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EVOTEC-Aktie schwächelt: Warum Berenberg nach der Gewinnwarnung den Rückzug antritt


EVOTEC-Aktie schwächelt: Warum Berenberg nach der Gewinnwarnung den Rückzug antritt

Nach dem heftigen Kurssturz zieht mit Berenberg die nächste Bank ihre Konsequenzen aus der Lage bei EVOTEC.

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  • Berenberg senkt das EVOTEC-Kursziel von 9,40 auf 3,60 Euro und stuft ab
  • Berenberg-Analyst Ehmann sieht in unsicheren Verträgen ein zentrales Risiko
  • Das Management nennt die Gewinnwarnung zeitlich, nicht strukturell bedingt
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Die Privatbank Berenberg stuft die EVOTEC-Aktie von "Kaufen" auf "Halten" zurück und kappt ihr Kursziel von 9,40 auf 3,60 Euro, ein Rückschlag mit Signalwirkung für den ohnehin gebeutelten Biotech-Dienstleister.

Analyst Christian Ehmann begründet den Schritt laut dpa-AFX damit, dass die jüngst gesenkten Jahresziele eine starke Abhängigkeit von Verträgen offenbarten, die noch nicht endgültig unter Dach und Fach seien. In einer Telefonkonferenz habe das Management demnach zwar betont, die Gewinnwarnung habe zeitliche und keine strukturellen Gründe. Für Anleger bleibt davon vor allem eines hängen: Das Vertrauen der Analysten in eine schnelle Erholung schwindet weiter.

Massive Kursziel-Kürzung nach zweiter Gewinnwarnung

Die neue Einschätzung folgt unmittelbar auf die jüngste Gewinnwarnung des Unternehmens. Am Montag hatte EVOTEC seine Jahresprognose für 2026 auf einen Umsatz von 570 bis 610 Millionen Euro gesenkt, deutlich weniger als die zuvor in Aussicht gestellten 700 bis 780 Millionen Euro. Beim bereinigten Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen rechnet der Vorstand nun mit minus 70 bis minus 105 Millionen Euro, nachdem zuletzt noch ein Bereich von 0 bis plus 40 Millionen Euro als Ziel ausgegeben worden war. Genau an diese gekappten Ziele knüpft Ehmann seine Kritik an: Die Zahlen zeigten, wie sehr das Unternehmen von einzelnen, noch offenen Vertragsabschlüssen abhänge.

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Kursziel-Konsens klafft trotz Kürzung weit auseinander

Trotz der Kürzung ist Berenberg mit dem neuen Kursziel von 3,60 Euro nicht allein am unteren Rand der Erwartungen. Von den zuletzt aktiven Analystenhäusern votieren nun zwei für "Halten", nur noch eines für "Kaufen". Bereits am Dienstag hatte Deutsche Bank Research seine Einstufung auf "Halten" zurückgenommen, während Jefferies-Analyst Charles Weston von einer "weiteren erheblichen Gewinnwarnung" sprach. Der Analystenkonsens liegt dennoch weiterhin bei rund 6 Euro und damit spürbar über dem aktuellen Kursniveau, ein Hinweis darauf, wie weit die Einschätzungen zur Aktie derzeit auseinanderklaffen.

Vertragsabhängigkeit als Kern des Problems

Der Kern der Kritik trifft einen wunden Punkt: EVOTEC hängt als Auftragsentwickler für Biotech- und Pharmafirmen stark von einzelnen Großverträgen ab, deren Zeitpunkt und Umfang schwer planbar sind. Fynn Scherzler von Deutsche Bank Research merkte nach der Gewinnwarnung an, die Korrektur komme nur vier Monate nach der letzten Prognose und falle überraschend deutlich aus, zudem sei das Unternehmen zu abhängig von wenigen großen Verträgen. Die Aussicht auf eine rasche operative Erholung ist damit ins Wanken geraten. An der Börse zeigte sich das bereits deutlich: Am Dienstag rutschte die Aktie im Kleinwerte-Index SDAX zeitweise um rund 36 Prozent ab und markiert damit ein neues 52-Wochen-Tief bei 3,18 Euro.

Nachdem es am Mittwoch dann weiter abwärts ging, ist auch am Donnerstag zunächst keine Wende in Sicht: Im XETRA-Handel verliert das Papier zeitweise 3,02 Prozent auf 3,40 Euro.

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Was jetzt zu beobachten bleibt

Für Anleger dürfte nun vor allem die kommende Berichtssaison zeigen, ob sich die von Berenberg angesprochene Vertragsunsicherheit tatsächlich nur zeitlich verschiebt, wie es das Management in der Telefonkonferenz darstellte, oder ob daraus ein strukturelles Problem wird. Die nächsten konkreten Meilensteinzahlungen und mögliche neue Partnerschaften gelten als der Gradmesser, an dem sich diese Frage entscheidet.

Benedict Kurschat, Redaktion finanzen.net

Dieser Text dient ausschließlich zu Informationszwecken und stellt keine Anlageempfehlung dar. Die finanzen.net GmbH schließt jegliche Regressansprüche aus.

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Bildquellen: REMY GABALDA/AFP/Getty Images

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DatumRatingAnalyst
08:26 EVOTEC SE Hold Joh. Berenberg, Gossler & Co. KG (Berenberg Bank)
14.07.26 EVOTEC SE Hold Deutsche Bank AG
14.07.26 EVOTEC SE Outperform RBC Capital Markets
08.05.26 EVOTEC SE Hold Deutsche Bank AG
07.05.26 EVOTEC SE Hold Deutsche Bank AG