Aktien Frankfurt: Ifo trübt die Laune der Dax-Anleger leicht
FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Dax (DAX 30) hat am letzten Tag einer weiteren starken Börsenwoche moderat nachgegeben. Dass die Stimmung in der deutschen Wirtschaft im Oktober laut Ifo-Daten auf Vormonatsniveau blieb, trübte die gute Laune der Anleger am Freitag etwas. Bis zur Mittagszeit sank der Dax um 0,28 Prozent auf 12 836,11 Punkte. Tags zuvor noch war er auf 12 914 Punkte und damit auf das höchste Niveau seit Juni vergangenen Jahres vorgestoßen. Dann begannen die Gewinne abzubröckeln.
In seiner dritten Gewinnwoche in Folge legte der Dax aktuell 1,6 Prozent zu. Seit Anfang Oktober, als die jüngste deutliche Aufwärtsbewegung begann, sind es in der Spitze 8,7 Prozent gewesen.
Der MDAX für mittelgroße Werte sank am Freitagmittag um 0,65 Prozent auf 26 127,12 Punkte. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 (EURO STOXX 50) verlor 0,44 Prozent.
Die deutsche Wirtschaft scheint laut Volkswirt Thomas Gitzel von der VP Bank in Liechtenstein zwar "nicht im freien Fall" zu sein, wie der Blick auf das wichtigste deutsche Konjunkturbarometer Ifo zeigt. Die Rezessionsgefahren seien aber weiter nicht ausgeräumt.
Im Dax zogen die Aktien des Index-Neulings MTU (MTU Aero Engines) mit Quartalszahlen und bekräftigten Jahreszielen Aufmerksamkeit auf sich. Die Anteile des Triebwerksbauers gaben als zweitschwächster Wert um 2,7 Prozent nach. Allerdings waren sie erst Anfang September auf ein Rekordhoch geklettert.
Schlusslicht waren die Vorzüge von Henkel (Henkel vz) mit minus 4,9 Prozent. Vorstandschef Hans Van Bylen muss die Führung nach rund 35 Jahren im Unternehmen abgeben und verlässt den Konsumgüterkonzern. Sein Nachfolger wird der bisherige Finanzvorstand Carsten Knobel. Von erfreulichen Aussagen von Branchenkollegen profitierten die Aktien von Infineon mit plus 0,6 Prozent und die von HeidelbergCement mit plus 1,1 Prozent.
Im MDax standen Telekomaktien im Rampenlicht. Während die Papiere von Telefonica Deutschland die Spitze einnahmen mit plus 4,1 Prozent, brachen die von United Internet und der Tochter 1&1 Drillisch um jeweils ein Fünftel ein. Wegen eines für 1&1 Drillisch nachteiligen Schiedsspruches rechnet United Internet im laufenden Jahr für sich und die Tochter mit einem geringeren operativen Ergebnis (Ebitda). Hintergrund ist ein Streit mit Telefonica Deutschland über rückwirkende Preissenkungen für den Zugang von 1&1 zu deren Netz.
Die Papiere des Maschinenbauers GEA stemmten sich gegen die einsetzende Marktschwäche. Eine bessere Auftragslage samt eines angehobenen Jahresumsatzziels verhalfen zu einem Plus von 0,5 Prozent.
In den Blick rückte zudem, dass sich Rocket Internet (Rocket Internet SE) am Kabelnetzbetreiber Tele Columbus beteiligt hat und seinen Stimmrechtsanteil innerhalb der nächsten zwölf Monate weiter erhöhen will. Während die Papiere von Rocket knapp 2 Prozent einbüßten, schossen die von Tele Columbus außerhalb der Dax-Familie um 13 Prozent hoch./ck/jha/
--- Von Claudia Müller, dpa-AFX ---