Trading Idee: Continental — Reifenkonzern mit 2,5 Milliarden Euro Ausschüttung in Sicht
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Die Aktien von Continental (ISIN: DE0005439004) pendeln am Montagmittag knapp unter der Marke von 69 Euro. Für die Titel des in Hannover ansässigen Reifenherstellers stehen aktuell 68,90 Euro auf der Kurstafel, die Tagesspanne reicht bislang von 68,34 bis 69,62 Euro. Die Titel halten sich bei Rückläufen relativ stabil über dem 200er-EMA, der bei 67,32 Euro notiert, können aber bisher nicht über den Widerstand um 69 Euro nach oben ausbrechen.
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Rückläufe sollten also spätestens im Bereich um den 200er-EMA auslaufen, daher könnte etwas darunter ein möglicher Long-Stopp platziert werden. Gelingt ein Durchbruch über das EMA-Cluster bestehend aus 50er- und 10er-EMA um 69,13 und 69,50 Euro, würde sich die Lage deutlich aufhellen und ein weiterer Anstieg Richtung oberer Begrenzung der Ichimoku-Wolke möglich werden. Gelingt den Bullen ein Ausbruch aus der Wolke, wäre mit einem weiteren Hochlauf Richtung Verlaufshoch bei 77,50 Euro von Anfang Juli zu rechnen. Solange der 200er-EMA weiter hält, ist trotz möglicher kurzer Rückläufe mit eher weiter steigenden Kursen zu rechnen.
Rechnet man die angekündigte Ausschüttung auf die einzelne Aktie herunter, wird der Trade noch attraktiver. Anfang Juli vereinbarte Continental den Verkauf seiner Kautschuk- und Kunststoffsparte ContiTech an den Finanzinvestor Lone Star Funds aus dem texanischen Dallas. Der Kaufpreis liegt bei 4,0 Milliarden Euro, dazu kommen bis zu 250 Millionen Euro an erfolgsabhängigen Zahlungen. Netto erwartet der Konzern einen Mittelzufluss von rund 3,1 Milliarden Euro. Etwa 2,5 Milliarden Euro davon sollen an die Aktionäre zurückfliessen, als Sonderdividende oder in Kombination mit Aktienrückkäufen, der Rest dient dem Schuldenabbau. Bei rund 200 Millionen Aktien entspricht das rechnerisch 12,50 Euro je Aktie oder gut 18 Prozent des aktuellen Kurses. Der Abschluss wird bis Ende 2026 erwartet, die Kartellbehörden müssen noch zustimmen.
Übrig bleibt danach ein reiner Reifenkonzern, nachdem die Autozuliefersparte bereits im vergangenen Jahr als Aumovio an die Börse gebracht wurde. Genau dieses Geschäft läuft derzeit gut. Im zweiten Quartal stieg das bereinigte operative Ergebnis, also der Gewinn vor Zinsen und Steuern ohne Sondereffekte, gegenüber dem Vorjahresquartal um gut 35 Prozent auf 570 Millionen Euro. Die Marge kletterte von 9,6 auf 12,9 Prozent, in der Reifensparte waren es sogar 15,3 Prozent, und das bei einem organisch leicht rückläufigen Umsatz. Vorstandschef Christian Kötz verwies darauf, dass das Reifengeschäft damit über dem Ausblick für das Gesamtjahr liegt. Für 2026 peilt der Konzern im fortgeführten Geschäft einen Umsatz von 13,2 bis 14,2 Milliarden Euro und eine bereinigte Marge von 12,0 bis 13,5 Prozent an. In der vergangenen Woche folgte mit dem Verkauf des australischen Autoservicegeschäfts ein weiterer kleiner Schritt der Neuordnung.
Die Schätzungen stehen bei 5,82 Euro Gewinn je Aktie für 2026, 6,63 Euro für 2027 und 7,30 Euro für 2028. Daraus folgen Kurs-Gewinn-Verhältnisse (KGV) von 11,8 (2026), 10,4 (2027) und 9,4 (2028). Das KGV gibt an, wie viele Jahresgewinne beim aktuellen Kurs bezahlt werden. Continental notiert damit klar unter dem Kurs-Gewinn-Verhältnis des Gesamtmarkts von 16,3 und leicht unter dem der Branche von 12,4. Zuletzt zahlte der Konzern eine reguläre Dividende von 2,70 Euro je Aktie. Von 13 Analysten raten sieben zum Kauf und sechs zum Halten, ihr mittleres Kursziel liegt bei 77,63 Euro.
Belastend wirken vor allem die Rohstoffe. Finanzvorstand Roland Welzbacher rechnet für die zweite Jahreshälfte mit deutlich höheren Kosten für Rohmaterialien. Bei einem Ölpreis von rund 105 Dollar je Barrel ist das nachvollziehbar, denn synthetischer Kautschuk und Russ werden aus Erdöl gewonnen. Dazu kommt eine schwächere weltweite Autoproduktion, die das Geschäft mit Reifen für Neufahrzeuge trifft. Die nächsten Quartalszahlen werden am 4. November erwartet.
Fazit:
Trader könnten eine Long-Position auf die Titel von Continental über einen Open-End-Turbo von ING mit der WKN NB6J0B in Betracht ziehen, um bei einem Anstieg des Basiswerts auf 72 Euro eine Rendite von 85,71% im Schein zu erzielen. Der Stopp-Loss könnte bei 67 Euro platziert werden, was einem Verlust von 57,14% im Hebelprodukt entspräche. Das Chance-Risiko-Verhältnis dieser Trading-Idee beträgt 1,50. Das Risiko wird durch geringeren Kapitaleinsatz abgefedert. Der Hebel liegt bei 19,69 und der Abstand zur Knock-out-Schwelle bei 4,91 Prozent.
Risikohinweis: Die bereitgestellten Informationen stellen keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf der erwähnten Werte dar. Die besprochenen Wertpapiere sind sehr volatile und risikoreiche Anlageformen. Dies ist keine Anlageberatung, und jede Entscheidung erfolgt auf eigenes Risiko. Hinweis: Stopp-Loss-Marken und Gewinnziele dienen lediglich als Orientierung und sollten an das individuelle Risiko- und Geldmanagement sowie die tagesaktuelle Marktentwicklung angepasst werden. Gewinne sollten eigenverantwortlich realisiert werden. Das Erreichen des Kursziels basiert auf dem angegebenen Zielkurs des Basiswerts. Der Autor ist zum Zeitpunkt der Analyse nicht in Continental-Aktien investiert.
| Trading-Idee: Continental | |
|---|---|
| Basiswert | Continental (ISIN: DE0005439004) |
| Produktgattung | Open-End-Turbo Long |
| Emittent | ING Markets |
| ISIN/WKN Hebelprodukt | DE000NB6J0B8 / NB6J0B |
| Laufzeit | Open End |
| Kurs K.-o.-Call (Datum) | 0,34/0,35€ (28.09.2026, 12:36 Uhr) |
| Basispreis variabel | 65,52€ |
| Knock-out-Schwelle | 65,52€ |
| Hebel | 19,69 |
| Abstand zum Knock-out | 4,91% |
| Stop-Loss Call | 0,15€ (-57,14%) |
| Ziel Call | 0,65€ (85,71%) |
Risikohinweis: | |
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Bildquellen: Nils Versemann / Shutterstock.com, Continental
