thyssenkrupp-Aktie verliert: Börsengang der Materialsparte TK Accelis noch 2026 geplant

Der Stahlkonzern thyssenkrupp macht weiter mit der Verselbstständigung von Geschäftsbereichen und will seine Werkstoffsparte in diesem Jahr an die Börse bringen.
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Der Aufsichtsrat empfahl den Aktionärinnen und Aktionären am Dienstag die Zustimmung zur Abspaltung des Werkstoffhändlers und Lieferkettendienstleisters, wie der Konzern in Essen mitteilte. Die Beschlussfassung ist für eine außerordentliche Hauptversammlung am 7. August vorgesehen. Die Aktien der mittlerweile unter TK Accelis firmierenden Tochter sollen noch in diesem Kalenderjahr an der Frankfurter Börse gelistet werden.
Die thyssenkrupp AG soll in den kommenden Jahren zu einer Finanzholding umgebaut werden, in der bisherige Sparten als eigenverantwortliche Unternehmen unter einem Dach agieren. Das Marinegeschäft wurde unter der Marke TKMS bereits an die Börse gebracht.
Aktie unter Druck
Die nun auch formell angekündigte Abspaltung eines weiteren Geschäftsteils ist den Aktien von thyssenkrupp am Mittwoch keine Stütze. Die Anteilsscheine der mittlerweile unter TK Accelis firmierenden Werkstofftochter sollen noch in diesem Jahr an der Frankfurter Börse gelistet werden.
Am Vortag war der angekündigte Börsengang im Schlusshandel schon kein Treiber gewesen, doch am Mittwoch ging es für den Kurs als MDAX-Schlusslicht via XETRA zuletzt um 4,47 Prozent bergab auf 10,68 Euro. Allerdings hatten die Papiere in der Zeit von Ende März bis Anfang Juni auch schon 70 Prozent gewonnen, sodass neuerdings von Gewinnmitnahmen gesprochen werden kann. Anfang Juni hatte der Thyssenkrupp-Kurs in der Spitze noch über der 12-Euro-Marke gestanden und sich dabei dem Hoch seit 2018 genähert.
Zufriedene Analystenreaktionen können dem Kurs keinen Impuls geben. Dominic O'Kane von JPMorgan sprach vom nächsten Meilenstein bei der Strategie, für Aktionäre Werte freizusetzen. Die Essener kämen damit dem Ziel der Umwandlung hin zu einer Finanzholding mit eigenständigen Unternehmen näher, nachdem vor einigen Jahren schon die Aufzugssparte TK Elevators und zuletzt der Marineschiffbauer TKMS thyssenkrupp Marine Systems separiert worden waren.
Experte Jason Fairclough von der Bank of America verwies in einer Studie auf die Nähe der Sparte zum Stahlhändler Klöckner & Co, der vor der Übernahme durch Worthington Steel steht. Er bewertet TK Accelis mit rund 3,5 Milliarden Euro und betonte, damit würde die Sparte mehr als die Hälfte der aktuellen Marktkapitalisierung von Thyssenkrupp ausmachen, die am Mittwoch auf 6,7 Milliarden sank.
ESSEN/FRANKFURT (dpa-AFX)
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Bildquellen: thyssenkrupp AG
