Meta-Aktie vor 50%-Rally? Dieser unterschätzte KI-Treiber könnte den Kurs beflügeln
Ein Wall Street-Analyst erklärt, warum Metas überschüssige Rechenkapazität zum unterschätzten Umsatztreiber werden könnte.
Werte in diesem Artikel
- Analyst rückt eine bislang übersehene Einnahmequelle von Meta in den Fokus
- Rechenzentren könnten für den Aktienkurs wichtiger werden als das Werbegeschäft
- Zuckerbergs Kalkül hinter dem Verkauf von Rechenleistung sorgt für Diskussionen
Meta Platforms rückt bei Evercore ISI wegen einer bislang wenig beachteten Einnahmequelle in den Fokus: Analyst Mark Mahaney hat sein Kursziel laut MarketWatch von 820 auf 860 US-Dollar angehoben. Gemessen am aktuellen Schlusskurs von 570,05 US-Dollar entspräche dies einem Aufwärtspotenzial von rund 50 Prozent. Bei Anlegern kommt das offenbar gut an: Die Meta-Aktie gewinnt im NASDAQ-Handel zeitweise 1,36 Prozent auf 577,78 US-Dollar.
Meta-Aktie: Mahaney rechnet mit Milliarden aus verkaufter Rechenleistung
Der Analyst begründet den Schritt laut MarketWatch mit einer Monetarisierungsmöglichkeit, die aus seiner Sicht am Markt bislang zu wenig Beachtung findet: dem Verkauf überschüssiger KI-Rechenkapazität an Drittkunden. Meta plane, seine gesamte Rechenkapazität von 7 Gigawatt in diesem Jahr auf rund 14 Gigawatt im kommenden Jahr zu verdoppeln, heißt es.
Mahaney schätzt, dass allein die Vermarktung von einem Gigawatt, etwa 7 Prozent der geplanten Gesamtkapazität, einen Jahresumsatz von bis zu 22 Milliarden US-Dollar sowie einen Gewinnbeitrag von bis zu 4,32 US-Dollar je Aktie generieren könnte. Bei einem halben Gigawatt beziffert er das Umsatzpotenzial auf 11 Milliarden US-Dollar. Der Analyst bezeichnet Meta als potenziell seltenen Merchant Seller von Rechenleistung, da große Cloud-Anbieter faktisch ausverkauft seien. Er nennt den Rechenleistungsverkauf ausdrücklich eine Call-Option, keine Prognose eines vollwertigen Cloud-Geschäfts.
Meta Compute als zweites Standbein neben der Werbung
Die Grundlage für Mahaneys These bildet laut MarketWatch die im Juli formalisierte Cloud-Sparte Meta Compute, über die Meta Platforms KI-Infrastruktur und Foundation-Modelle an Drittkunden verkaufen will. Ursprünglich hatte CEO Mark Zuckerberg die Initiative bereits im Januar als Top-Level-Vorhaben angekündigt, das den Aufbau von zig Gigawatt an KI-Infrastruktur bis zum Jahr 2030 umfassen soll. Laut Mahaneys Bericht soll Zuckerberg erklärt haben, Meta habe bereits Angebote zu einem Premium für seine Rechenkapazität erhalten, glaube aber, durch den Verkauf eigener KI-Dienste mehr verdienen zu können als durch reine Vermietung.
Zugleich bleibt Meta selbst ein großer Käufer von Rechenleistung, mit rund 35 Milliarden US-Dollar angekündigten Verpflichtungen gegenüber CoreWeave und bis zu 27 Milliarden US-Dollar gegenüber der Nebius Group. Für das Gesamtjahr 2026 hat das Unternehmen seine Investitionsausgaben auf eine Spanne von 125 bis 145 Milliarden US-Dollar angehoben.
Ob sich die Compute-These als tragfähiger Umsatztreiber erweist, dürfte sich mit den ersten konkreten Kundenverträgen für Meta Compute zeigen. Bis dahin bleibt Mahaneys Kursziel eine von mehreren Einschätzungen im Analystenfeld.
Bettina Schneider, Julia Walter, Martina Köhler, Redaktion finanzen.net
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