AKTIEN IM FOKUS: Meta-Ambitionen setzen Chip- und KI-Werte kräftig unter Druck


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FRANKFURT/NEW YORK/SEOUL (dpa-AFX) - Die Korrektur unter KI-Werten setzt sich am Donnerstag temporeich fort. Am Markt hieß es, die ambitionierten Pläne des Social-Media-Konzerns Meta (Meta Platforms (ex Facebook)) verstärkten latent bestehende Sorgen vor einem Überangebot an Rechenkapazitäten. Dies belastete schon am Vorabend weiter die New Yorker Nasdaq-Börse und in der Folge auch den Handel an den technologielastigen Handelsplätzen in Asien. In Europa litten die einschlägigen KI-Profiteure.

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Am deutlichsten zeigen sich die Bedenken im Chipbereich, der an der Nasdaq und in Seoul ein besonders hohes Börsengewicht hat. Die Papiere von Micron (Micron Technology), die 2026 im Nasdaq-100-Index am besten gelaufen sind, waren am Vorabend in New York um mehr als zehn Prozent abgerutscht. Dem folgten die Papiere der südkoreanischen Branchengröße SK hynix mit einem noch drastischeren Kurseinbruch. Sie zogen den Leitindex KOSPI in Seoul um fast acht Prozent nach unten. Der Marktbeobachter Stephen Innes sprach von einem "Stresstest für den gehebelten KI- und Halbleitersektor".

In Deutschland kamen die Turbulenzen dann auch bei dem Chipkonzern Infineon mit einem Abschlag von 2,6 Prozent an. Im Bereich der deutschen Branchenausrüster erwischte es Suss Microtec (SUSS MicroTec SE (ex SÜSS MicroTec)), Aixtron (AIXTRON SE), PVA TePla und LPKF (LPKF LaserElectronics) mit Abgaben, die bei letzteren fast 9 Prozent groß waren. Unter Druck standen außerdem die Kurse von HOCHTIEF und Siemens Energy (Siemens Energy), in die wegen des Baus und des Strombedarfs von Rechenzentren ebenfalls viel KI-Fantasie eingepreist ist.

Am Mittwoch hatte ein Bericht über Pläne für ein eigenes Cloud-Infrastrukturgeschäft zwar die Meta-Aktie mit 9 Prozent ins Plus befördert, anderswo aber die Angst vor überschüssiger KI-Rechenleistung ausgelöst. "Metas Markteintritt in das KI-Cloud-Geschäft schürt Sorgen über eine Veränderung der Nachfragesituation im Halbleitersektor", merkte Marktanalyst Andreas Lipkow vom Broker CMC Markets an.

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Jochen Stanzl von der Consorsbank betonte, es sei nur auf den ersten Blick eine positive Nachricht, wenn Meta einen Teil seiner Rechenzentren-Kapazitäten verkaufen will. "Auf den zweiten Blick ist das aber auch ein Eingeständnis, dass die Nachfrage nach den eigenen KI-Anwendungen nicht so groß ist, um damit die eigenen, schnell aufgebauten Rechenleistungen wirklich ausschöpfen zu können", merkte der Experte an.

Der Social-Media-Konzern würde mit dem Angebot eigener Kapazitäten wohl in Konkurrenz zu den bereits etablierten Tech-Riesen Amazon, Microsoft und der Google (Alphabet C (ex Google))-Mutter Alphabet (Alphabet A (ex Google)) gehen. Den Spekulationen darüber zuträglich war auch ein Bericht, wonach das japanische Unternehmen SoftBank damit beginnen will, KI-Rechenkapazitäten an US-Unternehmen zu vermieten.

Mit den jüngsten Turbulenzen wird die Sorge größer, dass der Juli seinem Ruf als starker Börsenmonat zumindest im KI-Bereich nicht gerecht werden könnte. Der Gedanke drängt sich auf, dass die Rally des ersten Halbjahrs vielleicht zu weit gegangen ist. Der koreanische Kospi war in den vergangenen Monaten zum Sinnbild der KI-Chip-Euphorie geworden, indem er sich 2026 in der Spitze mehr als verdoppelt hatte. Auch dem US-Chipwerte-Index SOX war solch ein Kunststück gelungen.

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Börsianer könnten zwar von einer gesunden Korrektur sprechen, die Rückschläge werden jedoch häufiger. Eine noch größere Gegenbewegung ist nämlich erst wenige Wochen her: Anfang Juni hatte es nach enttäuschenden Resultaten des US-Chipriesen Broadcom im SOX einen Rücksetzer um fast 16 Prozent gegeben, dem dann wieder ein Rekordhoch folgte. Aktuell hat der US-Branchenindex von diesem etwa neun Prozent verloren./tih/ag/jha/

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