltweit, die aktiv in der internationalen Branche für saubere Wasserversorgung tätig sind, über technologische, digitale, ingenieurtechnische oder versorgungsbezogene Dienstleistungen. Bewusst ausgeschlossen sind dagegen Anbieter von abgefülltem Mineralwasser sowie Unternehmen aus der Kohleförderung. Gewichtet wird dabei gleich über alle enthaltenen Unternehmen hinweg, was erklärt, warum keine einzelne Position den Fonds dominiert. In den vergangenen zwölf Monaten erzielte der Fonds mit 1,7 Prozent die höchste Rendite unter allen sieben Wettbewerbern, die zwischen minus 4,2 und plus 1,6 Prozent lagen, ein Beleg für seine Widerstandsfähigkeit selbst in einer insgesamt eher schwachen Marktphase für das Thema. Bei den Kosten liegt der Fonds mit 0,49 Prozent pro Jahr nur höher als einer noch günstigsterer verfügbarer Anbieter, der im selben Zeitraum allerdings die schwächste Rendite aller sieben Wasser-ETFs lieferte.
Northwest Pipe, Rotork und CECO Environmental: Infrastruktur statt klassischer Wasserversorger
Größte Position ist Northwest Pipe mit 2,7 Prozent, ein US-amerikanischer Hersteller von Stahlrohren für Wassertransport- und Wasserinfrastrukturprojekte, der vom wachsenden Bedarf an neuen und ersetzten Wasserleitungen in alternden Versorgungsnetzen profitiert. Auf Platz zwei folgt mit 2,4 Prozent Rotork, ein britischer Hersteller von Stellantrieben und Ventilsteuerungssystemen, die unter anderem in der Wasser- und Abwasseraufbereitung sowie in der Energiebranche zum Einsatz kommen und für eine präzise, automatisierte Steuerung von Flüssigkeitsströmen sorgen. Ebenfalls mit 2,4 Prozent vertreten ist CECO Environmental, ein Anbieter von Umwelttechnik, der unter anderem Lösungen zur Wasser- und Abwasseraufbereitung sowie zur industriellen Luftreinhaltung liefert. Gemeinsam zeigen diese drei Beispiele, worauf der Fonds setzt: spezialisierte Industrieunternehmen, die die technische Infrastruktur für Wassertransport, -aufbereitung und -steuerung liefern, mit entsprechend unterschiedlichem Wachstumspotenzial je nach Endmarkt.
Geringere US-Abhängigkeit als bei einem klassischen Welt-ETF
Bei der Länderverteilung entfallen 57,5 Prozent auf die USA, deutlich weniger als die für einen klassischen Welt-ETF üblichen fast 70 Prozent. Dafür sind Japan mit 13,9 Prozent und Großbritannien mit 10,7 Prozent deutlich stärker vertreten, ergänzt um die Schweiz mit 7,1 Prozent. Für Anleger bedeutet das eine etwas ausgewogenere geografische Streuung als bei vielen anderen US-lastigen Themen-ETFs.
Was Anleger bei diesem speziellen Themen-ETF beachten sollten
Da der Fonds ausschließlich in ein einzelnes, spezialisiertes Industriethema investiert, bleibt er stärker von einzelnen Auftragszyklen bei Infrastrukturprojekten sowie der Investitionsbereitschaft von Kommunen und Industrieunternehmen abhängig als ein breit gestreuter Welt-ETF. Die Volatilität liegt mit 13,6 Prozent über ein Jahr bis 16,0 Prozent über fünf Jahre etwas erhöht, aber deutlich niedriger als bei vielen anderen spezialisierten Themen-ETFs. Der maximale Kursrückgang der vergangenen fünf Jahre liegt mit minus 20,3 Prozent sogar nahezu auf demselben Niveau wie bei einem klassischen MSCI-World-ETF. Dieser Rückgang ereignete sich im Wesentlichen 2022, als steigende Zinsen kapitalintensive Industrieunternehmen branchenübergreifend belasteten, was auch erklärt, warum die Fünfjahresrendite insgesamt niedriger ausfällt als die der vergangenen drei Jahre.
Für welche Anleger sich dieser Wasser-ETF eignet
Der Fonds eignet sich für Anleger, die gezielt am wachsenden Investitionsbedarf rund um saubere Wasserinfrastruktur teilhaben möchten, getragen von zunehmender Wasserknappheit, alternder Infrastruktur und wachsendem politischem Rückenwind, und die dabei bewusst auf spezialisierte Industrieunternehmen statt klassische Wasserversorger setzen möchten. Sollte sich der frühere Aufwärtstrend nach der aktuellen Verschnaufpause fortsetzen, könnte sich für Anleger, die von den langfristigen Potenzialen dieses Themas überzeugt sind, aktuell ein interessanter Einstiegszeitpunkt ergeben. Wegen der Konzentration auf ein einzelnes, spezialisiertes Industriethema eignet sich der Fonds nicht als Grundbaustein, sondern als gezielte Beimischung mit langem Anlagehorizont.
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Daniel Dünn, Redaktion TraderFox (finanzen.net)
Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Aktien-ETFs unterliegen Kursschwankungen, zwischenzeitliche Verluste sind möglich.
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