Globaler Mischfonds

UniRak: Wie ein 47 Jahre alter Mischfonds Risiko und Rendite austariert und wo er zuletzt zurückfiel


UniRak: Wie ein 47 Jahre alter Mischfonds Risiko und Rendite austariert und wo er zuletzt zurückfiel

Seit 1979 verwaltet dieser Mischfonds fast 6 Milliarden Euro nach einer klaren Aufteilung zwischen Aktien und Anleihen, doch zuletzt blieb er deutlich hinter seinem eigenen Vergleichsmaßstab zurück.

Werte in diesem Artikel
Fonds

159.52 EUR -0.10 EUR 0.00 %

Aktien

301.55 EUR 0.55 EUR 0.18 %

298.30 EUR 1.80 EUR 0.61 %

196.62 EUR -0.22 EUR -0.11 %

Das Wichtigste in Kürze:

  • Fast 6 Milliarden Euro Vermögen und eine fast 47 Jahre lange Historie. Trotzdem zeigt der Blick auf die vergangenen fünf Jahre eine Lücke zum eigenen Vergleichsmaßstab, die von Zeitraum zu Zeitraum unterschiedlich groß ausfällt.
  • Drei US-Technologiewerte führen das Aktienportfolio an und ihre jüngsten Quartalszahlen erklären, warum gerade sie an der Spitze stehen.
  • Ein hausinterner Risikowert und ein europaweit einheitlicher Risikoindikator kommen für denselben Fonds zu unterschiedlichen Einstufungen.

Was der Fonds ist und wie er seit 1979 investiert

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Der UniRak von Union Investment ist ein globaler Mischfonds, der am 15. Januar 1979 aufgelegt wurde und damit zu den am längsten am Markt etablierten Mischfonds überhaupt zählt. Das Fondsvermögen wird überwiegend in internationale Aktien sowie in weltweite, auf Euro lautende Anleihen investiert, wobei mindestens 52 Prozent auf Aktien und mindestens 28 Prozent auf Euro-Anleihen entfallen müssen, bis zu 20 Prozent dürfen in Geldmarktinstrumente oder Bankguthaben fließen. Langfristig strebt das Fondsmanagement von Union Investment Management GmbH eine Aufteilung von rund zwei Dritteln Aktien und einem Drittel Anleihen an. Die Anlagestrategie orientiert sich an einem Vergleichsmaßstab aus 65 Prozent MSCI AC World Index und 35 Prozent ICE BofA EMU Large Cap Investment Grade Index, dessen Wertentwicklung übertroffen werden soll, wobei das Fondsmanagement einzelne Werte deutlich über oder unter diesem Maßstab gewichten und jederzeit auch außerhalb des Vergleichsmaßstabs investieren darf. Mit einem Fondsvermögen von 5,9 Milliarden Euro zählt der Fonds zu den größeren aktiv gemanagten Mischfonds am deutschen Markt.

Die hauseigene Risikoklasse wird mit "erhöhtes Risiko" angegeben, während der europaweit einheitliche Risikoindikator (SRI) mit 3 von 7 möglichen Stufen spürbar niedriger liegt. Union Investment weist selbst darauf hin, dass diese hausinterne Einstufung auf einem eigenen, verbundeinheitlichen Risikoprofil basiert und vom Gesamtrisikoindikator des Basisinformationsblatts abweichen kann. Beide Werte folgen also unterschiedlichen Berechnungslogiken. Passend zur höheren hausinternen Einstufung richtet sich der Fonds an ein Anlegerprofil, das als "risikobereit" beschrieben wird, mit einem empfohlenen Anlagehorizont von 5 Jahren oder länger. Die Ratingagentur Scope vergibt die Note D, die zweitschwächste von fünf Stufen zwischen A und E, und ordnet den Fonds im Vergleich zu seiner Vergleichsgruppe damit unterdurchschnittlich ein. Morningstar bewertet ihn mit 3 von 5 Sternen, ein durchschnittliches Ergebnis auf Basis der historischen, risikoadjustierten Wertentwicklung gegenüber vergleichbaren Fonds.

Was der Fonds kostet und wie Ausschüttung und Erfolgsgebühr funktionieren

Beim Kauf fällt ein Ausgabeaufschlag von 3,00 Prozent des Anteilwerts an. Die laufenden Kosten liegen bei 1,5 Prozent pro Jahr, darin enthalten eine Verwaltungsvergütung von aktuell 1,20 Prozent bei einer möglichen Obergrenze von 1,90 Prozent, ein für einen aktiv gemanagten globalen Mischfonds moderater Wert. Hinzu kommt eine erfolgsabhängige Vergütung von bis zu 25 Prozent des Betrags, um den die Anteilwertentwicklung den Vergleichsmaßstab übertrifft, fällig jährlich nach Ende der Vergleichsperiode. Der Fonds schüttet Mitte Mai aus, zuletzt 3,43 Euro je Anteil für das Geschäftsjahr 2025/2026 bei einem Geschäftsjahresende zum 31. März. Für Privatanleger gilt eine Teilfreistellung von 30 Prozent: Dieser Anteil der Ausschüttung bleibt steuerfrei, weil auf ihn bereits auf Fondsebene Steuern erhoben wurden.

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Die drei größten Aktienpositionen und was ihre jüngsten Zahlen zeigen

An der Spitze des Aktienportfolios steht Alphabet mit 2,71 Prozent des Fondsvermögens. Der Google-Mutterkonzern meldete für das zweite Quartal 2026 einen Umsatz von 119,8 Milliarden US-Dollar, ein Plus von 24 Prozent gegenüber 96,4 Milliarden US-Dollar im Vorjahresquartal. Der Nettogewinn von 112,1 Milliarden US-Dollar liegt zwar deutlich über dem Vorjahreswert, enthält jedoch einen einmaligen, nicht operativen Wertpapiergewinn von rund 99,0 Milliarden US-Dollar aus der Neubewertung von Kapitalbeteiligungen und spiegelt damit nicht die laufende Ertragskraft. Operativ trieb vor allem das Cloud-Geschäft das Wachstum, mit einem Umsatzplus von 82 Prozent auf 24,8 Milliarden US-Dollar, während die Google-Suche um 17 Prozent auf 63,3 Milliarden US-Dollar zulegte. Als Treiber nennt Alphabet die hohe Nachfrage nach KI-Infrastruktur und nahm im Juni 2026 zusätzlich 49,6 Milliarden US-Dollar auf, um den eigenen KI-Rechenzentrenausbau zu finanzieren.

Auf Rang zwei folgt Apple mit 2,66 Prozent. Im dritten Geschäftsquartal 2026, das im Juni endete, erzielte der Konzern einen Umsatz von 109,4 Milliarden US-Dollar, ein Plus von 16 Prozent gegenüber dem Vorjahr, bei einem verwässerten Ergebnis je Aktie von 2,02 US-Dollar, ein Anstieg von 29 Prozent, der auch einen einmaligen Effekt von 0,11 US-Dollar aus Zollrückerstattungen enthält. iPhone, Mac und Services erzielten dabei jeweils neue Rekordumsätze für ein Juni-Quartal, und CEO Tim Cook sprach vom stärksten Juni-Quartal der Unternehmensgeschichte mit zweistelligem Wachstum in jedem geografischen Segment. Dritter im Bunde ist NVIDIA mit 2,61 Prozent. Im zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2027, das im Juli endete, stieg der Umsatz um 106 Prozent auf 96,2 Milliarden US-Dollar, während der Nettogewinn auf 59,7 Milliarden US-Dollar zulegte, ein Plus von 126 Prozent. Haupttreiber blieb das Rechenzentrumsgeschäft mit 89,0 Milliarden US-Dollar Umsatz, ein Plus von 117 Prozent. Firmenchef Jensen Huang sprach von einem Wendepunkt für künstliche Intelligenz, bei dem Rechenleistung inzwischen unmittelbar Umsatz generiere, getragen von einer wachsenden Zahl paralleler KI-Anbieter und einer weltweit beschleunigten Nachfrage.

Abgerundet wird das Spitzenfeld unter anderem von Amazon.com (2,57 Prozent), Microsoft (2,20 Prozent) und Broadcom (1,48 Prozent). Zusammen kommen die zehn größten Aktienpositionen auf 18,4 Prozent des gesamten Fondsvermögens, angesichts der Aktienquote von rund zwei Dritteln ein eher niedriger, breit gestreuter Konzentrationsgrad mit klarer Ausrichtung auf US-Technologiewerte.

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Wie sich das Vermögen auf Länder, Anlageklassen und Währungen verteilt

Die USA stellen mit 43,2 Prozent den mit Abstand größten Länderanteil, vor Frankreich (8,9 Prozent), Deutschland (6,8 Prozent) und Italien (4,75 Prozent). Nach Anlageklassen entfallen 64,4 Prozent auf aktienorientierte und 31,1 Prozent auf rentenorientierte Anlagen, ergänzt um 4,5 Prozent Liquidität und einen verschwindend geringen Rohstoffanteil von 0,01 Prozent, ein Bild nahe der angestrebten Zwei-Drittel-ein-Drittel-Aufteilung.

Bei den Währungen zeigt sich, dass trotz des Euro-Mandats für den Anleihenteil nur 36,6 Prozent des Fondsvermögens auf Euro entfallen, während 38,1 Prozent auf US-Dollar liegen, ein Effekt des hohen US-Anteils im Aktienportfolio. Auf der Anleihenseite dominieren europäische Staatsanleihen aus Italien, Deutschland, Spanien und Frankreich, ergänzt um Unternehmensanleihen, bei einer durchschnittlichen Restlaufzeit von 7 Jahren und 11 Monaten, einer durchschnittlichen Rendite von 2,97 Prozent und einem durchschnittlichen Rating von A+, insgesamt ein solide bewertetes Anleihenportfolio.

Wertentwicklung im Vergleich zum Vergleichsmaßstab

Zum Stichtag 31. Juli 2026 erzielte der Fonds für den Anleger, also nach Kosten, über ein Jahr 6,02 Prozent, über fünf Jahre 2,64 Prozent pro Jahr, über zehn Jahre 4,66 Prozent pro Jahr und seit Auflegung 1979 im Schnitt 7,01 Prozent pro Jahr. Wichtig für die Einordnung: Am 3. Juli 2023 änderte sich die Anlagepolitik und damit auch der Vergleichsmaßstab wesentlich, sodass ältere Vergleichswerte nicht ohne Weiteres mit den aktuellen gleichgesetzt werden sollten.

Der Blick auf die vergangenen fünf Zwölfmonatszeiträume zeigt, dass der Fonds nach Kosten in jedem einzelnen Zeitraum hinter seinem Vergleichsmaßstab zurückblieb: von minus 11,1 Prozent gegen minus 5,7 Prozent (2021/22, Rückstand 5,40 Punkte) über plus 1,6 gegen plus 5,7 Prozent (2022/23, Rückstand 4,11 Punkte) bis zur Annäherung auf nur noch 0,18 Punkte im Zeitraum 2023/24 (14,18 gegen 14,36 Prozent). Danach vergrößerte sich die Lücke wieder deutlich: auf 6,04 Punkte 2024/25 und auf 7,67 Punkte im jüngsten Zeitraum 2025/26, den größten Rückstand der gesamten Reihe. Nur 2019 übertraf der Fonds seinen Vergleichsmaßstab (23,06 gegen 20,36 Prozent), in allen anderen neun Jahren lag er zuletzt dahinter.

Was das Fondsmanagement zuletzt bewegt hat

Im Kommentar zum zweiten Quartal 2026, das von April bis Juni lief, beschreibt das Fondsmanagement eine Erholung nach dem Markteinbruch im März infolge der Eskalation des Iran-Konflikts. Die Hoffnung auf eine Entspannung im Nahen Osten und eine mögliche Öffnung der Straße von Hormus sorgte zusammen mit starken Unternehmenszahlen und haussierenden Halbleitertiteln für deutlich steigende Kurse, wobei ein Teil der Gewinne kurz vor der Jahresmitte wieder abgegeben wurde. Ende Juni war der Fonds mit rund 66 Prozent Aktien- und 34 Prozent Rentenanteil nahezu neutral positioniert, mit einem leichten Übergewicht bei Aktien, die das Fondsmanagement aktuell als attraktiver einschätzt als Anleihen. Regional blieb das Aktienportfolio breit diversifiziert mit hohem Anteil an US-Qualitätstiteln, während sich der Anleihenteil auf europäische Staatsanleihen und Emittenten hoher Bonität konzentrierte und defensiv positioniert blieb. Die Aktienseite entwickelte sich überdurchschnittlich, getragen von Übergewichten in der IT-Branche mit Schwerpunkt künstliche Intelligenz sowie in den Sektoren Industrie und Grundstoffe. Für die kommenden Monate sieht das Fondsmanagement insgesamt mehr Chancen als Risiken, gestützt auf eine widerstandsfähige Weltwirtschaft und einen seit Mitte Juni gestiegenen Schiffsverkehr am Persischen Golf infolge der Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran.

Für wen sich der Fonds eignet

UniRak eignet sich für risikobereite Anleger mit einem Anlagehorizont von 5 Jahren oder länger, die einem einzelnen Fondsmanagement die laufende Feinsteuerung zwischen globaler Aktienquote und europäischem Anleihenanteil anvertrauen möchten, statt diese Aufteilung selbst vorzunehmen. Die hausinterne Risikoklasse "erhöhtes Risiko" bei moderatem SRI-Wert von 3 sowie die Bewertungen von Scope und Morningstar zeigen ein Profil, das eher für Anleger mit mittlerer bis höherer Risikobereitschaft passt, die sich der unterdurchschnittlichen Einordnung im Vergleich zur Fondsgruppe bewusst sind. Der anhaltende Rückstand gegenüber dem eigenen Vergleichsmaßstab in nahezu jedem betrachteten Zeitraum macht deutlich, dass der Fonds kein Instrument für Anleger ist, die eine Outperformance gegenüber einer passiven Nachbildung des Vergleichsmaßstabs erwarten. Seine Stärke liegt vielmehr in der seit 1979 bewährten Kombination aus Aktien- und Anleihenmanagement aus einer Hand. Angesichts des Ausgabeaufschlags von 3,00 Prozent und laufender Kosten von 1,5 Prozent pro Jahr sollten Anleger einen ausreichend langen Anlagehorizont mitbringen.

Daniel Dünn, Redaktion TraderFox (finanzen.net)

Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Mischfonds mit Aktien- und Anleihenanteilen unterliegen Kursschwankungen, zwischenzeitliche Verluste sind möglich.

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Bildquellen: gguy / Shutterstock, joyfull / Shutterstock.com

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