Akku-Mythos

ADAC-Test: Wie weit E-Autos mit null Prozent Akku noch fahren

09.04.26 22:17 Uhr

Wenn die Anzeige 0 % zeigt: Wie weit E-Autos wirklich noch kommen - ADAC-Test überrascht | finanzen.net

Die Angst vor dem plötzlichen Stromausfall gehört noch immer zu den größten Bedenken gegen Elektroautos. Doch wie berechtigt ist die Sorge wirklich? Ein aktueller Test des ADAC zeigt: Die gefürchtete Situation ist nahezu unmöglich - und selbst bei null Prozent Akkustand fahren E-Autos noch deutlich weiter als erwartet.

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Durchdacht warnen, sicher vorsorgen

Der ADAC testete sechs aktuelle E-Auto-Modelle von VW ID.3 bis Tesla Model Y bis zum absoluten Stillstand. Wie aus dem ADAC-Bericht hervorgeht, durchliefen alle Fahrzeuge eine ähnliche "Warndramaturgie": Die erste Warnung erschien bereits bei 15 bis 20 Prozent Batterieladestand, was noch 40 bis 80 Kilometer Reichweite bedeutete. Je näher der Ladestand gegen null sank, desto eindringlicher wurden die Warnungen - erst optisch, dann zusätzlich akustisch.

Besonders bemerkenswert ist die dritte Warnstufe: Sobald die Restreichweite einstellig wurde, drosselten alle Testfahrzeuge spürbar ihre Leistung. Das Auto wird träge, das Beschleunigen schwerfällig - ein unübersehbares Signal an den Fahrer. Spätestens zu diesem Zeitpunkt sollte man die Autobahn verlassen und eine Lademöglichkeit ansteuern.

Wie der ADAC weiter berichtet, wechseln die E-Autos bei niedrigem Ladestand automatisch in den Sparmodus und drosseln sowohl Heizung als auch Klimaanlage, um die Reichweite zu maximieren.

Die versteckte Notreserve: Noch 15 bis 20 Kilometer Reserve

Das überraschendste Testergebnis: Keines der sechs Elektroautos blieb bei null Prozent Akkustand einfach stehen. Alle Modelle verfügten über eine sogenannte Notlaufreserve, die noch weitere 15 bis 20 Kilometer ermöglichte. Diese "stille Reserve" funktioniert ähnlich wie bei Verbrennern und verschafft dem Fahrer entscheidende zusätzliche Kilometer bis zur nächsten Lademöglichkeit.

Allerdings warnt der ADAC ausdrücklich davor, sich auf diese Reserve zu verlassen. Die Testbedingungen waren ideal: mildes Wetter, ebene Strecke, neue Fahrzeuge. Im Winter, bei Steigungen oder mit gealterten Akkus könnte die Reserve deutlich geringer ausfallen oder ganz wegfallen.

Was im Notfall passiert

Falls das E-Auto tatsächlich liegenbleibt, rät der ADAC zu folgenden Maßnahmen: Das Fahrzeug sollte niemals gerollt oder auf eigenen Rädern abgeschleppt werden, da der Elektromotor dabei Spannung erzeugen und die Elektronik beschädigen könnte. Stattdessen ist ein Abschleppservice nötig, der das Auto zur nächsten Ladesäule bringt.

Für den absoluten Notfall gibt es mittlerweile auch mobile Lademöglichkeiten. Manche E-Autos können über das Vehicle-to-Load-System einem anderen Stromer Energie abgeben. Der Ladevorgang dauert allerdings 30 bis 60 Minuten für gerade mal 5 bis 10 Kilometer Reichweite.

Moderne E-Autos sind technisch so konzipiert, dass ein unvermitteltes Liegenbleiben praktisch ausgeschlossen ist. Die umfangreichen Warnsysteme und die versteckte Notreserve verschaffen dem Fahrer genügend Zeit, rechtzeitig zu reagieren. Wer die Warnungen ernst nimmt und spätestens bei zehn Prozent Ladestand eine Ladesäule ansteuert, wird nie in die Verlegenheit kommen, die Reserve zu benötigen.

Dominik Maier, Redaktion finanzen.net

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