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"Wem gehört der DAX?" - Wer die meisten Anteile am deutschen Leitindex hält


"Wem gehört der DAX?" - Wer die meisten Anteile am deutschen Leitindex hält

Institutionelle Investoren kontrollieren inzwischen mehr als 60 Prozent des DAX-Streubesitzes, und ein einziger Trend treibt die Verschiebung wie kein anderer.

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  • Institutionelle Investoren halten 60,2 Prozent des DAX-Streubesitzes
  • Passive Indexfonds treiben die Kapitalzuflüsse so stark wie nie zuvor
  • Nordamerika bleibt größte Region, London stärkster Roadshow-Standort
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Institutionelle Investoren besitzen inzwischen 60,2 Prozent des Streubesitzes im DAX, ein Plus von 2,4 Prozentpunkten gegenüber dem Vorjahresstichtag. Das zeigt die Studie "Wem gehört der DAX?" von S&P Global Market Intelligence und dem Deutschen Investor Relations Verband (DIRK) zum Stichtag 31. Dezember 2025. Der Zuwachs ist kein Zufall: Passive Indexfonds ziehen so viel frisches Kapital in den deutschen Leitindex wie seit Jahren nicht mehr, während Familien und Konzerne ihre Anteile spürbar reduzieren.

Institutionelle Investoren dominieren DAX-Aktien so stark wie nie

Der institutionelle Zuwachs beschleunigt sich: Im Jahr zuvor war der Anteil noch um 1,0 Prozentpunkte gestiegen, nun sind es 2,4 Prozentpunkte. Parallel wächst der gesamte freie Streubesitz auf 78,8 Prozent, ein Plus von 3,7 Prozentpunkten gegenüber dem Vorjahreswert von 75,2 Prozent. Haupttreiber ist der Rückzug strategischer Investoren, deren Anteil insgesamt um 3,7 Prozentpunkte auf 21,2 Prozent sinkt: Direktbeteiligungen von Konzernen und Holdinggesellschaften schrumpfen dabei um 6,2 Prozentpunkte, nach einem Minus von 1,7 Prozentpunkten im Jahr zuvor, ein Zeichen für den Abschied von konzentriertem Familien- und Konzernbesitz. Auch Privatanleger bauen ihre Position aus, um 1,4 Prozentpunkte auf 15,7 Prozent des Streubesitzes. Einzig Staatsfonds fahren ihr Engagement zurück, ihr Anteil sinkt um 1,0 Prozentpunkte auf 6,3 Prozent.

Passive Fonds treiben den Kapitalzufluss

Der Motor hinter der Verschiebung sind Indexfonds. Ihr Anteil am institutionellen Streubesitz steigt von 25,0 auf 27,5 Prozent, ein Plus von 2,5 Prozentpunkten und damit deutlich mehr als im Jahr zuvor, als es 1,0 Prozentpunkte waren. Inzwischen kommt das frische Kapital vor allem aus ETFs, während zuvor noch aktive Fonds die größten Käufer waren. Die Indexfonds der BlackRock-Gruppe liefern dabei mehr als 80 Prozent der gesamten Nettozuflüsse des Konzerns und heben dessen Anteil am institutionellen Streubesitz um 1,5 Prozentpunkte. Vanguard bleibt mit einem Plus von 0,4 Prozentpunkten auf 6,2 Prozent größter Einzelinvestor. Auf Konzernebene wächst BlackRock auf 13,2 Prozent des institutionellen Streubesitzes, ein Plus von 1,8 Prozentpunkten, Vanguard auf 6,5 Prozent.

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Nordamerika hält die Stange, London zieht vorbei

Regional bleibt Nordamerika mit 41,9 Prozent des institutionellen Kapitals die mit Abstand größte Investorenregion, praktisch unverändert zum Vorjahreswert. Hinter der stabilen Gesamtzahl verbirgt sich allerdings eine Verschiebung: Zuflüsse in nordamerikanische ETFs von rund 1,6 Prozentpunkten werden fast exakt durch Abflüsse aus aktiv gemanagten US-Fonds ausgeglichen. Großbritannien und Irland bauen ihren Anteil auf 18,9 Prozent aus, ein Plus von 0,8 Prozentpunkten, getragen von britischen Käufern in aktiv gemanagten Fonds. Deutschlands eigener Anteil sinkt dagegen leicht auf 11,8 Prozent, Asien-Pazifik-Investoren bleiben mit 3,7 Prozent nahezu unverändert investiert. London bleibt mit 10,2 Prozent des institutionellen DAX-Kapitals das wichtigste Roadshow-Ziel, ein Plus von 1,3 Prozentpunkten, während Frankfurt, Oslo, New York und Boston an Gewicht verlieren.

Was der Machtzuwachs für Anleger bedeutet

Aus Sicht der Studienautoren ist die wachsende Präsenz institutioneller und internationaler Kapitalgeber vor allem ein Vertrauensbeweis in den deutschen Markt. Die Kehrseite: Mit knapp einem Fünftel des institutionellen Streubesitzes bündeln allein BlackRock und Vanguard so viel Stimmrecht wie kaum ein anderer Investorenkreis zuvor, ohne dass sich an ihrer aktiven Einflussnahme auf Hauptversammlungen grundlegend etwas ändert. Selbst traditionell aktive Häuser wie DWS bauen inzwischen eigene Indexprodukte aus, ein Zeichen für den Anpassungsdruck im gesamten Markt. Für Anleger bedeutet das vor allem eines: Kursbewegungen im DAX hängen zunehmend an Mittelflüssen in ETFs und Indexfonds und weniger an der Einzeltitelauswahl aktiver Manager.

Ob sich der Rekordzufluss in Indexfonds fortsetzt oder ob aktive Manager mit eigenen Indexprodukten Boden zurückgewinnen, zeigt die nächste jährliche DIRK-Erhebung zur DAX-Aktionärsstruktur.

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Evelyn Schmal, Redaktion finanzen.net

Dieser Text dient ausschließlich zu Informationszwecken und stellt keine Anlageempfehlung dar. Die finanzen.net GmbH schließt jegliche Regressansprüche aus.

Bildquellen: Pavel Ignatov / Shutterstock.com, Ralph Orlowski/Getty Images

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