Vonovia-Aktie erholt sich nach Dreijahrestief: Kommt jetzt die Trendwende?
Nach dem schärfsten Kursrutsch seit Wochen dreht die Vonovia-Aktie ins Plus. Trotz schwächerem Cashflow bleiben die Analysten mehrheitlich optimistisch.
Werte in diesem Artikel
- Vonovia-Aktie erholt sich am Donnerstag von ihrem jüngsten Dreijahrestief
- Halbjahreszahlen zeigen stabiles Geschäft, aber deutlich schwächeren Cashflow
- Mehrheit der Analysten rät trotz des Kursrutsches weiter zum Kauf der Aktie
Die Vonovia-Aktie dreht am heutigen Donnerstag ins Plus und zählt zeitweise zu den stärksten Werten im DAX: Via XETRA legte das Papier zuletzt um 2,03 Prozent auf 19,10 Euro zu. Der Kursanstieg kommt nach mehreren Handelstagen mit klarem Abwärtstrend, in denen die Aktie sogar bis auf ein Dreijahrestief abgerutscht war. Für Anleger stellt sich nun die Frage, ob der heutige Rebound der Auftakt zu einer echten Trendwende ist oder nur eine kurze Verschnaufpause in einer fortgesetzten Baisse.
Vonovia-Aktie stoppt Talfahrt zum Dreijahrestief
Der Erholung ging ein deutlicher Ausverkauf voraus. Bereits am Montag verlor die Aktie rund drei Prozent, nachdem kräftig gestiegene Anleiherenditen zinssensible Immobilienwerte besonders hart trafen. Am Dienstag rutschte das Papier dann auf 18,8 Euro und damit auf den tiefsten Stand seit Juni 2023. Zur Wochenmitte setzte sich der Abwärtstrend fort: Im XETRA-Handel verlor die Aktie am Mittwoch letztlich weitere 1,96 Prozent auf 18,72 Euro und fiel im Tagesverlauf zeitweise sogar bis auf 18,66 Euro zurück. Erst mit dem heutigen Kurssprung kommt etwas Erleichterung in den zuvor stark angeschlagenen Titel.
Halbjahreszahlen: Solides Geschäft, aber schwacher Cashflow
Wie belastbar sich der Wohnkonzern operativ zeigt, verdeutlicht der Halbjahresbericht zum 30. Juni, den Vonovia Anfang August veröffentlichte. Demnach kletterte das bereinigte EBITDA um 2,4 Prozent auf 1,46 Milliarden Euro. Treiber war vor allem die Vermietung: Obwohl der Bestand um rund 5.000 Wohnungen schrumpfte, wuchs das Segment um 3,5 Prozent auf 1,27 Milliarden Euro. Noch kräftiger legte der Bereich Value-add zu, dessen bereinigtes EBITDA um 27,6 Prozent auf 128,5 Millionen Euro anzog.
Auf der Ergebnisseite bremsten höhere Finanzierungskosten die Entwicklung: Das bereinigte EBT gab um 2,6 Prozent auf 962,3 Millionen Euro nach, je Aktie blieb ein um 7,7 Prozent niedrigeres bereinigtes Ergebnis von 0,91 Euro übrig. Deutlich schmerzhafter war der Rückgang beim Operating Free Cashflow, der wegen Effekten im Nettoumlaufvermögen und der Dividendenzahlung um 45,4 Prozent auf 607,5 Millionen Euro einbrach. Trotzdem hielt das Management an der Jahresprognose von 2,95 bis 3,05 Milliarden Euro beim Adjusted EBITDA sowie am mittelfristigen Ausblick bis 2028 fest.
Analysten optimistisch: Kaufsignal trotz Kursrutsch?
Trotz des Kursrutsches bleibt die Mehrheit der von TipRanks erfassten Analysten optimistisch. Acht der elf Häuser, die die Aktie aktuell beobachten, empfehlen den Kauf, zwei Analysten raten zum Halten und einer zum Verkaufen. Das mittlere Kursziel liegt bei 30,56 Euro und damit deutlich über dem aktuellen Kursniveau, die Einzelschätzungen reichen von 20 bis 45,00 Euro.
Anleger sollten beachten, dass Immobilienwerte wie Vonovia besonders sensibel auf das Zinsumfeld reagieren und Kursziele sowie Prognosen von Analysten keine Garantie für die künftige Entwicklung darstellen. Wer investiert, sollte die eigene Risikobereitschaft berücksichtigen und sich nicht allein auf einzelne Einschätzungen verlassen.
Bettina Schneider, Redaktion finanzen.net
Dieser Text dient ausschließlich zu Informationszwecken und stellt keine Anlageempfehlung dar. Die finanzen.net GmbH schließt jegliche Regressansprüche aus.
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Bildquellen: Vonovia SE