Sightseeing-Flatrate

Lohnen sich Citypässe? Tipps für günstigeres Sightseeing in Europas Metropolen

13.04.26 23:50 Uhr

Citypässe im Check: Lohnt sich das Sparpaket für Städtereisen? | finanzen.net

Städtereisen werden immer beliebter, doch wer möglichst viele Sehenswürdigkeiten besichtigen möchte, muss tief in die Tasche greifen. Citypässe versprechen hier Abhilfe: Mit einer Art Sightseeing-Flatrate sollen Reisende sowohl Geld sparen als auch bequemer durch die Stadt kommen. Doch halten diese Touristenkarten wirklich, was sie versprechen?

Zwei verschiedene Pass-Typen im Überblick

Bei der Vielzahl an Citypass-Angeboten verlieren Reisende schnell den Überblick. Grundsätzlich lassen sich zwei Arten von Pässen unterscheiden: Die offiziellen Tourismuskarten der Städte und die Angebote privater Anbieter. Wie aus einer aktuellen Meldung der Deutschen Presse-Agentur hervorgeht, haben die städtischen Karten meist einen entscheidenden Vorteil: Sie enthalten fast immer die Nutzung der öffentlichen Verkehrsmittel für den gesamten Gültigkeitszeitraum.

Private Anbieter wie Turbopass oder Go City bündeln hingegen meist eine bestimmte Anzahl von Sehenswürdigkeiten und verkaufen diese im Paket, ohne dass öffentliche Verkehrsmittel enthalten sind. Der Experte Patrick Kühne vom Portal Citypassvergleich.de betont laut Öko-Test, dass die ÖPNV-Nutzung einen signifikanten Anteil des Preises ausmacht - wer sie kauft, sollte also Bus und Bahn auch regelmäßig nutzen.

Die Berlin Welcome Card zeigt, wie sich städtische Karten rechnen können: Für 48 Stunden kostet sie 26,90 Euro und enthält neben der ÖPNV-Nutzung verschiedene Rabatte, etwa 25 Prozent auf das Fernsehturm-Ticket. Da normale Tageskarten für Bus und Bahn bereits 10,60 Euro kosten, lohnt sich die Touristenkarte oft schon durch die Verkehrsmittel-Nutzung - besonders für Familien mit Kindern.

Planung ist das A und O

Der wichtigste Rat von Verbraucherschützern lautet: Erst planen, dann kaufen. Oliver Buttler von der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg warnt gemäß einem Beitrag von Öko-Test eindringlich davor, spontan einen Citypass zu erwerben. Stattdessen sollten Reisende zuerst einen konkreten Plan erstellen, welche Attraktionen sie besuchen möchten, und dann prüfen, ob sich ein Pass rechnet.

"Einen Citypass kaufen und dann sehen, was es vor Ort alles gibt, das würde ich nicht machen", betont der Verbraucherschützer laut Öko-Test. Denn die Pässe bieten möglicherweise nur Rabatte für Attraktionen, die gar nicht von Interesse sind. Besonders in Städten wie London, wo viele Museen kostenfrei sind, kann ein Pass überflüssig sein, wenn man hauptsächlich Museen besuchen möchte.

Bei der Planung sollten Reisende auch prüfen, ob sie Anspruch auf ermäßigte Eintrittspreise haben. Studierende, Kinder und Jugendliche erhalten oft deutliche Rabatte oder sogar kostenlosen Eintritt - dann sind die Citypass-Angebote möglicherweise weniger attraktiv.

Zeitfenster und Convenience als entscheidende Faktoren

Ein häufig übersehener Aspekt sind die Zeitfenster-Buchungen bei beliebten Attraktionen. Kolosseum, Sagrada Familia oder Schloss Versailles lassen sich nur noch zu vorab reservierten Zeiten besuchen. Wie aus dem Öko-Test-Bericht hervorgeht, kann dies zum Problem werden, wenn Reisende ihren Pass zu kurzfristig kaufen und dann keine passenden Termine mehr verfügbar sind.

Verbraucherschützer Oliver Buttler rät daher, zunächst zu prüfen, ob am gewünschten Tag noch passende Zeitfenster verfügbar sind, diese zu reservieren und dann erst den entsprechenden Citypass zu kaufen. Eine Geld-Rückerstattung bei ausgebuchten Attraktionen ist nämlich oft ausgeschlossen.

Trotz möglicher Kostennachteile haben Citypässe einen unbestreitbaren Vorteil: die Bequemlichkeit. Alle Tickets sind meist digital in einer App gebündelt verfügbar. Citypass-Experte Patrick Kühne sieht laut Öko-Test darin einen großen Vorteil, da Reisende alles an einem Ort haben. Gerade bei komplexeren Stadtbesuchen mit vielen verschiedenen Attraktionen kann diese "Convenience" den Aufpreis rechtfertigen - selbst wenn keine echte Ersparnis erzielt wird.

Bei der Wahl der Gültigkeitsdauer empfiehlt Patrick Kühne einen Zeitraum von drei bis vier Tagen als optimal. Ein-Tages-Pässe seien oft so teuer, dass sehr viele Aktivitäten nötig seien, um sie zu amortisieren. Bei längeren Zeiträumen ab fünf Tagen werde es hingegen schwierig, genügend attraktive Angebote zu finden, die den Pass rechtfertigen.

Dominik Maier, Redaktion finanzen.net

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