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Trotz Digitalisierung horten Deutsche wieder mehr Bargeld

24.02.26 22:23 Uhr

"Nur Bares ist Wahres": Warum die Deutschen in unsicheren Zeiten auf Cash setzen | finanzen.net

Zwar zahlen immer mehr Menschen digital, doch das Barvermögen in deutschen Haushalten erreicht Rekordwerte. Der Anteil des gehorteten Bargelds ist seit 2013 mehr als doppelt so hoch.

Privat Horten statt Ausgeben

Obwohl der Trend zur elektronischen Zahlung ungebrochen ist, steigt die Bargeldmenge im Umlauf weiterhin an. Die Bundesbank verzeichnete Ende 2024 rund 395 Milliarden Euro, die in deutschen Privathaushalten zur Wertaufbewahrung lagern. Das entspricht rund 42 Prozent der Banknotenmenge in Deutschland, deutlich mehr als noch 2013, wie die Zahlen der Bundesbank ergeben.

Das Banknoten-Paradoxon

Während digitale Zahlungsmethoden dominieren, wächst die Menge des physischen Bargelds - ein Widerspruch, den Fachleute "Banknoten-Paradoxon" bezeichnen und der seit "vielen Jahren zu beobachten [ist], und zwar in vielen Ländern", wie eine Bundesbank-Sprecherin in Frankfurt gegenüber rnd berichtet. Die EZB meldet im Euroraum im März 2025 insgesamt 1,564 Billionen Euro in bar, rund 30 Milliarden mehr als im Frühjahr 2022.

Unsicherheit als Treiber

Die Horteinstellung von Bargeld wird vor allem durch Unsicherheit befeuert. Eine Sprecherin der Bundesbank und Experten wie Ralf Wintergerst, Vorstandschef des Münchner Banknoten- und Sicherheitstechikherstellers Giesecke+Devrient, sehen darin eine mögliche Resilienzstrategie für Krisenzeiten und eine starke Nachfrage nach physischer Wertaufbewahrung. "Das Produktionsvolumen des Euros wird zwar auch zum Bezahlen benutzt, aber mittlerweile eben halt auch zum Weglegen", erklärt Wintergerst gegenüber rnd.de. Für ihn sei klar: "Unsicherheit ist der treibende Faktor."

Schattenwirtschaft und Reservewährung

Neben privaten Vorsichtsmaßnahmen tragen auch Schattenwirtschaft und der Bedarf an Bargeld als Reservewährung im Ausland zur steigenden Bargeldmenge bei. Besonders im illegalen Bereich, also der Schattenwirtschaft, kommt dem Bargeld eine tragende Rolle zu, etwa bei Schwarzarbeit oder kriminellen Geschäften, wie Berichte über Millionenfunde auf der Autobahn A3 belegen.

Bargeld bleibt systemrelevant

Trotz sinkender alltäglicher Nutzung hält die Bundesbank an Bargeld als Grundpfeiler der Infrastruktur fest. Scheine und Münzen benötigen keine Elektrizität und funktionieren auch in Krisenzeiten, wie Stromausfälle oder Naturkatastrophen. Diese Argumente sprechen für den dauerhaften Erhalt der Bargeldversorgung.

Redaktion finanzen.net

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