Aktien Frankfurt: Dax dreht ins Plus nach EZB-Zinsspekulationen


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FRANKFURT (dpa-AFX) - Der deutsche Aktienmarkt hat seine klaren Anfangsverluste trotz negativer Zinssignale am Dienstagnachmittag in leichte Gewinne umgewandelt. Der Dax (DAX 40) notierte zuletzt 0,21 Prozent höher bei 12 987,08 Punkten, nachdem er zwischenzeitlich mehr als ein Prozent nachgegeben hatte. Der MDAX der mittelgroßen Börsenunternehmen gewann zuletzt 0,14 Prozent auf 25 958,39 Zähler. Für den Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 (EURO STOXX 50) ging es um rund 0,2 Prozent nach oben.

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Wegen des starken Preisauftriebs gibt es in der Europäischen Zentralbank (EZB) laut informierten Kreisen Überlegungen zu einer stärkeren Zinsanhebung. Anstatt wie bisher signalisiert, die Leitzinsen am Donnerstag erstmals seit elf Jahren um 0,25 Prozentpunkte anzuheben, könnte man sich auch zu einer stärkeren Anhebung um 0,5 Punkte entschließen, berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg. Ganz überraschend kommt die Debatte über eine deutlichere Zinsanhebung aber nicht. So haben sich in den vergangenen Wochen bereits einige hochrangige EZB-Notenbanker dafür ausgesprochen, einen stärkeren Zinsschritt nicht gänzlich auszuschließen.

Die als relativ "sichere Häfen" in turbulenten Zeiten geltenden Versorgerwerte legten deutlich zu. Die Papiere von Eon (EON SE) verteuerten sich um 2,0 Prozent, die Anteilsscheine von RWE stiegen an der Dax-Spitze um 2,2 Prozent. Zuvor waren die seit einer Woche vom Handel ausgesetzten Aktien des französischen Energiekonzerns EDF (EDF (Electricité de France)) um rund 15 Prozent hochgeschnellt. Der französische Staat will den hochverschuldeten Versorger, an dem er bereits 84 Prozent der Anteile hält, komplett übernehmen.

Die Aktien von Fraport setzten ihre Erholung fort und kletterten als MDax-Spitzenreiter um 4,2 Prozent nach oben. Analysten hatten zuletzt nach den Kursverlusten im Juni auf gute Einstiegsmöglichkeiten hingewiesen. Die finanziellen Belastungen des Flughafenbetreibers durch Personalprobleme in der Abfertigung sollten sich in Grenzen halten, hieß es.

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Die Papiere von United Internet büßten nach einer Abstufung durch die Investmentbank Oddo BHF 1,2 Prozent ein. Analyst Stephane Beyazian begründete seine negativere Einschätzung des Telekomkonzerns mit seiner gesunkenen Bewertung der Webhosting-Sparte und dem späteren Börsengang von Ionos.

Eine Verkaufsempfehlung der Bank of America drückte die Papiere von Bilfinger (Bilfinger SE) um mehr als 13 Prozent ins Minus. Analyst John Campbell sieht Auftragsrisiken bei dem Industriedienstleister durch einen möglichen Gasmangel und die hohe Inflation. Daher setzte er die Papiere gleich um zwei Stufen von "Buy" auf "Underperform" herab und reduzierte das Kursziel von 33 auf 22 Euro.

Der Euro legte merklich zu auf zuletzt 1,0245 US-Dollar. Die EZB hatte den Referenzkurs am Vortag auf 1,0131 Dollar festgesetzt.

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Am Rentenmarkt stieg die Umlaufrendite deutscher Bundesanleihen von 1,04 Prozent am Vortag auf 1,09 Prozent. Der Rentenindex Rex (REX Gesamt Kursindex) fiel um 0,08 Prozent auf 134,86 Punkte. Der Bund-Future verlor 0,64 Prozent auf 151,24 Zähler./edh/mis

--- Von Eduard Holetic, dpa-AFX ---

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