Saharastaub auf dem Auto: So vermeiden Autofahrer teure Lackschäden

Saharastaub sorgt regelmäßig für rötliche Schleier auf Autos in Deutschland. Was harmlos aussieht, kann bei falscher Reinigung schnell zu Kratzern im Lack führen. Wer einige einfache Regeln beachtet, verhindert teure Schäden und reinigt sein Fahrzeug schonend.
Wenn feiner Staub zum Lackrisiko wird
Saharastaub gelangt bis zu 20-mal im Jahr mit südlichen Luftströmungen nach Mitteleuropa, wie der Auto Club Europa (ACE) berichtet. Dabei tritt das Phänomen häufig zwischen März und Juni auf, so der ADAC. Setzt sich der feine Sand auf Fahrzeugen ab, kann das die Sichtbarkeit beeinträchtigen und somit die Verkehrssicherheit gefährden.
Der Saharastaub besteht aus mikroskopisch kleinen Sandpartikeln, die auf Lack, Scheiben und Kunststoffoberflächen Kratzer verursachen können. Das Problem entsteht vor allem bei der Reinigung. Wird der Staub mit einem trockenen Tuch abgerieben, wirken die Partikel wie Schmirgelpapier auf der Oberfläche. Dadurch können Mikrokratzer entstehen, die den Lack dauerhaft beschädigen.
Hinzu kommt ein weiterer Effekt: Bleibt die Staubschicht längere Zeit auf dem Fahrzeug, kann sie sich durch Sonneneinstrahlung regelrecht in den Lack einbrennen. Experten empfehlen daher, Saharastaub möglichst zeitnah zu entfernen.
Vorbeugende Schutzmaßnahmen
Um Schäden durch den Staub vorzubeugen, sollte das Auto möglichst in einer Garage geparkt werden. Andernfalls kann eine Lackversiegelung oder Schutzwachs für eine glatte Oberfläche sorgen, die den Absatz des Saharastaubs verringert und die Reinigung vereinfacht.
Viel Wasser statt schneller Handwäsche
Der wichtigste Grundsatz bei der Reinigung lautet, das Fahrzeug zunächst gründlich mit Wasser abzuspülen. Nur so lassen sich die Sandpartikel lösen, ohne dass sie über den Lack gerieben werden. Wird dagegen zu wenig Wasser verwendet, verteilen sich die Körner über die Oberfläche und verursachen Kratzer.
Besonders geeignet ist eine Vorwäsche mit einem Hochdruckreiniger, etwa in einer SB-Waschanlage. Damit lässt sich das Sand-Schmutz-Gemisch schonend vom Fahrzeug lösen. Bürsten oder Lappen sollten in dieser Phase vermieden werden, da sie die Partikel über den Lack ziehen könnten.
Waschstraße erst nach der Vorwäsche
Viele Autofahrer steuern bei stark verschmutzten Fahrzeugen direkt eine Waschstraße an. Experten raten jedoch, zuvor eine gründliche Vorwäsche durchzuführen. Automatische Programme entfernen laut ACE den fest haftenden Sand häufig nicht vollständig. Erst wenn der Staub mit reichlich Wasser gelöst wurde, kann eine Waschstraße die eigentliche Reinigung übernehmen, ohne zusätzliche Kratzer zu riskieren.
Vorsicht bei Scheiben und Scheibenwischern
Nicht nur der Lack ist gefährdet. Auch auf der Windschutzscheibe können die Sandpartikel Schäden verursachen. Werden Scheibenwischer auf einer staubigen Scheibe aktiviert, können sie den Sand über das Glas ziehen und feine Kratzer hinterlassen. Deshalb empfiehlt es sich, die Scheiben zunächst mit reichlich Wasser zu reinigen, bevor das Fahrzeug bewegt oder die Wischer benutzt werden.
Auch der Innenraum kann betroffen sein
Auch im Innenraum kann sich der Staub festsetzen. Der ADAC empfiehlt, testweise mit einem Lappen über das Armaturenbrett zu wischen. Wird der Lappen gelb, sollte der Innenraum ebenfalls gereinigt werden: "Zuerst aussaugen, wo es geht, dann die Oberflächen mit einem feuchten Lappen oder einem für den Innenraum geeigneten Reinigungsmittel säubern", so der ADAC. Dabei sollte darauf geachtet werden, den Lappen regelmäßig zu waschen, um den Sand nicht weiter zu verteilen und Kratzern vorzubeugen.
Wurde der Innenraum- beziehungsweise Pollenfilter schon länger nicht gewechselt, sollte auch dieser geprüft und gegebenenfalls ersetzt werden. Durch die zusätzliche Staubbelastung wird die Last sonst im Innenraum entladen, wie es weiter heißt. Gleiches gilt für die Klimaanlage.
Redaktion finanzen.net
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